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Nylons und Zigaretten

Frankreich, am Ende des Zweiten Weltkriegs: Junge Französinnen werden als Ehefrauen für amerikanische GIs angeworben. In Erholungslagern der US-Army werden sie gedrillt für ihre Reise in die USA.

Samstag, 31. März 2012 um 01.40 Uhr

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Nylons und Zigaretten
(Frankreich, 2010, 97mn)
ARTE F
Regie: Fabrice Cazeneuve
Drehbuch: Jean-Claude Grumberg, Fabrice Cazeneuve
Kamera: Pierre Milon
Musik: Michel Portal
Schnitt: Jean-Pierre Bloc
Darsteller: Adélaïde Leroux, Salomé Stévenin, Mélodie Richard, Yeelem Jappain, Nina Meurisse, Anna Mihalcea, Mathilde Cazeneuve, Adéline D'Hermy, Thomas Houvet (Yvonnes Ehemann)
Produktion: Maha Productions, Imagine, ARTE F, France Télévisions, TV5 Monde
Produzent: Denis Poncet, Jean-Xavier de Lestrade, Frédérique Calaque
Ton: Gilles Vivier-Bourdier

Stereo 16:9 (Breitbildformat) Nativ HD

Frankreich, am Ende des Zweiten Weltkriegs: Junge Französinnen werden als Ehefrauen für amerikanische GIs angeworben. In Erholungslagern der US-Army werden sie gedrillt für ihre Reise in die USA zu ihren kaum bekannten Männern. Jeannette, Marie-Thérèse und Mireille sind drei solcher Frauen ...

1944 in der Normandie: In sogenannten "cigarette camps" der US-Army werden junge Französinnen vorbereitet, um zu ihren neuen Ehemännern in die USA auszuwandern. Jeannette, Marie-Thérèse und Mireille sind drei solcher Frauen: Sie sind mit ihnen kaum bekannten GIs verheiratet und stehen kurz vor ihrer Überfahrt über den Atlantik. Just am Tag der Abreise bekommt Jeannette die Nachricht vom Unfalltod ihres Ehemanns, den die Army aber wie einen Tod im Gefecht aussehen lassen will. Sie muss ihre beiden Freundinnen ziehen lassen und bleibt mit ihren Eltern auf deren Bauernhof mehr zurück als zu hause. Marie-Thérèse und Mireille berichten der Freundin in Briefen von ihren Erlebnissen, ihren Ängsten und ihren Hoffnungen. Mireille lebt mit ihrem jüdischen Mann im neuen Land in Brooklyn, die Pariserin scheint dort ihr Glück gefunden zu haben.
Marie-Thérèse und ihren fünfjährigen Sohn Philippe hingegen verschlägt es auf eine Farm in Alabama. Ihr amerikanischer Mann ist durch seine Kriegserlebnisse stark traumatisiert. Immer häufiger verschwindet er und kehrt erst nach Tagen oder Wochen völlig betrunken zurück. Unterdessen wird Jeannette ihre Heimat Frankreich fremd: Von den Männern im Dorf argwöhnisch als Soldatenfrau und Hure beschimpft, entschließt sie sich dazu, vom Sterbegeld ihres Ehemanns die Reise in die USA und zu ihren Freundinnen anzutreten. Es soll eine Reise ins Ungewisse werden ...

‚‚Nylons und Zigaretten'' spiegelt das Gefühl im Frankreich der unmittelbaren Nachkriegszeit wider: Die übermütigen und unbeschwerten jungen Frauen in den Vorbereitungslagern sind von der neuen Hoffnung angesteckt, die durch die Befreiung von Paris und der anderen französischen Städte im Jahr 1944 angefacht worden war. In die Aufbruchsstimmung aber mischt sich auch die Ungewissheit und Unsicherheit, mit der die Französinnen in ihr neues Leben starten und ihre Heimat auf unbestimmte Zeit zurücklassen.
Regisseur und Drehbuchautor Fabrice Cazeneuve wurde 1952 in Paris geboren. Cazeneuve arbeitete bereits seit Mitte der 70er Jahre als Regisseur und Drehbuchautor an Fernsehfilmen. 1984 gewann er für die Regie zu ‚‚Le roi de la Chine'' den Silbernen Leoparden beim Filmfestival von Locarno. Er hat sich mit "Der ungebetene Gast" (2000) und seinen Dokumentarfilmen wie "Friseurinnen" (2007) einen Namen als politisch hellwacher und sensibler Regisseur gemacht.
Als Tochter von Jean-François Stévenin (‚‚Pakt der Wölfe'') wurde Salomé Stévenin, die die Marie-Thérèse spielt, die Schauspielerei quasi in die Wiege gelegt. Ihren ersten Kinoauftritt hatte sie bereits 1989 im Alter von vier Jahren an der Seite ihres Vaters in Patricia Mazuys preisgekröntem ‚‚Peaux de vaches''. Zahlreichen Kino- und TV-Auftritten folgte 2002 die Zusammenarbeit mit ihrem Vater als Regisseur für den ausgezeichneten Kinofilm ‚‚Mishka''. 2005 mimte Stévenin die verführerische Vanessa in Anthony Cordiers mehrfach prämiertem Jugenddrama ‚‚Douches froides''. Im Jahr 2012 wird man Salomé Stévenin an der Seite von Jean Reno in Daniel Cohens ‚‚Comme un chef'' bewundern können. Für ihre Leistung in "Nylons und Zigaretten" wurde Stévenin, wie auch Adélaïde Leroux und Mélodie Richard, auf dem zwölften Fernsehfilmfestival in La Rochelle mit dem Preis für die beste weibliche Nachwuchsdarstellerin ausgezeichnet.