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Sonntag den, 21.01.2007 um 20.40 - 18/01/07

Zwei auf gleichem Weg

Auf einer Reise nach Italien lassen Joanna und Mark Wallace ihre Ehe Revue passieren. Die ist längst nicht mehr, was sie einmal war: Eine aufrichtige, tief empfundene Liebe. Eins ist klar: Der Status Quo ihres Zusammenlebens ist für das Paar nicht länger erträglich. ARTE zeigt das Road-Movie als zweiten Teil einer Audrey-Hepburn-Reihe.

106 Min.
(Two for the road)
Spielfilm, USA 1966,
Synchronfassung, ZDF
Regie: Stanley Donen; Buch: Frederic Raphael; Kamera: Christopher Challis; Schnitt: Madeleine Gug, Richard Marden; Musik: Henry Mancini; Produzent: Kirch Media, Stanley Donen, James H. Ware; Produktion: 20th Century Fox, Stanley Donen Films Ltd.
Mit: Audrey Hepburn - (Joanna Wallace), Albert Finney - (Mark Wallace), Eleanor Bron - (Cathy Manchester), William Daniels - (Howard Manchester), Gabrielle Middleton - (Ruth Manchester), Claude Dauphin - (Maurice Dalbret), Nadia Gray - (Françoise Dalbret), Georges Descrières - (David), Jacqueline Bisset - (Jackie), Judy Cornwell - (Pat), Irène Hilda - (Yvonne de Florac), Dominique Joos - (Sylvia)

Joanna und Mark Wallace sind seit zwölf Jahren verheiratet. Da Mark sich als Architekt etablieren konnte, führen sie ein luxuriöses Leben. Als das Ehepaar an die Riviera fährt, um dort die Party eines früheren Gönners von Mark zu besuchen, sieht es ganz danach aus, als würde dies die letzte gemeinsame Reise werden: Hinter der Fassade der perfekten Ehe haben sich im Laufe der Jahre Kälte, Desinteresse und Misstrauen eingeschlichen. Kurz nach dem Überqueren des englischen Kanals werden bei Joanna Erinnerungen an längst vergangene, glückliche Zeiten lebendig, an ihre erste Begegnung mit Mark, an ihr stürmisches Verliebtsein. Angesichts des traurigen Niedergangs ihrer Beziehung stellen Mark und Joanna sich ernsthaft die Frage, ob eine Trennung nicht die beste Lösung für beide ist. Die Reise in den Süden wird zur Phase der Entscheidung...

Zusatzinfo

Das Ehedrama "Zwei auf gleichem Weg" wurde von Kritikerseite vielfach als einflussreichster US-amerikanischer Film der 60er Jahre betrachtet - trotz seines mäßigen Erfolgs in den Kinos 1967. Drehbuchautor Frederic Raphael und Regisseur Donen folgten einer stilistisch und inhaltlich bis dato ungekannten filmischen Form, indem sie die Entwicklung einer Beziehung von der stürmischen Liebe der Anfangszeit bis zum ehelichen Phlegma auf non-lineareWeise erzählten. Der Einfluss der Nouvelle Vague ist im unkonventionellen Aufbau dieses Road-Movies unverkennbar. Darüber hinaus lassen sich aus der Dramaturgie des Dramas konkrete Bezüge, beispielsweise zu Alain Resnais' Filmen "Hiroshima, mon amour" (1959) und "Letztes Jahr in Marienbad" (1960) ablesen: "Zwei auf gleichem Weg" thematisiert ebenfalls die "Gleichzeitigkeit" von Vergangenheit und Gegenwart und verwehrt es den Protagonisten, ihrer eigenen Geschichte zu entkommen. Regisseur Donen und Drehbuchautor Raphael, der für das Skript zu "Zwei auf gleichem Weg" eine Oscarnominierung erhielt, beschreiben die Reise des Ehepaares Joanna und Mark Wallace auf den Straßen einer mediterranen Landschaft als Metapher für das gemeinsam gelebte Leben mit seinen Chancen, Verfehlungen und Irrwegen. Durch den thematischen Fokus auf die Phasen nach der Euphorie des ersten Verliebtseins erfährt der Film jene Eigenständigkeit, die ihn als Vorreiter einer reifen und modernen Auseinandersetzung mit dem Sujet Ehe und Beziehung kennzeichnet. Audrey Hepburn, zum Zeitpunkt der Dreharbeiten von "Zwei auf gleichem Weg" 37 Jahre alt, porträtiert Joanna Wallace vom verliebten Fratz über die lebenslustige Frischvermählte und empfindsame junge Mutter bis zur desillusionierten Ehefrau. Hepburn befand sich während der Dreharbeiten zu "Zwei auf gleichem Weg" auf dem Höhepunkt ihrer Karriere. Dennoch beschloss sie wenig später, nach den Dreharbeiten zu "Warte, bis es dunkel ist" (1967), ihre Kinokarriere zu beenden. Nach unzähligen erfolgreichen Hollywood-Produktionen ist es vielleicht gerade der weniger bekannte Film "Zwei auf gleichem Weg", der Hepburns schauspielerischem Können den größten Raum zur Entfaltung bot.

Erstellt: 21-11-05
Letzte Änderung: 18-01-07