Yael Naim
Die reine Kraft ihrer Stimme ist schon Musik. Ihre Lieder durchqueren Sprache um Sprache, Land um Land, von Israel bis hin nach Paris. Klassisches Klavier, väterlicher Pop, Vorliebe für Jazz und Folk, lauter leichte und strahlende Spuren, die in ihren kristallklaren Balladen und in der maßvollen Ästehtik von David Donatiens Arrangements nachklingen.
Die Website von Yael Naim und David Donatien
Yael Naim und David Donatien bei tôt Ou tard
Yael Naim interpretiert folgende Titel:
Levad
Toxic
New soul
Sheket
A man from another woman
If you could see
God
Far far
Lachlom
Yael Naim wird begleitet von:
Laurent David * sein Myspace
Julien Feltin * sein Myspace
Xavier Tribolet * sein Myspace
Yael Naims Biografie
1978 erblickt Yael Naim als Tochter zweier Tunesier das Licht der Welt in Paris. Nur vier Jahre später beschließt die jüdische Familie, nach Israel auszuwandern, wo Yael einen Großteil ihrer Kindheit in der Kleinstadt Ramat Ha-Sharon, ganz in der Nähe von Tel Aviv verbringt. Schon als kleines Mädchen kann sie die Finger nicht von ihrem Lieblingsspielzeug, einer winzigen Orgel, lassen. Yaels Leidenschaft und Faszination für Instrumente bleibt auch den Eltern nicht verborgen, die ihr bald darauf ein richtiges Piano schenken. Es folgen viele Jahre Klavierunterricht, in denen Yael nicht nur ihre Leidenschaft für die Klassik entdeckt und ein Konservatorium besucht, sondern auch Beatles-Platten lieben lernt und sich gesanglich an Aretha Franklin-Stücken versucht. Im Alter von 18 Jahren beginnt Yael Naim ihre Karriere als Songwriterin, indem sie neue Texte zu Joni Mitchell-Songs verfasst. Doch noch ist sie sich ihrer musikalischen Ausrichtung viel zu unsicher, um auch ihre eigenen Melodien zu kreieren. Nicht nur Klassik, Pop und Soul haben es ihr angetan, auch mit Jazz- und Folksongs kann sie sich inzwischen identifizieren.
Als die 22-Jährige 2000 zu einem Charity Konzert nach Frankreich reist, weiß sie noch nicht, dass dieser Auftritt über ihre Zukunft entscheiden wird. Im Publikum befinden sich mehrere Produzenten des Labels EMI, die sofort hellauf begeistert sind von der schönen, schwarzhaarigen Sängerin und ihrer glockenklaren Stimme. Es dauert nur vier Tage, bis Yael Naim ihren ersten Plattenvertrag unterzeichnet. Yaels Name macht die Runde und der Regisseur Elie Chouraqui engagiert sie für die Rolle von Myriam in seinem Musical Les Dix Commandements. Er macht ihr auch das Angebot, den Soundtrack für den Spielfilm Harrison’s Flower zu schreiben. Eine Zeit ihres Lebens, die die junge Komponistin nicht mehr missen möchte: „Es war eine faszinierende Erfahrung, diesen Prozess zweieinhalb Jahre lang zu durchleben.“ Um so unzufriedener ist sie dafür mit ihrem Debütalbum In A Man’s Womb, das 2001 erscheint. „Es war ein Selbstbetrug, denn ich hatte alles dafür aufgegeben“, so Naim desillusioniert über ihr Erstlingswerk.
Nach einer Zeit der Selbstzweifel und wenigen künstlerisch interessanten Projekten, trifft sie 2004 auf David Donatien, einen äußerst vielseitigen Musiker. David ist ein Perkussionist westinischer Herkunft, der seit mehr als 15 Jahren zahlreiche und vielseitige Erfahrungen mit den unterschiedlichesten Musikern angesammelt hat, von Bernard Lavilliers bis zum Elektomusiker Junior Jack, von Wassis Diop bis zu Malia. Er wechselt ebenso leicht die musikalischen Genres wie seine Instrumente und hat immer über die Grenzen seiner Berufung zum Rythmischen hinausgedacht und sich in seinen Projekten auch als Arranger engagiert. In ihm findet Yael die Inspiration, die sie jahrelang vermisst hat. Donatien überredet Yael dazu, in ihrer Muttersprache Hebräisch zu singen; zusammen schreiben und arrangieren sie Songs, bis drei Jahre später endlich genug Material für ein neues Album entstanden ist. Ihre Komplizenschaft und Komplementarität hat sie dazu geführt, sich heute als Gruppe anzusehen.
Die Instrumentierung des Albums Yael Naim, das 2007 bei tôt Ou tard erscheint, ist minimalistisch und doch sehr farbig, mit Blechblasinstrumenten, Mellotron, Cello und einigen Programmierungen. Die 13 Songs wurden in der Pariser Wohnung der jungen Musikerin aufgenommen und sind Ausdruck eines Teils ihrer Lebensgeschichte, traurig oder melancholisch. Manche verlieren sich in Träumerein, andere schöpfen aus einer wiedergefunden Ausgeglichenheit. Beim Hören dieser musikalischen Kleinode wird man vielleicht an alte Bekannte wie Tori Amos oder Fiona Apple denken. Und doch findet man keineswegs zu viele Anleihen und musikalische Anklänge in Yaels Album, das vielmehr eine ungetrübte Ehrlichkeit und musikalische Klarheit ausdrückt. Man staunt sogar darüber, dass diese Songs einem so vertraut verkommen, obwohl sie gleichzeitig ganz neu in unseren Ohren klingen. Liegt es an der Prädominanz des Hebräischen, eine Sprache die selten in einem solchen Kontext gesungen wird und die sich dennoch als ebenso universell entpuppt wie das Portugisiesche einer Cesaria Evora? Oder ist es einfach die Persönlichkeit der jungen Frau, die diese Frische verströmt, ist es diese „neue Seele, die auf diese seltsame Welt gekommen ist um ein bisschen zu lernen“?







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