Schriftgröße: + -
Home > Kultur entdecken > Musik-News

Musik-News

Ob Pop oder Rock, Electro, Klassik, Jazz, World.... unsere brandaktuellen Musik-News der Woche. Wie immer mit zahlreichen Videos und Hörproben. CDs zu gewinnen!

> Beethoven - Streichquartette

Musik-News

Ob Pop oder Rock, Electro, Klassik, Jazz, World.... unsere brandaktuellen Musik-News der Woche. Wie immer mit zahlreichen Videos und Hörproben. CDs zu gewinnen!

Musik-News

21/10/2008 - Klassik - 21/10/08

Ludwig van Beethoven - "Streichquartette op. 18"

Beethovens op.18 in einer genialen Interpretation des Fine Arts Quartet, meisterhaft aufgenommen von René Gambini für Lyrinx.

Hören sie auch

Ludwig van Beethoven: Streichquartette op. 18
Fine Arts Quartet
Label: Lyrinx
Vertrieb: Codaex

Beginnen wir ausnahmsweise einmal mit der Tonqualität. Schon seit einiger Zeit nimmt die Firma Lyrinx Platten mit dem DSD (Direct Stream Digital) Verfahren auf, um die Möglichkeiten der SACD (Super Audio CD) maximal auszuschöpfen. Aus Widerstand und wegen der schwindelerregenden Preise der Hi-Fi-Anlagen (ich meine natürlich Geräte, die diesen Namen verdienen) lasse ich mich nicht davon abbringen, diese Platten auf einem alten Plattenspieler abzuspielen. Ich weiß also bis heute nicht, wie die Musik auf einer DCS-Anlage (dem Rolls Royce für SACD) klingt, und um es ganz deutlich zu sagen, es ist mir auch egal. Hochinteressant an der Wiedergabe auf einem alten Plattenspieler ist für mich, wie klar und selbstverständlich das klingt. Sie garantiert einerseits ein deutlich gesteigertes musikalisches Vergnügen, und andererseits bietet sie genau das, was ein privilegierter Zuhörer (der Toningenieur) von einer Interpretation, die uns zwangsläufig entgeht, für unbedingt festhaltenswert hielt.

Was hören wir hier? Ein Instrumentalensemble in einem relativ beschränkten Raum, als spielten die Musiker hier und jetzt, in unserem Wohnzimmer. Das ist natürlich eine Illusion: die Aufnahmen wurden im Centre Guillaume Farel in Marseille gemacht, einem Saal mit 200 Plätzen. Dennoch: ich empfinde hier weder den Klang als fern, wie das in einem Konzertsaal der Fall ist (was allerdings dadurch ausgeglichen wird, dass wir dem Konzert leibhaftig beiwohnen), noch ist die Aufnahme übertrieben analytisch und infolgedessen steril.

Diese CD können Sie gewinnen!

Daraus ergibt sich eine klangliche Klarheit, die natürlich von der Leistung der Musiker nicht zu trennen ist. Das Fine Arts Quartet versucht, aus dem musikalischen Diskurs etwas Fließendes zu machen (was paradoxerweise jedoch nicht „ohne Brüche“ bedeutet!), das in einem genau festgelegten musikalischen Rahmen verankert ist. Man muss sich nur den 2. Satz des Streichquartetts op. 18 Nr. 1 anhören: Der Einsatz der ersten Violine vor dem drängenden Rhythmus des Trios, dann die fortschreitende Unabhängigkeit der Stimmen (ab dem 8. Takt), all das erinnert an jene Wachträume, in denen aus dem Nichts bekannte und vertraute Gestalten auftauchen. Dieser im Wesentlichen private Raum, in dem die Geschlossenheit der Stimmen aus ihrem gemeinsamen Ursprung deutlich wird, führt uns zum musikalischen Entwurf selbst zurück, und darüber hinaus zu einer Wunschvorstellung, die den Komponisten veranlasst haben muss, gerade dieses und kein anderes Werk zu schaffen.

Mir ist schon klar, dass ich dieses Streichquartett (und noch weniger die Gesamtheit der Werke, die in diesem Opus zusammengefasst sind) nicht auf diese eine Passage reduzieren lässt. Aber ich bin sicher, dass die Interpretation des Fine Arts Quartet angesichts der Herausforderung, die die sehr langsame Entwicklung dieses Satzes darstellt, etwas Wesentliches über dessen Zugang zur Musik im Allgemeinen aussagt.

In dem Moment, wo wir aus der Entfernung, in unserem Zimmer, ein Werk hören, das von jemand anderem aufgenommen wurde, vermischt sich natürlich die musikalische Geste mit der Absicht des Toningenieurs. Deshalb wollte ich René Gambini diese Hommage erweisen für sein feines Gehör und seine großartigen Fähigkeiten.

Mathias Heizmann

Erstellt: 14-10-08
Letzte Änderung: 21-10-08


+ aus Kultur entdecken