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Kino auf ARTE - 05/07/12

Zaïna - Königin der Pferde

(Zaïna, cavalière de l'Atlas)
Spielfilm, Algerien, Frankreich, Deutschland, 2005, ARD, 95 Min.
Regie: Bourlem Guerdjou, Drehbuch: Juliette Sales, Bourlem Guerdjou, Kamera: Bruno de Keyser, Schnitt: Joëlle Hache, Produktion: Rezo Productions, Prokino Filmproduktion, Produzent: Philippe Liégeois, Jean-Michel Ray, Maurice Bernart
Mit: Aziza Nadir (Zaïna), Sami Bouajila (Mustapha), Simon Abkarian (Omar), Michel Favory (Abdellatif), Assaad Bouab (Kadour), Lounès Tazaïrt (Barak), Hassam Ghancy (Djilhali), Taieb Ajedig (Moncef), Mohamed Bouhriri (Hassan), Mohamed Majd (Imam), Pazair (Zingal)

Nach dem Tod ihrer Mutter soll die junge Zaïna im Haus ihres verhassten Stiefvaters Omar leben. Doch das Mädchen weigert sich und folgt ihrem leiblichen Vater Mustapha in die Wüste. Omar will die Stieftochter zurückholen und verfolgt Mustapha, der mit seinen Männern zum legendären Pferderennen von Marrakesch reitet. Als Mustapha im Kampf schwer verwundet wird, darf Zaïna am großen Rennen teilnehmen - was Frauen eigentlich strengstens verboten ist.



Zaïna ist die Tochter einer Heilerin, von der sie sogar das Lesen und Schreiben lernte. Als die Mutter bei einem tragischen Unfall ums Leben kommt, wehrt das selbstbewusste Mädchen sich mit Händen und Füßen, um nicht in das Haus ihres verhassten Stiefvaters Omar zurückzumüssen. Lieber schließt sie sich ihrem leiblichen Vater Mustapha an, der gegenüber seiner Tochter noch eine Schuld zu begleichen hat. Aus Gründen der Stammesräson verstieß der Nomade einst Zaïnas Mutter, nachdem sie ein Tabu gebrochen hatte: Verkleidet nahm sie an dem prestigeträchtigen Agdal-Pferderennen teil, bei dem ausschließlich Männer starten dürfen. Nun ist Mustapha mit den besten Reitern seines Stammes erneut auf dem Weg nach Marrakesch, um dieses große Rennen endlich zu gewinnen. Während die Gruppe von Omar verfolgt wird, der seine Stieftochter mit Waffengewalt zurückholen will, lernt Zaïna ihren Vater allmählich kennen und verstehen. Er lehrt sie das Reiten und zeigt ihr, wie man seinen Hengst Zingal bändigt, ein pfeilschnelles Vollblut-Pferd, das sonst keinem gehorcht. Als Mustapha im Zweikampf mit Omar verwundet wird, ergreift Zaïna die Chance: Anstelle ihres Vaters nimmt sie am großen Rennen teil.

Nach seinem preisgekrönten Spielfilmdebüt "Vivre au paradis" ist dem algerischen Regisseur Bourlem Guerdjou eine packende Mischung aus orientalischem Märchen und modernem Actionfilm gelungen. Weit entfernt von Kitsch und Überzeichnung, erzählt "Zaïna - Königin der Pferde" die bewegende Initiationsgeschichte eines jungen Mädchens, das sich in einer rauen Männergesellschaft behauptet. Die archaische Zeitlosigkeit des Geschehens spiegelt sich in zurückhaltenden Dialogen, die ohne markige Sprüche und moderne Redewendungen auskommen. Der Film lebt von atemberaubenden Landschaftspanoramen und der Leistung der jungen Darstellerin Aziza Nadir in der Titelrolle. Seine Premiere feierte der Film 2005 in Locarno, wo er den Publikumspreis erhielt.
"Großartig fotografierte und einfühlsam gespielte Initiationsgeschichte voller spannender Momente, die zugleich eine fremde Kultur erhellt und diese unaufdringlich emanzipatorisch einbezieht", schreibt der "film dienst".

Zaïna - Königin der Pferde
Freitag 27. Juli 2012 um 14.40 Uhr
Keine Wiederholungen
(Algerien, Frankreich, Deutschland, 2005, 100mn)
ARD

Erstellt: 05-07-12
Letzte Änderung: 05-07-12