Zhao Wenliang und Yang Yushu leben in einer winzigen Wohnung eines Pekinger Hochhauses. Sie ist angefüllt mit Tausenden von Bildern, die die beiden Freunde im Laufe der letzten 50 Jahre gemalt haben. Sie verkaufen ihre Bilder nicht, denn diese sind die Verkörperung ihrer Gefühle und Erinnerungen.
Die beiden Künstler teilen das gleiche Trauma: Ihre Väter galten in Maos Volksrepublik als "Konterrevolutionäre", deswegen durften die Söhne nicht studieren, bekamen keine vernünftige Arbeit und wurden aus der Gesellschaft ausgeschlossen. Ihre Leidenschaft, das Malen, half ihnen, sich eine Gegenwelt zu schaffen und nicht zu verzweifeln - trotz Unterdrückung, Diskriminierung und Angst. Ihre Malerei entsprach keineswegs den Richtlinien der Kommunistischen Partei. Statt "Helden der Arbeit" oder "Erfolge des Sozialismus" zu porträtieren, drückten sie Stimmungen, Gefühle und Empfindungen aus. Das galt als "bourgeois" und war gefährlich. Während der Kulturrevolution wurde Yang Yushu gefoltert und inhaftiert, aber trotz aller Angst versuchten beide, auch unter schwierigsten Bedingungen weiter zu malen.
In den 70er Jahren scharten sich junge lernbegierige Menschen um Zhao Wenliang und Yang Yushu - die "Malfraktion vom Jadesee". Doch als die Kommerzialisierung begann, wurde den meisten Künstlern die Jagd nach Geld wichtiger als das Malen. Nur Zhao Wenliang und Yang Yushu blieben auch in der neuen konsumorientierten chinesischen Gesellschaft Außenseiter und Rebellen.
Die Geschichte der beiden Künstler Zhao Wenliang und Yang Yushu ist auch die Geschichte der Volksrepublik China - von Maos Sieg und der Kulturrevolution bis zur Kommerzialisierung heute - erzählt aus der privaten Perspektive einfacher Menschen, die die Auswirkungen dieser Geschichte am eigenen Leibe erfahren haben.
Zu sehen war "Zhao & Yang. Die Unbeirrbaren." beim Internationalen Dokumentarfilmfestival München 2007 und beim One World Human Rights Film-Festival Prag 2008.
Dokumentarfilm, Deutschland 2006, ZDF, Erstausstrahlung, 92 Min.Regie: Fang Yu, Monika von Behr