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Strom aus der Wüste

Energie für Europa

Dienstag, 13. November 2012 um 10.35 Uhr

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Strom aus der Wüste
(Deutschland, 2012, 60mn)
NDR
Regie: Hauke Wendler, Carsten Rau

Stereo 16:9 (Breitbildformat) Nativ HD

In der Sahara gibt es mehr Sonnenenergie als Afrika und Europa zusammen verbrauchen könnten. 2009 haben sich große Industriekonzerne zusammengeschlossen, um den Strom der Wüstensonne zu nutzen und auch nach Europa zu transportieren. Der Plan: Bis 2050 sollen große Teile des europäischen Strombedarfs mit Solarenergie Nordafrikas und des Nahen Ostens gedeckt werden - für geschätzte 400 Milliarden Euro. Die Dokumentation zeigt die Chancen, aber auch Kosten und Risiken des Desertec-Projekts und fragt, wie wahrscheinlich es ist, dass die Vision vom sauberen Wüstenstrom realisiert werden kann.

Wenn die Atomkraft uns zu gefährlich wird und der Kohlestrom zu schmutzig, woher soll Europa dann seine Energie beziehen? Für den Holländer Paul van Son gibt es keinen Zweifel: "Unsere eigenen erneuerbaren Energien reichen nicht aus, die Zukunft der europäischen Stromversorgung liegt in den Wüsten Nordafrikas. Es geht nur noch um die Frage, wann wir damit anfangen."
Paul van Son ist Geschäftsführer der Desertec Industrie Initiative, eines Zusammenschlusses vieler großer Unternehmen wie RWE, Deutsche Bank, Münchener Rück und Siemens, welche die Sonnenenergie der Wüsten ausbeuten und als Strom nach Europa transportieren wollen. Denn in der Sahara gibt es mehr Sonnenenergie, als Afrika und Europa zusammen je verbrauchen könnten. Und die Wüsten bieten genug Platz für große Solarkraftwerke, mit denen man ausreichend Strom für europäische Industrienationen produzieren könnte.
Noch nie hat es so einen solchen Plan gegeben. Um Europa mit Wüstenstrom zu versorgen, müssten Tausende Kilometer Stromtrassen durch das Mittelmeer verlegt werden. Kritiker verweisen auf die Kosten und die Wartungsintensität der solarthermischen Kraftwerke. Außerdem seien die Staaten der Sahara für nicht stabil genug, um sich von diesen abhängig zu machen. Außerdem brauchten die Staaten Nordafrikas auch aufgrund des starken Bevölkerungswachstums selbst immer mehr Strom vor Ort.
Die Autoren Carsten Rau und Hauke Wendler begleiteten das Desertec-Projekt über ein halbes Jahr lang in Europa und Nordafrika. Ihre Dokumentation zeigt die Chancen, aber auch Kosten und Risiken der Idee und fragt, wie wahrscheinlich es ist, dass die Vision vom sauberen Wüstenstrom, der Europa mit Energie versorgt, realisiert werden kann.