In Frankreich ist es im Prinzip schwer, das aus dem Jahr 1905 stammende Gesetz über die Trennung von Kirche und Staat zu umgehen oder infrage zu stellen. Die Französische Republik erkennt keinen religiösen Kult an und leistet keine Bezahlung oder sonstige Zuwendungen an irgendeine Kirche oder Religionsgemeinschaft. Dieses streng laizistische Gesetz ist in Europa allerdings eine Ausnahme. Es soll als Schutz vor jedwedem religiösen Angriff auf staatliche Institutionen dienen. Doch was bedeutet es, wenn sich Nicolas Sarkozy als französisches Staatsoberhaupt plötzlich zum Fürsprecher religiöser Werte macht?
Und wie sieht das Verhältnis zwischen Staat und Kirche beziehungsweise Religionsgemeinschaften in Deutschland, Großbritannien, Dänemark, Polen oder Griechenland aus, in Ländern also, in denen die Gesetze nicht so eindeutig sind, der Laizismus umstritten ist und die Rolle, die die Religion in der Gesellschaft spielt, noch definiert werden muss? Der Themenabend untersucht, welchen Platz der Laizismus im heutigen Europa einnimmt.
Der Themenabend im Überblick:
Freitag, 12. Dezember 2008
| 09:55 |
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Meine Wiederholung
Die Religionen und die Res Publica, ein neuer Streit?Ist der Laizismus - in Frankreich seit 1905 das Ferment der nationalen Einheit - in Gefahr? |
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Dossier
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Freitag, 12. Dezember 2008 um 09.55 UhrWiederholungen:
In Lille wird eine Eheschließung annulliert, weil die Braut keine Jungfrau mehr war. Und nach einem Urteil eines Pariser Berufungsgerichtes wird ein nicht praktizierender Moslem auf Betreiben seiner früheren Ehefrau nach islamischen Riten beigesetzt. In letzter Zeit haben mehrere Ereignisse, die mit dem Laizismus in Verbindung standen, Schlagzeilen gemacht. Ist also der Laizismus - in Frankreich seit 1905 das Ferment der nationalen Einheit - in Gefahr? Laut einer vor einigen Jahren veröffentlichten Umfrage sind 64 Prozent der Franzosen dieser Überzeugung. Doch ist diese Angst wirklich begründet? Filmemacher Ted Anspach hat sich in verschiedenen Städten Frankreichs umgesehen. Lokalpolitiker aus dem rechten wie aus dem linken Spektrum scheinen sich mit den Gegnern des Laizismus - der in Frankreich gesetzlich festgeschriebenen Trennung zwischen Staat und Religion - zu arrangieren. Vielleicht um sich nicht von religiösen Gemeinschaften unter Druck setzen zu lassen und keine Stimmen bei den nächsten Wahlen zu verlieren, verschließen die Politiker immer öfter die Augen vor dem Angriff auf die Werte der Französischen Republik. |
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Freitag, 12. Dezember 2008
| 10:40 |
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Meine Wiederholung
Was wird aus unseren christlichen Wurzeln werden?In Brüssel gewinnen religiöse Strömungen an Terrain, die sich für ein unter christlicher Flagge geeintes Europa starkmachen. |
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Freitag, 12. Dezember 2008 um 10.40 UhrWiederholungen:
In Brüssel gewinnen religiöse Strömungen an Terrain, die sich für ein unter christlicher Flagge geeintes Europa starkmachen. Die Laizismus-Befürworter haben dem Einfluss dieser Strömungen auf die europäische Politik immer weniger entgegenzusetzen. Für viele EU-Staaten definiert sich Europa über das Christentum. Ist Frankreich die letzte Bastion des Laizismus? Und ist die Türkei die Galionsfigur eines Islam auf dem Vormarsch, oder bietet ihr Beitritt die Gelegenheit, das europäische Projekt auf der Ebene der Toleranz umzugestalten? Die Dokumentation sucht nach Antworten. Welche Folgen hat ein christliches Selbstverständnis Europas für die europäischen Muslime, Juden, Atheisten und Agnostiker? Mit der aufpolierten Ökumene von gestern tritt der Vatikan gegen die Idee eines erweiterten, befriedeten und laizistischen Europas als alternatives Modell des Miteinanders an. Die in Bayern, Puy-en-Velay, Brüssel und Istanbul gedrehte Dokumentation zeigt anschaulich, dass sich hinter den verbalen Kämpfen der Befürworter und Gegner des Laizismus konkrete Interessen auf beiden Seiten verbergen. Da es hier auch um eine Interpretation der Geschichte geht, werden die Hintergründe der Problematik, die bis in den Alltag der Europäer hineinspielt, durch Gespräche mit Historikern, Karten und Archivmaterial erhellt. |
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Freitag, 12. Dezember 2008
| 11:25 |
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Meine Wiederholung
Gesprächsrunde |
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Dossier
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Freitag, 12. Dezember 2008 um 11.25 UhrWiederholungen:
Die Namen der an dem Studiogespräch teilnehmenden Gäste werden zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgegeben. |
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Darüber diskutiert Thea Dorn mit ihren Gästen am 11. Dezember um 23.35 Uhr in der Sendung "Paris - Berlin: die Debatte"







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