Familie Schraudolf lebt auf einem einsamen Bauernhof am Rande von Oberstdorf. Die Schraudolfs sind bereits seit Generationen leidenschaftliche Skisportler. Der Urgroßvater hat bereits in den 30er Jahren die erste Oberstdorfer Skischule gegründet. Großvater Leo und sein Sohn Vinzenz arbeiten noch heute im Winter als Skilehrer. Leo in der eigenen Skischule, Vinzenz als Jugendtrainer beim Skiklub Oberstdorf. In dem bekannten Ferienort ist es üblich, dass im Winter viele Bauern auch als Skilehrer oder in der Gastronomie arbeiten und sich im Sommer um das Vieh und die Landwirtschaft kümmern. Vinzenz hat im letzten Jahr den kleinen Bauernhof mit 18 Kühen vom Vater übernommen, seine Frau Liesl kümmert sich um die Ferienwohnungen der Familie. Finanziell überleben kann die Familie nur aus dem Mix der Einkünfte. Vinzenz und Liesl haben dennoch nicht lange gezögert den Hof zu übernehmen, für sie ist es eine Herzensangelegenheit. „Die Tiere und die Natur möchte ich nicht missen“, sagt Liesl Schraudolf. Ebenso wichtig ist ihr auch die Musik. Sie bringt den Kindern im Ort Sommer wie Winter das Ziehharmonika spielen bei und natürlich musiziert sie auch selbst.
Zweimal am Tag müssen die Männer die Kühe melken, vor und nach dem Skikurs. An den Wochenenden steht der Stall natürlich auch auf dem Programm, aber dann finden in der Wintersaison natürlich auch die Wettkämpfe statt. Und die beiden Kinder sind schon ganz vorne mit dabei. Obwohl Liesl mit Haushalt, Kindern und Feriengästen genug zu tun hat, schwört sie auf Produkte aus eigener Herstellung. Ihr geht nichts über eigene Butter und so nimmt sie sich auch die Zeit einmal im Monat selbst zu buttern. Liesl kocht oft vor, gegessen wird oft in Etappen, weil alle Familienmitglieder andere Termine haben.
Wenn Schwierigkeiten in der Logistik der Familienplanung auftreten, kann auch immer die Oma einspringen: „Ich habe gar nicht gewusst, dass der Beruf Oma so wichtig ist“, meint Ursula Schraudolf. Seitdem sie im letzten Herbst pensioniert wurde, häufen sich die Anfragen. Beim Kochen, Putzen oder als Taxi ist die Oma gefordert. Und ihre Apfelküchle sind legendär und schmecken natürlich besonders gut, wenn man durchgefroren und erschöpft von einem Tag auf der Piste zurückkommt.






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