Schriftgröße: + -
Home > Ureinwohner > Themenabend > Zwischen Urwaldhölle und Menschenzoo

12.02.06 Themenabend "Zwischen Urwaldhölle und Menschenzoo" - 09/02/06

Zwischen Urwaldhölle und Menschenzoo

Um die Anwendung von Gewalt gegenüber den Völkern, die sie unterworfen oder vertrieben haben, zu rechtfertigen, haben die Europäer diese Menschen als "Wilde" bezeichnet. Zur Verschleierung von Herrschaft wurden eigene Fantasien und Ängste auf die "Wilden" projiziert. So ist das Stereotyp der "Wilden" untrennbar mit der Kolonialgeschichte verbunden. ARTE widmet dieser Thematik zwischen Urwaldhölle und Menschenzoo einen Themenabend.

Weitere Artikel zum Thema

Der Themenabend im Überblick:

Um 20.40
Mission
Spielfilm, Großbritannien / USA 1986
Im 18. Jahrhundert kämpfen ein reuiger Sklavenhändler und ein idealistischer Pater an der Seite südamerikanischer Indios für deren menschenwürdiges Dasein und gegen spanische und portugiesische Kolonialherren...

Um 22.45
Kopfjäger Amazoniens - Der Mythos der Jivaros
Dokumentarfilm, Frankreich 2002
Die im Amazonasgebiet beheimateten Jivaro-Indianer stellten in einer rituellen Handlung aus den Köpfen ihrer getöteten Feinde so genannte "Schrumpfköpfe" her...

Um 23.45
Menschenzoos
Dokumentation, Frankreich 2002
Der Film geht einem der größten Skandale der westlichen Gesellschaften nach: Von Mitte des 19. Jahrhunderts bis Ende der 30er Jahre des 20. Jahrhunderts wurden in Zoos Menschen anderer Kontinente wie Tiere zur Schau gestellt...


Filme in den 20er und 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts über grausame und barbarische Indianer Südamerikas haben die Vorstellung vom "Wilden" geprägt und im Gegenzug den Ruf derjenigen begründet, die den Mut hatten, sich auf indianisches Gebiet zu wagen. Die Rolle der "Wilden" und Barbaren kam einige Zeit später den "Rothäuten" in den amerikanischen Western zu.
Die Jivaro-Indianer etwa, die berühmten Kopfjäger und Hersteller von Schrumpfköpfen, waren die Stars in Filmen der 20er und 30er Jahre des 20. Jahrhunderts. Durch diese Filme entstand die Vorstellung vom wilden Indianer, und sie haben im Gegenzug zum Ruhm derjenigen beigetragen, die den Mut hatten, sich auf indianisches Gebiet zu wagen. Die Rolle der "Wilden" und Barbaren kam einige Zeit später den "Rothäuten" in den amerikanischen Western zu. Diese Vorstellungen sagen mehr über die damals herrschende Mentalität aus als über die in den Filmen dargestellten Völker.

Erstellt: 09-02-06
Letzte Änderung: 09-02-06