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17/10/2006 - Orient und Okzident - 28/08/08

„Al Tarab. Muscat Ud Festival“

V.A.


Die traditionelle arabische Musik ist auch heute noch von der arabischen Laute geprägt, der Ud. Im Dezember 2005 wurde dem ältesten arabischen Instrument erstmals ein Festival gewidmet, das „Muscat Ud Festival“ in dem Sultanat Oman. In einer Box mit vier CDs und ausführlichem Booklet wird dieses Ereignis nun eingehend dokumentiert.

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In ihrer traditionellen Musikausbildung werden arabische Musiker auf der Ud unterrichtet, sowohl im Instrumentalspiel, Gesang und Rhythmus als auch in Musiktheorie und Modi. Somit stellt die arabische Kurzhalslaute, die bis in das zweite vorchristliche Jahrtausend nachgewiesen ist, in der arabischen Musikkultur eine Verbindung zwischen Theorie und Praxis dar.

Der Sultan Qaboos bin Said Al Said hat das dreitägige Ud-Festival ins Leben gerufen und dafür den in München lehrenden Musikethnologen Issam El-Mallah als künstlerischen Leiter eingesetzt. In dem Festivalprogramm präsentiert Issam El-Mallah das Saiten-Instrument in verschiedenen arabischen Stilrichtungen und in all seinen musikalischen Facetten, ob als virtuoses Solo-Instrument, als Begleitinstrument für Sänger oder integriert in ein Orchester. Bei allen Aufführungen wurde ein besonderes Augenmerk auf das Tarab-Konzept gelegt, einem Spezifikum der arabischen Musikwelt. Da es keine eindeutige Entsprechung in der westlichen Musikwelt gibt, wird es von Wissenschaftlern als eine musikalische und emotionale Interaktion zwischen Musikern und Publikum bezeichnet. Freudige oder traurige Emotionen werden vom Publikum kommentiert und die Musiker antworten durch improvisierte Wiederholungen.

Eine weitere Besonderheit der arabischen Musik ist der monophone Melodieverlauf. Die westliche Musik ist im Gegensatz dazu durch Polyphonie gekennzeichnet, durch viele gleichzeitig erklingende Melodielinien, die wiederum auf Harmonien gestützt sind. Eine Grundidee des Ud-Festivals ist es eine Brücke zu schlagen, zwischen der Musik des Orients und des Okzidents. Dafür wurden sinfonische Kompositionen für Ud und Orchester in Auftrag gegeben, die ihre Uraufführung während des Festivals hatten.

Die CD-Box mit dem viersprachigen und 230 Seiten dicken Buch ist eine überbordende musikalische Schatztruhe, in der es vielerlei zu entdecken gilt. Sie offeriert sowohl den faszinierenden Reichtum der traditionellen arabischen Musik als auch die bisher viel zu wenig genutzten Möglichkeiten des musikkulturellen Dialogs. Denn erst die Akzeptanz und das Interesse der verschiedenen Kulturen füreinander, ermöglicht eine Annäherung und eine gegenseitige Inspiration, die für beide Seiten eine Bereicherung ist. Mit dem "Muscat Ud Festival" wurde ein entscheidender Grundstein für den Dialog zwischen der Musik des Orients und Okzidents gelegt.


Matthias Schneider
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V.A.
„Al Tarab. Muscat Ud Festival“
Enja / Harmonia Mundi

Erstellt: 13-10-06
Letzte Änderung: 28-08-08


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