Freitag, 24. Oktober 2008 um 21.00 Uhr
Wiederholungen:
08.11.2008 um 00:30
Liebe und Revolution
(Frankreich, 2008, 100mn)
ARTE F
Regie: Jacques Martineau, Olivier Ducastel
Kamera: Matthieu PoirotDelpech
Schnitt: Dominique Galliéni
Darsteller: Christine Citti, Fejria Deliba, Gaëtan Gallier, Kate Moran, Laetitia Casta, Marc Citti, Matthias Van Khache, Yann Trégouët, Yannick Renier
Autor: Jacques Martineau, Olivier Ducastel
Kostüme: Catherine Rigault
Ausstattung: Denis Moutereau
Maske: Valérie Thery
Produktion: ARTE France, Les Films Pelleas
Produzent: Lola Gans, Philippe Martin
Redaktion: Isabelle Huige
Ton: Julien Bourdeau, Olivier Dô Hùu, Régis Muller
Der Studenten-Aufstand im Mai 68 in Paris hat Catherine, Yves und Hervé für die Revolution begeistert. Fern von Paris wollen sie in einer Kommune ihre Utopie einer idealen Gemeinschaft ohne Tabus leben. Doch ist der gemeinsame Traum der Freiheit mit der Wirklichkeit vereinbar? Werden die Freunde auf der Suche nach Selbstverwirklichung dauerhaft zusammenleben können?
Mai 68 in Paris: Die 20-jährige Studentin Catherine stammt aus einer streng konservativen Familie. Ihrer autoritären Erziehung zum Trotz schließt sie sich der politischen Protestbewegung an und prangert mit ihren beiden Liebhabern Yves und Hervé den Materialismus und die bestehende rigide Gesellschaftsordnung an. Als die besetzte Sorbonne mit massivem Polizeieinsatz und Tränengas gestürmt wird, erfassen die Unruhen das ganze Quartier Latin. Gemeinsam mit ihren Kommilitonen schließen sich die drei Freunde den Demonstranten gegen die konservative Regierung Charles de Gaulle an.
Zwei Jahre später: Yves ist inzwischen Lehrer. Er lebt mit Catherine zusammen, die kurze Zeit später ihr gemeinsames Kind Ludmilla zur Welt bringt. Dann taucht Jérémie auf, ein Fahnenflüchtiger, der bei den beiden unterkommt und ihnen von einem abgelegenen Hof im Süden Frankreichs vorschwärmt. Gemeinsam mit ihren Freunden und ihrer Tochter Ludmilla ziehen Yves und Catherine in den Süden und gründen auf dem heruntergekommenen Hof eine Gemeinschaft ohne Tabus.
Es herrscht absolute Harmonie unter den Freunden. Zusammen renovieren sie die Farm und praktizieren untereinander freie Liebe. Bald bringt Catherine auch ihr zweites Kind Boris zur Welt. Doch allmählich lässt die anfängliche Euphorie nach: Catherines Bruder Michel verlässt die Gemeinschaft und zieht bei den Nachbarn Maryse und Serge ein. Auch die anderen verlassen den Hof, so dass am Ende nur Catherine, ihre Freundin Caroline und die beiden Kinder übrigbleiben. Doch dann taucht Hervé plötzlich wieder auf und es kommt zu tragischen Vorfällen.
Die erste Episode von "Liebe und Revolution" endet mit einer neuen Ära: François Mitterrand wird am 10. Mai 1981 zum Präsidenten gewählt.
Den Regisseuren und Drehbuchautoren Ducastel und Martineau ist mit "Liebe und Revolution" ein eindringliches Porträt einer Generation gelungen, das durch die schauspielerische Glanzleistung der nie gefallsüchtigen Laetitia Casta besticht. Angefangen von den Studentenaufständen im Mai 1968 bis zur Wahl von Sarkozy zum Präsidenten im Jahre 2007 beleuchten sie in zwei Teilen die letzten 40 Jahre französischer Geschichte. Raffiniert verweben sie dabei das Schicksal von Catherine und ihren Freunden mit den politischen Ereignissen in Frankreich. Freie Liebe, idealistische Utopie und Selbstverwirklichung werden genauso wie Homosexualität, Vergänglichkeit und der Kampf gegen Aids zum Thema gemacht.
Ducastel und Martineau sind als Regisseure und Drehbuchautoren seit Jahren ein eingespieltes Team. Gemeinsam schrieben sie die Drehbücher und führten Regie bei "Jeanne et le garçon formidable" (1998), "Felix" (2000), "Mein wahres Leben in der Provinz" (2002) und bei "Meeresfrüchte" (2005, auf ARTE am 30.09.2008).
Es heißt, sie sei die schönste Frau der Welt: Laetitia Casta - das erotische Model aus Frankreich. Doch nicht nur als Gesicht einer Parfümmarke oder auf dem Laufsteg, sondern auch als Filmschauspielerin überzeugt die 30-Jährige durch ihre strahlende Erscheinung. Sie bewies ihr Talent unter anderem als bezaubernde Falballa in der Comic-Verfilmung "Asterix und Obelix gegen Cäsar" (1999; Regie: Claude Zidi), als Thérèse in "Die Starken Seelen" (2001; Regie: Raoul Ruiz) und als Lou in "Der Irrläufer" (2003; Regie: Damien Odoul). In "Liebe und Revolution" erhielt sie für ihre grandiose Umsetzung der charakterstarken Catherine den Filmpreis "Swan d'or" als Beste Darstellerin des Festivals Cabourg. Momentan steht sie für "Visages" von Ming-liang Tsai vor der Kamera.
Ebenfalls mit dem "Swan d'or" des Cabourg-Festivals wurde Yannick Menier für seine Rolle als Yves ausgezeichnet.
Auch Yann Trégouët, der die Rolle von Hervé inne hat, ist der Filmwelt kein unbekanntes Gesicht mehr. Im Jahre 1993 feierte er sein Film-Debüt in Krzysztof Kieslowskis "Drei Fraben - Blau" an der Seite von Juliette Binoche. Danach folgten Rollen in "Der kleine Dieb" (1999; Regie: Erick Zonca), "Die Stadt frisst ihre Kinder" (2000; Regie: Robert Guédiguian) und in "Wut in den Städten" (2007; Regie: Philippe Triboit).