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ARTE Journal - 29. Januar 2010 - 01/02/10

„Blutch“ for President

Christian Hincker, besser bekannt unter seinem Pseudonym Blutch, gilt als einer der einflussreichsten französischen Comic-Zeichner seiner Generation. Für seine Werke hat er schon diverse Preise abgeräumt. Beim 37. Comic-Festival von Angoulême ist er dieses Jahr Präsident der Jury. Für Arte Journal hat ihn Christophe Brunella dort getroffen.

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Wer ist Blutch ?
Ein Angeber ?
Ein Offizier ?
Ein Denker ?
 
Tatsache ist: Blutch hat sich nie von seiner Jugendlektüre erholt. Als echter Schelm ist er immer da, wo man nicht mit ihm rechnet. Seine Karriere - die keine ist - beginnt Ende der 80er Jahre mit dem französischen Comicmagazin „Fluide Glacial“. Seitdem geht Blutch unbeirrt seinen Weg, als Virtuose und Poet.

Er ist ein starker, eigenwilliger Künstler, der auch mal zu Kohlestift oder Radiergummi greift. Immer wieder gelingt es ihm, die Grenzen des Comics aufzuheben - zuletzt 2008 mit dem Album "La Beauté". Er ist 42, seit 20 Jahren übt er sein Metier aus. Ständig wechselt er als Autor die Rollen: Mal ist er Regisseur, mal Karikaturist. Und er bleibt sich treu - vielseitig und experimentierfreudig. Daran ändert auch der Große Preis von Angoulême nichts, den er 2009 gewinnt. Im Gegenteil.

„Die Tatsache“, meint Blutch, „dass ein Autor wie ich, der nicht einfach einzuordnen ist, einen solch wichtigen Preis gewinnt, kann mich nur in der Richtung bestätigen, die ich mehr oder weniger ungewollt eingeschlagen habe. Mir ist klar geworden, dass dieser Beruf fast so etwas wie ein Ferienjob ist, der eine schlechte Wendung genommen hat.“

(Arte Journal, 29.01.10, Reportage von Christophe Brunella und Alexis de Favitski)




Erstellt: 27-01-10
Letzte Änderung: 01-02-10