– Vorstellung des Films durch die Regisseurin Natalija Koselskaja
„Der Name „Tschunga-Tschanga“ stammt aus einem Kinderlied, das in Russland in den 70er Jahren populär war. So heißt eine imaginäre Insel, das sonnige Paradies, das irgendwo im Süden existiert. Die Suche nach diesem Paradies, nach dem „belebenden Quell“ beschäftigt die Protagonisten des Films. Wie geht man mit der Realität um, wenn sie absurde Züge annimmt und mit Normalität wenig zu tun hat?
Der Film wurde im Underground-Stil der 1970er Jahre gedreht. Der Schnitt des Films unterliegt dem Zufallsprinzip, ohne willkürlich zu verfahren, und bietet einen überraschenden, lebensnahen Zugang zu den Künstlern und ihren Werken – als handele es sich um Zufallsbegegnungen. Er fungiert als eine Art „Dosenöffner“, der die Zeitdose aufbricht. Um welche Zeit es sich handelt, die sich in Porträts von Künstlern, Dichtern und Kindern spiegelt, bleibt anonym und unbestimmt. Die Anonymität der Protagonisten unterstreicht die begrenzte Bedeutung und tatsächliche Präsenz dessen, was wir „Zufall“ oder „Schicksal“ nennen.“
– Ein Kommentar der Regisseurin Natalija Koselskaja zehn Jahre nach Entstehung ihres Films
Der französische Philosoph Clément Rosset behauptet, dass die Wirklichkeit immer auf der Seite der Fantasie stehe, und nur sie letztere darstellen könne. Dagegen kann bekanntlich die Illusion – dieser Dämon, vor allem in der Politik - die schlimmsten, das heißt mörderischsten und unmenschlichsten Utopien hervorbringen.
„Tschunga-Tschanga“ stellt die universellen Kreuzwege von Fantasie und Illusion in Bildern dar.“
Im Laufe ihrer langen Jahre im Ausland wurde es Natalija Koselskaja möglich, sich eine Distanz zu ihrem Heimatland aufzubauen und gleichzeitig mit einem viel weniger idealistischen Blick den Westen zu betrachten. Sie lebt in Paris und arbeitet an ihrem neuen Projekt, einem Langspielfilm „Transitzonen“ in Koproduktion mit Deutschland, Frankreich, Bulgarien und Russland.
Konzeption und Koordination des Dossiers: Claire A. Poinsignon






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