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Kino-News

Schön anzuschauende, aber oberflächliche Verfilmung des Colette-Romans, mit großen Schauspielern, die in schönen Kostümen amüsante Dialoge sprechen.

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Kinostart 12. August 2004 - 21/06/06

Wenn der Richtige kommt

Wenn Raumpflegerin Paula sich in Wachmann Mustafa verliebt


Ein Film von Oliver Paulus & Stefan Hillebrand
Synopsis: Raumpflegerin Paula (30) arbeitet gemeinsam mit ihrer einzigen Freundin, ihrer Arbeitskollegin Ayten im Mannheimer Collini Zentrum. Wachmann Mustafa ist freundlich zu Paula und verbringt mit ihr seine Pausen. Paula verwechselt seine Freundlichkeit und Höflichkeit mit Liebe. Als Mustafa von seinem Vater zurück in die Türkei geschickt wird, reist sie ihm kurzentschlossen nach und sucht ihn...

Kritik:
Die Idee der Regisseure Oliver Paulus & Stefan Hillebrand war es, „einen Film über das Leben und die Geschichten einfacher Menschen zu machen.“ So schrieben die Beiden nicht wie üblich ein Drehbuch, sondern sie suchten sich drei Schauspieler. Mit diesen arbeiteten sie Charaktere mit üppigem Konfliktpotential aus, und dann schickten sie sie in den Ring der Improvisation. Keiner wusste über die Motivation des anderen Bescheid.

Auch der Kameramann hatte keinerlei Ahnung, worum es gehen würde, er war quasi der erste Zuschauer. Gedreht wurde nur an Originalschauplätzen, jede Szene wurde nur einmal und – abgesehen von den drei Hauptdarstellern – spielten nur Laien mit.Entstanden ist ein schöner Film. Ein Film über das wahrscheinlich größte Abenteuer einer einfachen Frau. Paula sagt stolz zu sich selbst, als sie aus der Türkei in ihre Wohnung zurückkehrt: „Wenn die wüssten, was ich erlebt habe. Das war ein Abenteuer, fast wie im Film.“ Die Improvisationskünstlerin Isolde Fischer verkörpert die große und schlaksige Paula grandios.

Paula ist eine Frau, die in ihrer kleinen, versponnenen Welt lebt, und die die anderen für verrückt halten, obwohl sie gar nichts besonderes tut. In ihrer Physiognomie, ihrer Art und ihrem unbändigen Willen erinnert sie an die Schauspielerin Stephanie Stremler aus Andres Veiels Dokumentarfilm DIE SPIELWÜTIGEN. Stephanie Stremler wurde mehrfach von Schauspielschulen abgelehnt. Aber sie kämpfte so lange, bis sie schließlich doch von einer aufgenommen wurde. Auch Paula tut Dinge, die ihr keiner zutraut: Sie reist alleine los in die Türkei, in die Millionenstadt Adama, ohne die Adresse oder Telefonnummer ihres Traummannes zu kennen.

Das Improvisations-Experiment der Filmemacher geht auf: Ihre exzentrischen und unberechenbaren Charaktere nehmen den Zuschauer wie auch die Regisseure selbst mit auf eine abenteuerliche Reise in die Türkei. Auch Oliver Paulus & Stefan Hillebrand wussten zu Beginn der Dreharbeiten nicht, dass ihre Charaktere sie in die Türkei bringen würden. So ist ihnen eine authentisch wirkende, überzeugende Geschichte gelungen. Die etwas naive, aber sehr sympathische und erfrischende Paula wird einen noch lange in Gedanken begleiten.

Paula fasst ihr Abenteuer auf ihre Art zusammen: „Also manchmal glaube ich, ist es so, wenn man den Richtigen sucht, findet man aber oft den Falschen. Und das merkt man aber erst, wenn man glaubt, den Richtigen gefunden zu haben.“

Nana A.T. Rebhan
Regie: Oliver Paulus & Stefan Hillebrand
Mit Isolde Fischer, Helga Grimme, Can Sengül, Tülay Gönen, Arcan Arican
Schweiz/Deutschland 2003, 81 Minuten

Erstellt: 10-08-04
Letzte Änderung: 21-06-06