Synopsis: Zwei Wochen aus dem krisenreichen Leben des ausführenden Filmproduzent Ben (De Niro): Er hat Stress mit seiner Produzentin Lou (Keener) weil ein Regisseur sich sträubt, das Ende seines neuen Films mit Sean Penn umzuschneiden – kurz vor der Vorführung in Cannes (!). Zeitgleich weigert sich Bruce Willis vor dem Drehstart eines neues Films von Ben, seinen langen Bart abzurasieren. Und dann hapert es noch an Bens Privatleben, das aus zwei Ex-Frauen und mehreren Kindern besteht. Allen voran ist da seine gerade geschiedene Frau Kelly (Robin Wright Penn), mit der er zu gern wieder zusammen käme.Kritik: Eine treffende Satire auf die von sich eingenommene Filmbranche in Hollywood, hervorgegangen aus der Verfilmung des Bestsellers „What Just Happened? Bitter Hollywood Tales from Line“ von Produzent Art Linson. Dessen Roman über den Alltag mit uninspirierten Geldgebern, unberechenbaren Re-gisseuren und anstrengenden Stars und Möchtegern-Sternchen traf 2002 einen Nerv. Veteran Barry Levinson („Bugsy“, „Rain Man“) wirft mit der Adaption einen Blick hinter die hysterischen Kulissen der Filmstudios in Burbank. Kein neues Metier für den Regisseur: Er hat schon einmal ähnlich beißend die Verquickung von Politik und Medienlandschaft durchleuchtet. Das war vor mehr als zehn Jahren mit „Wag The Dog“. Denn wenn es um Geld, um viel Geld und Macht geht, herrschen überall die gleichen Regeln. Andererseits versucht Ben wie jeder andere sein hektisches Berufsleben mit den Aufgaben eines Familienvaters zu vereinbaren – und wenn er immer noch seit Jahren jeden morgen die Kinder verschiedener Mütter zur Schule fährt.
Levinson zeichnet die arroganten Machtspielchen der Produzenten und die Eitelkeiten der Stars akku-rat nach und lässt Robert De Niro als Produzent Ben als emsiges Stehaufmännchen zwischen allen moderieren. Man lernt bei dieser Satire einiges über den Umgang in Produzentenkreisen die einen Film als kommerzielles Produkt bestmöglich vermarkten, vom Testscreening vor Publikum bis Einsatz aller Druckmittel. Dazwischen spielen sich einige Stars selbst – verdächtig nahe an dem Bild, das sie in der Medienöffentlichkeit transportieren. So ist Sean Penn zu sehen, der als ambitionierter Schauspieler Sean Penn den radikalen Film jenseits von Hollywoods Mainstream-Kino unterstützt. Der Gastauftritt von Bruce Willis als tobsüchtiger Bruce gerät dagegen zum Klamauk. Der soll sich für ein neues Filmprojekt den Rauschebart abrasieren und kommt dem ziemlich widerspenstig und höchst dramatisch am ersten Tag des Drehs nach. Da wirkt das Studioareal fast wie ein Kindergarten für Leute, die sich nicht benehmen können.Jedoch außer den zynischen Situationen scheint diese Satire weitgehend aus rasanten Autofahrten von Produzent Ben zu bestehen, in denen er sich ausführlich den Soundtrack seines neuen Films anhört (der aus einem Potpourri an alten Filmmusiken besteht). Sonst hängt er ständig an seinem Bluetooth-Handy. Das mag zwar authentisch sein, lässt aber auf Dauer die Dynamik ein wenig erlah-men. Ein schöner Dreh von Levinson allerdings besteht darin, Bens Film am Ende auch tatsächlich in Cannes aufzuführen und – welche Ironie – ungewollt einen kleinen Skandal auszulösen. Selbstredend, dass „What Just Happened?“ als selbstreferentieller Abschlussfilm des offiziellen Wettbewerbs wie gemacht ist.
Verena Dauerer







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Mit Robert De Niro als Hollywood-Produzent auf bitterböser Nabelschau in Hollywood. Vorhang auf!
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