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Jimmy Buzzard (Real Audio, 7'33'')
Liquid Music (Real Audio, 5'04'')
But where? (Real Audio, 4'42'')Michel Wintsch, Christian Weber und Christian Wolfarth sind Jazzmusiker, die lieber Staub aufwirbeln, als dass sie sich mit verstaubten Jazzstandards abgeben. Hierfür können sie aus vielfältigen musikalischen Projekten schöpfen, in die sie involviert sind, die von Progressivrock bis Oper und von LowFi-Electro bis Freejazz reichen. Und darüber hinaus zeichnet die Musiker eine eigenwillige Spielweise ihrer Instrumente aus, vor allem die des Schlagzeugers Wolfarth.
Sein erstes Schlagzeugset hat Wolfarth als Jugendlicher nach seinen individuellen Vorstellungen und Bedürfnissen aufgebaut, weil er keine Anleitung hatte. Aus der Not wurde eine Tugend und so spielt er aktuell ein Set, das nur noch rudimentär an ein Schlagzeug erinnert. Bassdrum und Hi-Hat fehlen gänzlich, stattdessen experimentiert er mit einzelnen Toms und Becken, auf denen er mit bloßen Händen, Cellobögen, Tannenzapfen oder Saxofonblättern kuriose und einzigartige Klänge hervorruft. Gleichzeitig eröffnet Wolfarth mit seinen offenen Perkussions-Rhythmen ungewohnte Freiräume für seine Mitmusiker.
Allein durch das Fehlen der Bassdrum ist das komplette Klangspektrum des Kontrabass’ wahrnehmbar, und Weber weiß dies zu nutzen. Er zupft und streicht die Saiten, er spielt Läufe oder lässt einzelne Töne lange ausklingen, in allen Höhen und Tiefen seines Instruments. Auch der Pianist Wintsch fügt sich kongenial in den impulsgebenden Dialog der Rhythmusgruppe ein und wechselt zwischen akzentuiertem und mäanderndem Pianospiel. Wintsch, Weber und Wolfarth berühren und stoßen sich ab, sie umkreisen und vereinigen sich in ihren Improvisationen und lassen sich dabei stets Raum für individuelle Experimente. Es lohnt, sich die Zeit zu nehmen und sich diesen drei exzellenten Musikern und ihren wunderbaren Improvisationen voll und ganz zu widmen. Denn die Musik des Trios strahlt zugleich eine unglaubliche Energie und Eleganz, Ruhe und Dynamik aus und überrascht darüber, wie viel Ungeahntes sich hinter einer klassischen Jazz-Besetzung verbergen kann.
Matthias Schneider







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