Flatz ist nicht zimperlich: Er ließ ein Haus zur künstlerischen Entsorgung in die Luft sprengen, warf in Zeiten von BSE mitten in Berlin eine tote Kuh aus dem Helikopter und positionierte einen gold gestrichenen Wohnwagen im Geäst eines Baumes. Die Aktionen des österreichischen Künstlers Flatz sind spektakuläre Happenings, bei denen Gewalt und Aggression essentieller Bestandteil sind. Seine Spezialität: Performances, bei denen er den eigenen Körper als künstlerisches Mittel einsetzt. 1999 testete er beispielsweise in Tiflis an sich selbst Foltermethoden aus dem zaristischen Russland. Fünf Minuten lang wurde er, kopfüber an den Beinen aufgehängt, zwischen zwei Stahlplatten wie ein Glockenklöppel hin und her geschleudert. Bis er ohnmächtig wurde. Bei der Aktion „schuldig – nicht schuldig“ im Januar in Innsbruck zerbrach sich Flatz öffentlich den Kopf übers Gefangensein. Er schlug sich so lange den Schädel ein, bis der letzte Zuschauer die Flucht ergriffen hatte.
Flatz: „Mit dem Körper zu arbeiten, ist für mich wie ein Maler, der Pinsel, Leinwand und Farbe hat und für mich ist halt der Körper das Ausdrucksmittel und Raum und Zeit. Schmerz ist ein Stilmittel, ein Mittel, das ich einsetze. Wie van Gogh eben irgendwann mal ein Gelb gefunden hat, das so stechend ist. Wenn du das Gelb von van Gogh gesehen hast, wirst du es nie vergessen, weil es dich emotional berührt hat und für mich ist halt der Körper ein ganz starkes und direktes Ausdrucksmittel und ein Teil davon ist eben auch Schmerz. Jeder Mensch hat Angst vor Schmerzen, ich natürlich auch, und sich dem anzunehmen oder frei zu werden davon, heißt damit umzugehen.“
Flatz Museum Marktstraße 33 6850 Dornbirn - Autriche