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Kino auf ARTE - 05/01/12

Yoyo, der Millionär

Frankreich 1964, ARTE F, Schwarz-Weiß
Regie: Pierre Étaix; Buch: Pierre Étaix, Jean-Claude Carrière; Kamera: Jean Boffety; Schnitt: Henri Lanoë; Musik: Jean Paillaud; Produzent: Paul Claudon; Produktion: C.A.P.A.C.
Mit: Pierre Étaix - (Yoyo, der Millionär), Philippe Dionnet - (Yoyo als Kind), Claudine Auger - (Isolina), Luce Klein - (Die Kunstreiterin)

Ein Millionär lebt ganz allein in einem großen Herrenhaus. Er sehnt sich nach seiner großen Liebe, einer Kunstreiterin, die er vor Jahren verloren hat. Doch wie es der Zufall will, begegnen sich die beiden, erneut und diese präsentiert ihm seinen Sohn Yoyo. Nachdem der Millionär sein ganzes Vermögen verloren hat, treten sie gemeinsam als Familienzirkus auf, doch Yoyo bleibt vom ehemaligen Lebensstil seines Vaters fasziniert. Auch er will endlich erleben, was es bedeutet, reich zu sein ...

Steinreich aber todunglücklich lebt ein Millionär in seiner gewaltigen Villa. Allein ist er nie, da er ständig von seiner Dienerschaft umgeben ist, doch die Liebe fehlt vollständig in seinem Leben. Immer wieder betrachtet er ein altes Foto seiner Geliebten, einer Kunstreiterin, die er vor Jahren verloren hat.
Eines Tages macht ein Wanderzirkus vor seinem Anwesen halt, und wie es der Zufall will, trifft der Millionär seine Artistin wieder, die eine Überraschung für ihn bereithält: Er ist Vater eines kleinen Jungen, Yoyo genannt. Die Familie findet wieder zusammen. Im Zuge der Weltwirtschaftskrise der 30er Jahre verliert der reiche Mann plötzlich sein gesamtes Vermögen. Fortan reisen Yoyo und seine Eltern als kleiner Familienzirkus durch das Land - arm, aber glücklich.
Zehn Jahre später ist Yoyo ein berühmter Clown geworden, doch wirklich glücklich ist er nicht. An ihm nagt die Erinnerung an den ehemaligen Reichtum seines Vaters, den er nur kurz erleben durfte. So setzt er sich ein neues Ziel: Auch er will reich werden, so wie sein Vater. Doch ob er dabei sein Glück findet, bleibt abzuwarten.

Wie in kaum einem anderen seiner Filme hat Étaix so sehr seiner Liebe zu den Größen des Stummfilms Ausdruck verliehen, wie hier: Die erste halbe Stunde des Films kommt vollständig ohne gesprochene Dialoge aus und beschränkt sich auf die Verwendung weniger eingeblendeter Texttafeln. "Yoyo, der Millionär" ist eine wehmütige Hommage an die Kunst und das Lebensgefühl des Zirkus', welche im Laufe des 20. Jahrhunderts durch das Fernsehen immer mehr in Vergessenheit geraten sind. Ebenso ist der Film ein Moralstück darüber, dass materielle Dinge alleine nicht glücklich machen.
"Yoyo, der Millionär" erhielt 1965 den "Grand Prix de la Jeunesse" in Cannes sowie den "Grand Prix de l'Office Catholique International du Cinéma" in Venedig.

Yoyo, der Millionär
Montag 2. Januar 2012 um 23.30 Uhr
Keine Wiederholungen
(Frankreich, 1964, 94mn)
ARTE F

Erstellt: 22-12-11
Letzte Änderung: 05-01-12