Die Richtlinie garantiert Zeitarbeitern ab dem ersten Einsatztag eine Gleichbehandlung mit Festangestellten, insbesondere in Bezug auf Bezahlung und Sozialversicherung. Denn in manchen Mitgliedsstaaten, z.B. in Großbritannien, erfahren Leiharbeiter auf demselben Arbeitplatz nicht dieselbe Behandlung wie Festangestellte.
In den einzelnen Ländern bestehen große Unterschiede hinsichtlich der Arbeitszeiten und des sozialen Schutzes. Zeitarbeit ist heute insbesondere in den neuen Mitgliedsstaaten auf dem Vormarsch, was mit der wachsenden Forderung nach Flexibilität auf dem Arbeitsmarkt zusammenhängt. In Krisenzeiten verlieren zuerst die Leiharbeiter ihre Arbeit. Doch selbst in Zeiten des Wachstums und der Schaffung neuer Arbeitsplätze haben sie nicht dieselben Arbeitsbedingungen wie Festangestellte. Zeitarbeiter sind anfälliger für Stress, Arbeitsunfälle und andere körperliche Risiken.

Ein Kommentar von Ulrike Bieritz, Rundfunk Berlin Brandenburg

Besteht heute angesichts der Krise eine allgemeine Tendenz zur Unsicherheit auf dem europäischen Arbeitsmarkt?
Die Unsicherheit breitet sich aus, und die europäischen Institutionen haben die Verabschiedung der Richtlinie lange unter verschiedenen Vorwänden blockiert. Es hat sechs Jahre gedauert, bis sie schließlich verabschiedet werden konnte. Diese Taktik hat auch zu Vorbehalten der Bürger gegenüber der Union geführt: Sie gewannen den Eindruck, die EU interessiere sich nur für den Binnenmarkt und seine Liberalisierung, während das europäische Sozialmodell auf der Strecke bleibt. Durchbrüche wie die europäische Richtlinie über Leiharbeit sind daher wichtig, um Missbrauch und Sozialdumping zu verhindern und zu verdeutlichen, dass das soziale Europa konkrete Fortschritte macht.






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