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Geschichte auf ARTE

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Mittwoch, 13. Juni 2007 um 20.40 Uhr - 12/06/07

Zum dritten Pol

Die Dokumentation schildert das wechselvolle Leben des berühmten Alpinisten Günter Dyhrenfurth: von seiner Professur in Breslau, die er nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten niederlegt, vom Austritt aus dem Deutschen und Österreichischen Alpenverein, vom Verlust seines Vermögens und von zwei seiner bedeutenden Himalaja-Expeditionen. Außerdem erzählt sie vom Leben seines Sohnes Norman, der in die Fußstapfen der vom Alpinismus faszinierten Eltern tritt und zwischen 1952 und 1986 als Leiter, Kameramann oder Filmproduzent an sieben Himalaja-Expeditionen teilnimmt.

Im Rahmen der Olympischen Spiele von Berlin 1936 werden Günter Oskar Dyhrenfurth und seine Frau Hettie "für eine Reihe bemerkenswerter Bergbesteigungen und wissenschaftlicher Expeditionen im Himalaja" mit dem "Prix d'Alpinism", der Goldmedaille für Alpinismus, geehrt. Günter Oskar Dyhrenfurth wagt sich zur Medaillenverleihung nach Berlin. Seine aus einer jüdischen Familie stammende Frau bleibt in der Schweiz.

Die ungewöhnliche Familientradition der Dyhrenfurths als Himalaja-Pioniere und Filmemacher beginnt Ende der 20er Jahre des vorigen Jahrhunderts, als erstmals deutsche Bergsteiger im Wettlauf um die Erstbesteigung eines Achttausender-Gipfels den Himalaja betraten.

Die Dokumentation schildert zum ersten Mal das wechselvolle Leben von Günter Dyhrenfurth: Sie berichtet von seiner Professur in Breslau, deren Niederlegung nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten und Dyhrenfurths Austritt aus dem gleichgeschalteten deutschen und österreichischen Alpenverein. Außerdem erzählt sie von seiner Auswanderung in die Schweiz, dem Verlust des Vermö-gens und den zwei Expeditionen, die zu den bedeutendsten der frühen Himalaja-Erkundung gehören.
Der Film erzählt auch vom Leben seines Sohnes Norman Dyhrenfurth, der in die Fußstapfen der Eltern tritt und zwischen 1952 und 1986 an sieben großen Himalaja-Expeditionen teilnimmt, meist als Leiter, Kameramann oder Film-produzent. Norman Dyhrenfurth wandert 1937 im Alter von 19 Jahren in die USA aus. Er bringt es bis zum Professor und Leiter der Filmfakultät der University of California in Los Angeles.

Dreharbeiten auf dem Gipfelgrat des Mont Blanc (4.810 Meter) (Kameramann Denis Ducroz) Bildrechte: BR / © ExplorerMedia 2006Wendepunkt seines Lebens ist die Teilnahme als Expeditionsfilmer an der Schweizer Everest-Expedition 1952, die der britischen Erstbesteigung im folgenden Jahr den Weg bereitet. Norman Dyhrenfurth gibt die Professur auf und widmet sich ganz seiner Passion des Bergsteigens. Den Höhepunkt seiner Karriere als Leiter von Himalaja-Expeditionen erreicht Dyhrenfurth 1963: Bei der ersten Everest-Besteigung durch die Amerikaner führt er die Männer auf einer neuen Route über das Hornbein-Couloir. Es ist gleichzeitig die erste Über-schreitung eines Achttausenders. Dabei werden die ersten Filmaufnahmen vom Gipfel des Mount Everest gedreht, für die Dyhrenfurth von Präsident John F. Kennedy geehrt wird.

Jenseits der Expeditionsfilme folgen Hollywood-Spielfilme mit Clint Eastwood und Sean Connery, in denen der Berg seine eigene Rolle bekommt und Norman Dyhrenfurth seinen Abschied von der Welt des Expeditionsbergsteigens nimmt.

Zum dritten Pol
Dokumentation von Andreas Nickel, Jürgen Czwienk
ARTE/BR, Deutschland 2007, 52mn

Erstellt: 12-06-07
Letzte Änderung: 12-06-07