Montag, 19.10.09 um 23.30 Uhr - 19/10/09
Wo ist die Mauer?
Die Dokumentation "Wo ist die Mauer?" begleitet den japanischen Fotografen Takahisa Matsuura auf der Suche nach dem, was in Berlin von der Mauer blieb. Sie stellt Menschen vor, die die Mauer gebaut, abgerissen und aufbewahrt haben. Und sie führt an Orte in aller Welt, an denen Mauerstücke gelandet sind.
In den 80er Jahren hat Takahisa in Berlin studiert und über 2.000 Fotos von der Mauer geschossen. Nun unternimmt er den Versuch, ihren Verlauf zu rekonstruieren. Beginnend am Brandenburger Tor begibt er sich auf eine Tour entlang des ehemaligen Grenzstreifens, immer getrieben von der einfachen Fragestellung, was von der Berliner Mauer heute noch zu sehen ist. Dabei trifft er auf Laubenpieper, hinter deren Grundstück die Mauer verlief, Gebrauchtwagenverkäufer, die auf dem Mauerstreifen ihre Autos verkaufen und Eigenheimbesitzer, die dort ihr Häuschen errichtet haben.
Es sind die Schicksale vieler Menschen, die mit der Berliner Mauer verbunden sind. Meist werden sie jedoch nur in den Kategorien "Opfer" und "Täter" geschildert. Die Dokumentation sucht einen anderen, weniger voreingenommenen Zugang. Sie führt beispielsweise zu Gerhard Falk, dem Direktor des Werkes, in dem die Mauerteile hergestellt wurden, und zu Hagen Koch, der als junger Stasimann den Mauerverlauf kartographierte, 1990 als Denkmalschutzbeauftragter der Regierung de Maizière den Rückbau der Mauer überwachte und nun ein privates Mauermuseum betreibt.
Ausgehend von der Lücke im Berliner Stadtbild ist die Dokumentation eine filmische Recherche auf den Spuren einer "verschwundenen Immobilie". Die Mauer selbst, in An- und Abwesenheit, ist die erzählerische Mitte des Films, sie trägt die Erzählung und ist immer da - sowohl in der Realität als auch in der Imagination der Zuschauer.
Wo ist die Mauer?
Montag 19. Oktober 2009 um 23.30 Uhr
Keine Wiederholungen
(Deutschland, 2009, 86mn)
ZDF
Erstellt: 21-09-09
Letzte Änderung: 19-10-09