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Dance - 23/10/12

Bretter, die das Chaos bedeuten

Eine Reportage von Carine Roy

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Hans was Heiri, quadratischen Hamsterrad gebastelt


Haltet euch gut fest, denn bei Martin Zimmermann und Dimitri de Perrot wackeln die Kulissen. Das Schweizer Duo verwandelt die Bühne beim ihrem Akrobaten-Tanz in eine Landschaft aus Rutschen und Riesentrampolinen.

Seit über 13 Jahren ersinnt dieses Duo Bühnenbilder mit Drehwurmgarantie: Der Tänzer Martin Zimmermann, der eine Ausbildung bei Choreograf Josef Nadj genossen hat, und der DJ Dimitri de Perrot. Wie hier in Gaffe Aff vermischen die beiden Musik, Akrobatik und Tanz.

Hans was Heiri, schweizerdeutsch für "gehüpft wie gesprungen", funktioniert wie eine Schweizer Kuckucksuhr und ist durch die burleske Komik von Jacques Tati und Buster Keaton inspiriert.

"Dieses Rad sollte eine eigene Welt darstellen, die sich im Kreis dreht. Jeder kann darin aber sehen, was er will - ein Kaleidoskop, eine Miniatur-Gesellschaft oder eine Waschmaschine. Dann konzipierten wir das Bühnenbild, das seine eigene Rolle spielt. In all unseren Stücken agiert das Bühnenbild selbst als Schauspieler." Martin Zimmermann


Les Fuyantes, von Boris Gibé


Den Zuschauer zu verwirren – darum geht es Boris Gibé. In Les Fuyantes, das beim letzten Festival Haute Tension in Paris uraufgeführt wird, kämpfen sich die akrobatischen Tänzer durch Kulissen, die kippen und sich verformen. Ob auf der Bühne oder in seinen Kurzfilmen, der 29-jährige Boris ist der König der optischen Täuschung.

"Eine große Inspiration sind die Träume von Julius Acquefacques von Marc-Antoine Mathieu. Diese Comicserie behandelt das Thema „doppelte Identität“ und stellt unsere normale Wahrnehmung in Frage. Die Art, wie wir unsere Realität konstruieren und wann wir die Orientierung verlieren." Boris Gibé

Auch für den Entwurf dieses kippenden Bühnenbilds bedient sich Boris Gibé bei den Comics von Marc-Antoine Mathieu. Der Zeichner erzählt die Odyssee von Julius Corentin Acquefacques, der sich in einer chaotischen Architektur verirrt. Das Leben seines Helden, der Beamter im Humorministerium ist, gerät endgültig aus den Fugen, als er einen Comic findet, der sein eigenes Leben erzählt. Das ist wirklich ein Grund, um durchzudrehen!

Bei den Shows des Cirque Inextrémiste geht es hoch her


Mit Brettern oder Baggern trickst das Stunt-Trio die Schwerkraft aus. Beim letzten Festival Bains de Rue de Clichy haben die schrägen Jungs eine Menge Spaß beim Wippen mit Gasflaschen, getreu dem Motto: Lebe wild und gefährlich!

Früher war Rémi Bodenakrobat an der Fratellini-Zirkusschule, doch seit einem Sturz 2005 ist er querschnittsgelähmt. Vor vier Jahren stößt er zur Truppe des Cirque Inextrémiste und spielt jetzt an der Seite des ehemaligen Automechanikers Yann.
 
"Zwei Jahre Werkstatt von morgens bis abends, super! Als ich sechzehn war, dachte ich: "Das kann ich nicht mein Leben lang machen. Aber Künstler klingt nicht schlecht!" Also machte ich Musik, merkte aber: "Das ist auch nicht leicht!" Dann verliebte ich mich ins Trampolinspringen. Ich war 23, also nicht mehr ganz jung, aber zu rebellisch, um eine Schule zu besuchen. Also kaufte ich ein Zirkuszelt und zog meinen eigenen Zirkus auf." Yann Ecauvre


Kameramann: Charles Sautreuil
Tonmeister: Nicolas Klein

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Freitag 5. Oktober 2012 um 01.35 Uhr
Keine Wiederholungen
(Frankreich, 2012, 52mn)
ARTE F

Erstellt: 27-09-12
Letzte Änderung: 23-10-12