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Kino auf ARTE - 08/08/12

Berlin Calling

Fernsehfilm, Deutschland, 2008, WDR, 102 Min.
Regie: Hannes Stöhr, Autor: Hannes Stöhr, Kamera: Andreas Doub, Musik: Paul Kalkbrenner, Schnitt: Anne Fabini, Produktion: Sabotage Films, Stoehrfilm Produktion, WDR, ARTE, Produzent: Karsten Aurich, Hannes Stöhr
Mit: Paul Kalkbrenner (Ickarus), Rita Lengyel (Mathilde), Corinna Harfouch (Prof. Dr. Petra Paul), Araba Walton (Corinna), Peter Schneider (Crystal Pete), RP Kahl (Erbse), Henriette Müller (Jenny), Udo Kroschwald (Vater), Megan Gay (Labelchefin Alice), Maximilian Mauff (Zivi Alex)

In Berlin, einer Stadt, in der man jeden Abend feiern kann, besteht das einzige Problem darin, durchzuhalten. Als der Berliner Techno-DJ Ickarus nach einem Drogenexzess in eine Berliner Nervenklinik eingeliefert werden muss, beginnt für ihn eine Odyssee ...


Der Berliner Underground-Techno-DJ und Komponist Ickarus tourt mit seiner Freundin Mathilde durch die Clubs der Welt und sie stehen kurz vor ihrer größten Albumveröffentlichung. Schlafen in Flughafenterminals, vor einer gedrängten Menschenmenge Elektro auflegen - eine Nacht gleicht der anderen.
Zurück in der Hauptstadt, in der man jeden Abend feiern kann, und zwar so richtig und für wenig Geld, besteht das einzige Problem für Ickarus darin, durchzuhalten. Als er eine "böse" Pille schluckt, wird der DJ im Drogenrausch in die Notaufnahme der Berliner Nervenklinik eingeliefert. Dort muss er sich mit seinem Leben, einer resoluten Ärztin und der Zukunft auseinandersetzen. Ickarus fühlt sich wie ein Ertrinkender und flüchtet in die "normale" Welt, in der inzwischen nichts mehr ist, wie es war ...


Die "Süddeutsche Zeitung" schrieb: "Wie bereits in seinem Debütfilm ‚Berlin is in Germany' verbindet Stöhr auch hier ein dokumentarisch geschultes Gespür für Berliner Lebensgefühl mit dem Drama einer vom Scheitern bedrohten Existenz, mit einer Tragödie, der er immer wieder lichte, fast komische Momente verleiht."
"Berlin Calling" ist keine Neuauflage von "Einer flog übers Kuckucksnest" und ist auch kein Film über Drogen. Es ist ein authentischer, junger und realitätsnaher Film über die Generation, die auf den Dancefloors zu Hause ist - dort, wo die Zeremonienmeister der Musik die Massen in Trance versetzen. Ein hoch emotionaler Film über einen modernen Musiker, einen, der sich auf dem schmalen Grat zwischen Kunst und Wahnsinn bewegt.
Regisseur Hannes Stöhr, 1970 in Stuttgart geboren, studierte Europarecht an der Universität Passau. Darauf wechselte er an die Deutsche Film- und Fernsehakademie Berlin, um Drehbuch und Regie zu studieren. Während seines Studiums drehte er "Berlin is in Germany" (1999), der 2001 auf der Berlinale mit dem Publikumspreis ausgezeichnet wurde. 2003 drehte Stöhr den Kölner Tatort "Odins Rache", mit Klaus J. Behrendt und Dietmar Bär in den Hauptrollen. Sein zweiter Kinofilm "One Day in Europe", eine ARTE-Koproduktion, wurde 2005 auf der Berlinale präsentiert. "Berlin Calling" hatte auf der Piazza Grande beim Filmfestival in Locarno 2008 Weltpremiere. Aus der Retrospektive betrachtet bilden Stöhrs Kinofilme eine Trilogie: "'Berlin is in Germany' beschreibt Berlin aus der Alien-Perspektive, ‚One Day in Europe' zeichnet Berlin im europäischen Kontext und "Berlin Calling" ist der Blick auf Berlin von innen ...", so Hannes Stöhr.
Der Wahl-Ostberliner Paul Kalkbrenner, der mit der Rolle des Ickarus seines gleichen verkörpert, zählt zu Deutschlands erfolgreichsten DJs. Er selbst bezeichnet sich jedoch lieber als Live Act. Er sollte mit seinem Insiderwissen ursprünglich als Berater für "Berlin Calling" fungieren. Im Laufe des Projekts übernahm er die Hauptrolle und schrieb auch die fesselnde elektronische Musik, die zu Teilen aus Stadtgeräuschen besteht. Die Genese solcher Tracks ist auch im Film zu erleben.

Berlin Calling
Samstag 8. September 2012 um 01.30 Uhr
Keine Wiederholungen
(Deutschland, 2008, 101mn)
WDR

Erstellt: 08-08-12
Letzte Änderung: 08-08-12