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Tracks

Los Angeles

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Freitag, 14. November 2008 um 22.35 Uhr

Wiederholungen:
15.11.2008 um 03:00
Tracks
(Deutschland, 2008, 52mn)
BR

16:9 (Breitbildformat)

In der Londoner Rockszene macht sich bereits abgestandene Luft breit, Zeit für "Tracks" die Örtlichkeit zu wechseln. Der neue Vitaminstoß für die Popkultur kommt aus Los Angeles. Die Filmstadt bietet gerade alles, was man eigentlich nicht von ihr erwartet. Im Club "The Smell" in Downtown-L. A. haben Bands dem Cooperate Rock und dem Mainstream den Kampf angesagt. Ihr Motto: Do it yourself. Und so schöpfen Bands wie Mika Miko, Abe Vigoda oder No Age aus der Ursuppe des Punks, und sagen Nein zu perfekter Produktion, Hochglanz und Kommerz. Und auch im Pornogeschäft stehen nicht mehr aufgespritzte Blondinen vor der Kamera - AltPorn, der alternative Porno ist das Geschäft der Stunde. Außerdem in diesem "Tracks"-Spezial: die neue Lässigkeit der Stand Up Paddle Surfer, die Geheimnisse eines Supergroupies und die verstörende Welt des Street-Artist David Choe.

(1): The Smell - "The club that saves a city"
Der kleine Underground-Club "The Smell" ist derzeit einer der spannendsten Orte auf der Indie-Weltkarte. Er liegt in einer schäbigen Gasse in Downtown Los Angeles und versprüht nur wenig Glamour. Nach Ansicht des britischen Musikmagazins NME ist The Smell sogar "The club that saves a city". Und drinnen riecht es nach Teen Spirit: Denn "The Smell" ist ein All Ages-Club, Alkohol wird hier nicht verkauft und alle Konzerte kosten nur fünf Euro Eintritt. Die bekannteste Band aus dem Clubkosmos ist derzeit das Gitarre-Schlagzeug-Duo No Age, dessen aktuelles Album "Nouns" von der Musikpresse hymnisch gefeiert wird. Aber auch die Riot Girls Mika Miko und die Tropical Punks "Abe Vigoda" sorgen gerade ordentlich für Radau. "Do it yourself" ist hier nicht nur irgendein Sticker auf der Klotür. "The Smell" hat diese alte Punk-Parole wieder nach oben gespült und erinnert daran, dass Communities eigentlich mehr sind als MySpace-Freundeskreise.

(2): Stand Up Paddle Surfing - Wellengleiten statt Wellenreiten
Surfen ist ebenso prototypisch kalifornisch wie Im-Stau-Stehen und Sich-die-Lippen-Aufspritzen-Lassen. Doch seit einiger Zeit bekommen die traditionellen Surfer Konkurrenz im Kampf um die beste Welle. Denn immer mehr Kalifornier entdecken einen Sport wieder, der in den 50ern auf Hawaii von den Waikiki Beach Boys erfunden wurde: das Stand Up Paddle Surfing. Die Boards sind länger und wuchtiger als die normalen Bretter, gesurft wird im Stehen und mit einem großen Paddel. Mit dessen Hilfe kann man notfalls nicht nur Haie erschlagen und Müll aus dem Meer fischen, sondern vor allem majestätisch über das Wasser gleiten. Die SUP-Surfer, wie sie genannt werden, sind entspannter als ihre auf dem Brett liegenden Wellenreiter-Kollegen, denn sie sind beseelt vom Aloha Spirit. Das Epizentrum des SUP-Surfing befindet sich im Süden von Los Angeles, in der Gegend rund um das Küstenstädtchen San Clemente. "Tracks" hat sie getroffen, die neuen Helden der Meere.

(3): Pamela Des Barres - Das Supergroupie der 70er Jahre
Während der gemeine Fan immer weit entfernt von der Bühne die diversen Rockgötter anhimmeln muss, hat es Pamela Des Barres ins Bett von so einigen Gitarreros geschafft. "Tracks" hat es immerhin bis ins Haus des beliebtesten Groupies der 70er Jahre in Los Angeles geschafft. Und bei einer Tasse Tee plaudert Miss Pamela im Interview der Woche ein paar Geheimnisse aus: Wie Jim Morrison sie von Drogen abhielt, was es mit der Peitschenkollektion von Jimmy Page auf sich hat oder wer jetzt aber nun wirklich der beste Liebhaber aus der Rockriege ist. Miss Pamela kennt sich aus!

(4): Eon McKai - Der "Prince of AltPorn"
Los Angeles - oder vielmehr das nahe gelegene San Fernando Valley - ist die Hochburg der weltweiten Pornoproduktion. Während in den konventionellen "Adult Movies" blonde Silikon-Bunnies dominieren, zeigt der Regisseur und Produzent Eon McKai in seinen Filmen Mädels und Jungs, die auch im Café an der Ecke arbeiten könnten, Punks ebenso wie Skater oder Rocker. Er gilt als "Prince of AltPorn", als Prinz des alternativen Pornos. In seinem aktueller Film "The Doll Underground" geht es um ein paar junge Gothic-Mädels, die in L. A. eine Terrororganisation gründen, um den Kapitalismus zu bekämpfen - hört sich nach Politdrama an, ist aber Porno. Denn, so schreibt Eon McKai auf seiner Website, um jedes Missverständnis auszuräumen: "Eon McKai makes smut!"

(5): David Choe - Streetart ohne Kompromisse
David Choe hat auf der ganzen Welt Wände besprüht, in Vietnam ebenso wie im Gazastreifen oder in der Demokratischen Republik Kongo. Dorthin ist er schon als Teenager gereist, um nach den Dinosauriern zu suchen, die dort angeblich noch im Urwald leben sollen. Gefunden hat er keine, aber dafür jede Menge Ärger bekommen. Wie überhaupt überall, wo er sich für längere Zeit aufhält. In Japan saß er drei Monate im Gefängnis. Warum, weiß keiner so genau.
Der Dokumentarfilm "Dirty Hands: The Art and Crimes of David Choe" dokumentiert die vergangenen Jahre im Leben des Ausnahmekünstlers. Er zeigt einen Menschen, der alles obsessiv macht, egal ob Computerspielen, Pornogucken oder Zeichnen. Doch gerade wegen dieser Obsession hat er unzählige, großartige Kunstwerke hervorgebracht, nicht nur Graffitis, auch Ölbilder, Skulpturen, und Fotografien, die längst in den großen Kunstgalerien zu sehen sind.