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Meine Wiederholung
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Glenn Gould: Jenseits der Zeit

Fast ein Vierteljahrhundert nach seinem Tod scheint der Pianist Glenn Gould lebendiger als je zuvor.

Montag, 13. Oktober 2008 um 22.35 Uhr

Wiederholungen:
19.10.2008 um 05:10
29.10.2008 um 03:00
02.11.2008 um 03:00
Glenn Gould: Jenseits der Zeit
(Frankreich, Kanada, Grossbritannien, 2005, 106mn)
ARTE F
Regie: Bruno Monsaingeon
Autor: Bruno Monsaingeon

Stereo 16:9 (Breitbildformat)

Fast ein Vierteljahrhundert nach seinem Tod scheint der Pianist Glenn Gould lebendiger als je zuvor. In den 60er Jahren hatte er sich aus dem Konzertbetrieb und öffentlichen Leben zurückgezogen und nur noch für Studioaufnahmen gespielt. Bruno Monsaingeon erweckt ihn mit diesem posthum entstandenen Porträt neu zum Leben: Der Dokumentarfilm beleuchtet die Person, das Werk und die Lebensphilosophie dieses außergewöhnlichen Musikers.

Glenn Gould bewegte die Gemüter: Für die einen galt er als Scharlatan, für die anderen war er der Inbegriff des "modernen Interpreten". Unbestritten allerdings bleibt seine Vielseitigkeit. Bekannt war er als Autor und Regisseur für Radio- und Fernsehsendungen, aber vor allem als Pianist mit unkonventioneller Spieltechnik. Als er sich mit 30 Jahren entschied, nur noch für Studio-, Fernseh- und Filmaufnahmen zu spielen, rebellierte er auch gegen die Tradition des bürgerlichen Konzertbetriebs.
Nach seinem frühen Tod in den 80er Jahren begann seine posthume Medienkarriere. Auch heute noch gilt er als eine der ausgefallensten Persönlichkeiten der klassischen Musikwelt. Als Verfasser von vier Büchern und Regisseur mehrerer Filme über Glenn Gould kann Bruno Monsaingeon als Gould-Kenner bezeichnet werden.
Mit seinem filmischen Porträt wirft er ein neues Licht auf das Leben des Künstlers, bringt die Person mit der Musik und dem lebensphilosophischen Hintergrund zusammen und versucht dabei auch Fragen zu beantworten, die sich aus heutiger Sicht stellen. Zahlreiche musikalische Ausschnitte, Konzerte und Studioaufnahmen, die zwischen 1948 und 1982 gefilmt wurden, untermalen das Programm und bieten die Gelegenheit, Bach, Beethoven, Brahms, Schubert und Weber, aber auch Prokofjew, Chopin und Hindemith zu hören. Außerdem wird ein kurzer Ausschnitt aus einer Komposition von Glenn Gould selbst gezeigt, dargeboten am Klavier von Emile Naoumoff.

Glenn Herbert Gould wird 1932 in Toronto, Kanada, geboren und bekommt bereits ab dem dritten Lebensjahr Klavierunterricht von seiner Mutter. Mit zehn Jahren besucht er das Konservatorium seiner Heimatstadt und studiert Klavier, Orgel und Musiktheorie. 1955 gelingt ihm der internationale Durchbruch, als er in New York seine Interpretation der Goldberg-Variationen von Johann Sebastian Bach vorstellt. Es folgen Jahre weltweiter Konzertreisen, bis Gould 1964 überraschend bekanntgibt, dass er keine Liveauftritte mehr geben, sondern ausschließlich für Studioaufnahmen spielen wolle.
Dies begründet er mit der schlechten Klangqualität bei Konzerten. Allerdings zieht er sich in den folgenden Jahren auch persönlich aus dem öffentlichen Leben zurück. 1982 erscheint die zweite Aufnahme der Goldberg-Variationen, deren beispiellosen Erfolg Gould selbst nicht mehr miterlebt, da er kurz nach seinem 50. Geburtstag an einem Schlaganfall stirbt. Seine Bachinterpretationen sollten seinen Namen auch nach seinem Tode weltweit bekanntmachen. In der Musikwelt kontrovers diskutiert, gilt Gould mit seinem niedrigen Klavierschemel und der Eigenart, beim Spielen leise mitzusummen, als unvergesslicher Pianist des 20. Jahrhunderts, der sich dem Barock, der Klassik und der Moderne widmete.
Der Dokumentarfilm von Bruno Monsaingeon ist aus einer langjährigen Zusammenarbeit und Freundschaft entstanden und wurde mit dem FIPA d'Or 2006 in der Kategorie Musik und darstellende Kunst ausgezeichnet.