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Who's Afraid of America?

(2): Krieg und Frieden

Dossier
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Dienstag, 21. Oktober 2008 um 00.00 Uhr

Wiederholungen:
29.10.2008 um 05:00
Who's Afraid of America?
(Deutschland, 2008, 52mn)
ZDF
Regie: Hannes Rossacher

16:9 (Breitbildformat)

Quo vadis, America? Die vierteilige Dokumentationsreihe "Who's Afraid of America" beschreibt den Zustand einer Nation in der Vorwahlzeit und macht schlaglichtartige Bestandsaufnahmen der amerikanischen Gesellschaft. Sie kommentiert und analysiert das, was die USA so faszinierend und furchterregend zugleich erscheinen lässt - aus der Perspektive der Musik und ihrer Protagonisten. In dieser Folge: Weltpolizei oder imperiale Macht? Die moralische Führungsrolle der USA hat nach dem Zweiten Weltkrieg stark gelitten. Wo stehen die USA gegenwärtig bei der Frage "Krieg oder Frieden"? Im zweiten Teil von "Who's Afraid of America" geben Friedensaktivisten, Musiker, Künstler und Veteranen Auskunft über die Stimmungslage der Nation in der Vorwahlzeit. ARTE fragt: Wie soll es weitergehen beim Thema "Krieg und Frieden", wenn neue Konfrontationen anstehen?

(2): Krieg und Frieden

Graham Nash zog vor zwei Jahren mit der "Freedom of Speech"-Tour von "Crosby, Stills, Nash & Young" durch die Staaten. Kaum einer kann besser die Frage beantworten, ob es Parallelen zur Friedensbewegung des Vietnamkriegs gibt und ob es sich tatsächlich um ein "Déjà-vu" handelt - so der Titel seines in den Kinos gerade gestarteten Konzertfilms. Haben die Irak-Gegner heute überhaupt eine gewichtige Stimme angesichts der Macht der Ultrakonservativen?
Denn eines ist sicher: Der Irak-Krieg spaltet Amerika wie schon lange kein Thema mehr. Cindy "Peacemum" Sheehan kandidiert in Kalifornien für ihren Heimatbezirk. Ihr Sohn, der Stabsgefreite Casey Sheehan, war 24 Jahre alt, als er 2004 bei Bagdad ums Leben kam - fünf Tage nach seiner Ankunft im Irak. Im August 2005 hielt sie vor der Ranch des Präsidenten Bush eine Mahnwache, Hunderte begleiteten sie. Eine Begegnung mit dem Präsidenten machte sie nach eigenen Angaben noch zorniger. Ist Cindy Sheehan eine typische Amerikanerin, die einfach selbst das Heft in die Hand nimmt?
An der University of Maryland besucht das Kamerateam den Professor für Zivilgesellschaft Benjamin R. Barber, einer der einflussreichsten Politikwissenschaftler der USA. Er war innenpolitischer Berater der Clinton-Regierung und bezieht Stellung zur Zukunft der Hegemonial-Macht USA und zur "Neuen Weltordnung".
In anschaulicher Weise macht das auch Jon Kessler. Seine ratternden, kreisenden, wackelnden oder wie ein Artilleriefeuer knatternden Installationen können kaum ein Versuch sein, es mit der technologischen Macht der Instanzen aufzunehmen, die Bilder von Terrorismus und Krieg global verbreiten. Letztlich zeigen aber Kesslers Apparaturen die "gordische Verstrickung" der USA in den Krieg.
Aus einem anderen Blickwinkel beleuchtet dies auch Folk-Sänger Arlo Guthrie. Der Sohn der Folk-Legende Woody Guthrie trat bereits 1967 auf dem New Port Festival und zwei Jahre später in Woodstock auf. Wie kam es aus seiner Sicht zu dieser unheilvollen Verstrickung der USA in den Vietnam- und Irak-Krieg? Und ist die heutige Protestbewegung noch zeitgemäß?
Vielleicht kann El Vez, der selbst ernannte Mexican Elvis, da weiterhelfen. Das Kamerateam fährt nach San Francisco, um seiner Performance beizuwohnen: Verkleidet als Uncle Sam, entert El Vez die Bühne. Sein Motto: El Vez for President 2008. Dabei spielt er mit den weltweit bekannten Bildern und Mythen des King of Rock'n'Roll und macht sich selbst zum Vertreter eines "anderen Amerikas". Was sagt der mexikanische Präsidentschaftskandidat zu Obama? Werden alle Minderheiten im Wahlkampf berücksichtigt? Und wie steht er zu Bushs Irak-Politik?
Für Vietnam-Veteran William Rider ist klar, dass jeder Krieg auch Verlierer hat. Für ihn sind es vor allem die Soldaten, die zurückkehren. Rider ist Leiter der American Combat Veterans of War und gibt jungen Veteranen Hilfestellung um mit PTSD (Post Traumatic Stress Disorder, Posttraumatische Belastungsstörung) fertig zu werden. Etwa 18 Soldaten begehen in den USA täglich Selbstmord; sie werden mit ihren Kriegs-Erlebnissen nicht fertig. Professor Ronald W. Maris, Leiter des Suicide Center in South Carolina, stellt den aktuellen Stand der Forschung vor und schildert, wie Irak-Veteranen wieder integriert werden können.
In New York gibt Amy Goodman der politischen Linken eine Stimme, im wörtlichen Sinn. "Democracy Now!" ist das Flagschiff von Pacific Radio, und Goodman sorgt mit ihrer Radioshow dafür, dass Themen abseits des Mainstreams Gehör finden. Bill Clinton bezeichnete Goodman nach einem Interview als feindlich, streitlustig und respektlos. Für die Journalistin war dies sicherlich ein Kompliment.
Protagonisten des zweiten Teils: Graham Nash, Ronald W. Maris , Benjamin R. Barber , Jon Kessler (Installations-Künstler), Arlo Guthrie , Cindy Sheehan , Matthew Taibbi , Veteran William Rider aus Los Angeles, Amy Goodman (Democracy Now!), El Vez