Français

Home > Programm
TV Guide

21:00
per E-Mail verschicken
per E-Mail verschicken
Meine Wiederholung
Meine Wiederholung

Torpedos im Morgengrauen - Das letzte Schlachtschiff des Kaisers

Die "SMS Szent István" zählt zu Beginn des 20. Jahrhunderts zu den vier Großkampfschiffen im Dienst der k.u.k-Kriegsmarine. Ihr Einsatz soll im Juni 1918 eine Wende in der schwierigen Kriegssituation der Habsburger Monarchie bringen.

Samstag, 1. November 2008 um 21.00 Uhr

Wiederholungen:
02.11.2008 um 01:00
Torpedos im Morgengrauen - Das letzte Schlachtschiff des Kaisers
(Frankreich, Österreich, 2008, 51mn)
ARTE / ORF
Regie: Maria Magdalena Koller
Autor: Maria Magdalena Koller
Produzent: Heinrich Mayer, Peter Bardehle, Rudolf Klingohr

Stereo 16:9 (Breitbildformat)

Die "SMS Szent István" zählt zu Beginn des 20. Jahrhunderts zu den vier Großkampfschiffen im Dienst der k.u.k-Kriegsmarine. Ihr Einsatz soll im Juni 1918 eine Wende in der schwierigen Kriegssituation der Habsburger Monarchie bringen. Doch eine geplante Großoffensive in der Adria misslingt. Die "Szent István" wird von italienischen Torpedos versenkt. 89 von mehr als 1.000 Besatzungsmitgliedern kommen ums Leben. Dass die Zahl der Opfer nicht höher liegt, ist dem beherzten Einsatz des Unteroffiziers Franz Dueller zu verdanken. Das Doku-Drama erzählt die atemberaubende Geschichte des Untergangs der "Szent István" innerhalb des Programmschwerpunkts "1918".

Die "SMS Szent István", im Januar 1914 im Hafen von Fiume vom Stapel gelaufen, ist eines von vier Großkampfschiffen der österreichisch-ungarischen Kriegsmarine. Das Schiff gilt als Herzstück der k.u.k.-Flotte und liegt genau 937 Tage untätig im Kriegshafen von Pula, ehe es am 9. Juni 1918 gemeinsam mit dem Schwesternschiff "Tegetthoff" zu einer Großoffensive ausläuft. Es geht um den Angriff auf die Sperre von Otranto. Mit dieser Offensive hofft Österreich-Ungarn, die bedrohliche Kriegslage wenden zu können. Doch dazu kommt es nicht.
Am 10. Juni um 3.15 Uhr wird die "Szent István" von zwei Torpedos getroffen und versinkt in der Adria. Der Untergang des gigantischen Kampfschiffes ist die Folge einer dramatischen Kettenreaktion, die mit dem verspäteten Auslaufen des Schiffes ihren Anfang nimmt. Die geplante Feindfahrt sollte möglichst lange geheim bleiben, so vergisst man, die Hafensperre rechtzeitig zu öffnen. Ein Zwischenfall, der zu einer Stunde Verspätung führt. Um den Zeitverlust aufzuholen, wird die Fahrgeschwindigkeit erhöht. Die dadurch entstehende Rauchentwicklung, die auch auf feuchte Kohle zurückzuführen ist, verrät die Lage des Schiffes. Es wird von einem italienischen Torpedoboot entdeckt und torpediert.
Der erfolgreiche Schütze heißt Luigi Rizzo. Seine kühne Aktion vereitelt den Angriffsplan der k.u.k.-Flotte. Rizzo gilt seither in Italien als Nationalheld. Auf dem sinkenden Schiff wird ein anderer Mann, der Österreicher Franz Dueller, zum Helden. Der Unteroffizier ist Leiter der Maschinenmannschaft im achteren Kesselraum. Er und seine Mannschaft halten das Schiff fast drei Stunden über Wasser, so kann sich der Großteil der Besatzung retten.
Seither sind 90 Jahre vergangen. Valerie Herrnstein, Franz Duellers Tochter, weiß kaum etwas über die ruhmreiche Tat ihres Vaters. Sie fährt mit dem Filmteam in ihre Geburtsstadt Pula und stößt in der Marinebibliothek auf den Bericht ihres Vaters. Vor den Augen der betagten Dame läuft ein Film ab, die letzten Stunden Franz Duellers auf dem sinkenden Schiff. Die "Szent István" reißt nicht nur 89 Seeleute in den Tod. Ihr Untergang wird auch zum Symbol für das Ende der k.u.k.-Monarchie. Der letzte Kraftakt Österreich-Ungarns bleibt erfolglos und nur wenig später zerbricht das riesige Reich der Habsburger.

Über den Untergang des historisch bedeutsamen Schlachtschiffes "Szent István" kursieren bis heute wilde Spekulationen. Die entscheidende Frage ist jedoch ungeklärt: Wie war es möglich, dass zwei Torpedotreffer eine so verheerende Wirkung hatten? Hatte das modernste Schlachtschiff der k.u.k.-Kriegsmarine eine technische Schwachstelle? Lassen sich Konstruktionsmängel nachweisen? Ein kroatisches Expertenteam taucht zum Wrack, um das Rätsel der "Szent István" endgültig zu lösen.
Neben den schriftlichen Aufzeichnungen von Franz Dueller existieren auch einige Filmaufnahmen vom Todeskampf des mächtigen Schlachtschiffs, aufgenommen von einem Kameramann an Bord des Schwesterschiffes "Tegetthoff". Es sollten Jubelbilder werden, mit denen man den ersten Kriegseinsatz des neuen Kampfschiffs propagandistisch ausschlachten wollte, stattdessen entstand ein Dokument des Grauens. Von diesen Originalaufnahmen existieren nur noch wenige Meter.
Die dramatischen Augenblicke der Schiffstragödie werden in Spielszenen nachgezeichnet. Gedreht wurde auf historischen Schiffen in Rostock und Athen.