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"Der Bajazzo" von Leoncavallo

"Der Bajazzo" ist die einzige Oper des neapolitanischen Komponisten Ruggero Leoncavallo (1857-1919), die es zu Weltruhm brachte. In der Titelrolle der Inszenierung des Opernhauses Zürich vom Juni 2009 glänzt der argentinische Tenor José Cura.

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"Der Bajazzo" von Leoncavallo

"Der Bajazzo" ist die einzige Oper des neapolitanischen Komponisten Ruggero Leoncavallo (1857-1919), die es zu Weltruhm brachte. In der Titelrolle der (...)

"Der Bajazzo" von Leoncavallo

Programm - 26/08/10

„Cavalleria rusticana” von Pietro Mascagni

Opernhaus Zürich


Am 6. September 2010 zeigt ARTE die zusammen mit "Pagliacci" im Opernhaus Zürich aufgeführte Oper „Cavalleria Rusticana” von Pietro Mascagni (Uraufführung 1890 in Rom). Die Aufzeichnung der meist zusammen an einem Abend aufgeführten Opern fand am 19. und 21. Juni 2009 statt (ARTE/SWR).

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Hass, Eifersucht, enttäuschte Liebe, Rache: Die Uraufführung der "Cavalleria rusticana" 1890 in Rom war ein Welterfolg und gilt als die Geburtsstunde des Verismo, der die Gefühle des einfachen Volkes auf die Bühne bringt. Eine Dorftragödie endet blutig. In dem Bühnenwerk betrügt eine Frau ihren Mann, die Eifersucht führt zur Entdeckung, der Liebhaber muss schließlich den Ehebruch mit dem Tod bezahlen. Der argentinische Startenor José Cura interpretiert in der Erfolgsproduktion des Opernhauses Zürich den Geliebten Turiddu. Die musikalische Leitung hat der italienische Dirigent Stefano Ranzani, der ursprünglich Konzertmeister im Orchester der Mailänder Scala war. Für die Inszenierung zeichnet Grischa Asagaroff verantwortlich.

"Cavalleria rusticana" wird meistens mit "Sizilianische Bauernehre" übersetzt und erzählt eine Geschichte von Liebe, Tod und Leidenschaft. Der Fährmann Alfio singt darin: "Ich will Blut, dem Zorn geb' ich mich hin, in Hass hat meine ganze Liebe sich verwandelt ...". Die musikalischen Mittel sind so verständlich wie dramatisch und effektvoll und begleiten die Handlung nuancenreich. Der Komponist Pietro Mascagni hat den Nerv seiner Zeit getroffen und sein "Melodrama" trat den verdienten Siegeszug durch die Opernhäuser der ganzen Welt an.

Cavalleria rusticana
(Schweiz, 2009, 75mn)
SWR
Regie: Nele Münchmeyer
Chorleiter: Jürg Hämmerli
Dirigent: Stefano Ranzani
Komponist: Pietro Mascagni
Ausstattung: Luigi Perego
Interpret: Cheyne Davidson, Irène Friedli, José Cura, Liliana Nikiteanu, Paoletta Marrocu
Libretto: Giovanni Targioni-Tozetti und Guido Menasci
Licht: Hans-Rudolf Kunz
Inszenierung: Grischa Asagaroff
Orchester: Orchester der Oper Zürich

Zum Inhalt der Oper: Der junge Soldat Turiddu war mit Lola verlobt, die jedoch einen anderen heiratete. Jetzt ist er mit Santuzza zusammen, doch immer noch in Lola verliebt. Am Morgen des Ostersonntags in einem sizilianischen Dorf: Turiddu singt ein Lied für Lola, für deren Liebe er sogar sein Leben lassen würde. Die Dorfbewohner kommen zum Ostergottesdienst. Santuzza sucht ihren Geliebten Turiddu bei dessen Mutter Lucia. Lucia weiß nur, dass er im Nachbarort Wein besorgen wollte, doch Santuzza hat in Erfahrung gebracht, dass man ihn zu später Nachtzeit noch im Dorf gesehen hat. Das kann auch Lolas Ehemann, der Fuhrmann Alfio bestätigen, der eben von einer Fahrt zurückgekommen ist und von seiner treuen Frau schwärmt.

In der Kirche hat der Ostergottesdienst begonnen. Verzweifelt schüttet Santuzza Mamma Lucia ihr Herz aus: Lola hat sich erneut auf ein Liebesverhältnis mit Turiddu eingelassen und sie, Santuzza, der Turiddo die Ehe versprach, ist nun entehrt und von Kirche und Dorfgemeinschaft ausgeschlossen. Sie bittet Lucia, für sie zu beten. Sie selbst will noch einen letzten Versuch machen, Turiddu für sich zurückzugewinnen.

Bis zur Selbsterniedrigung beschwört sie Turiddu, sie nicht zu verlassen, doch dieser stößt sie brutal zurück. In ihrer Verzweiflung verrät Santuzza alles Alfio, Lolas Ehemann. Wie es Brauch und Sitte der Dorfgemeinschaft verlangen, fordert Alfio Turiddu zum Messerkampf auf Leben und Tod heraus.
Turiddu verabschiedet sich von seiner Mutter und bittet sie, sich Santuzzas anzunehmen. Er unterliegt Alfio im Zweikampf.


Der argentinische Tenor José Cura und die italienische Sopranistin Paoletta Marrocu sind die Stars dieser Inszenierung. José Cura ist einer der erfolgreichsten und populärsten Opernsänger unserer Zeit. Bereits 1991 kam Cura nach Europa und sang kurz darauf in der Arena di Verona. Neben zahlreichen CD-Aufnahmen und Soloalben singt er an den Opernhäusern in London, San Francisco, Wien und Paris. Die Opernwelt feiert nicht nur seine Interpretationen im italienischen und französischen Fach. Cura ist ein Spezialist des Verismo: Sein Debüt an der New Yorker Met gab er 1999 in der "Cavalleria rusticana".

Die Sopranistin Paoletta Marrocu singt die wichtigsten großen Partien ihres Sopranfaches, darunter Tosca, Norma und Carmen. Mit ihrer faszinierenden Bühnenpräsenz, ihrer großen dramatischen und lyrischen Ausdruckskraft sowie ihren darstellerischen Qualitäten verführt sie Opernfans in der ganzen Welt wie zum Beispiel in Tokio, München, Wien, Madrid sowie an der Mailänder Scala.

Der Opernregisseur Grischa Asagaroff ist Sohn eines russischen Schauspielers, Theater- und Filmregisseurs. Erste Stationen seiner 40-jährigen Karriere waren München und Düsseldorf. Neben Asagaroffs erfolgreichen Inszenierungen am Opernhaus Zürich führt er Regie an den Häusern in Wien und Madrid, London und Chicago sowie in Buenos Aires und an der Dresdner Semperoper. Seine Inszenierungen sind mehrheitsfähig; ohne je langweilig zu sein. Sie besitzen hohe Stiltreue in der Ausstattung und große Ausdruckskraft in der Personenführung.



Cavalleria rusticana
Montag 6. September 2010 um 22.05 Uhr
Keine Wiederholungen
(Schweiz, 2009, 75mn)
SWR

Erstellt: Thu May 06 12:00:00 CEST 2010
Letzte Änderung: Thu Aug 26 15:58:10 CEST 2010