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Hommage an Philippe Noiret - 02/08/07

"Wenn das Fest beginnt..."

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114 Min.
(Que la fête commence)
Spielfilm, Frankreich 1975, ARTE F,
Synchronfassung
Regie: Bertrand Tavernier; Buch: Bertrand Tavernier, Jean Aurenche; Kamera: Pierre-William Glenn; Schnitt: Armand Psenny; Musik: Philippe d'Orléans; Produzent: Michelle de Broca; Produktion: Fildebroc, U.P.F., Les Productions de la Guéville
Mit: Philippe Noiret - (Philippe von Orléans), Jean Rochefort - (Abbé Dubois), Christine Pascal - (Emilie), Alfred Adam - (Villeroi), Jean-Pierre Marielle - (Marquis de Pontcallec), Marina Vlady - (Madame de Parabère), Jean-Roger Caussimon - (Kardinal), Gérard Desarthe - (Herzog von Bourbon)

Frankreich im Jahre 1719: Vier Jahre nach dem Tod Ludwigs XIV. regiert Philippe II., Herzog von Orléans, für den minderjährigen Ludwig XV. Der Regent kennt keine Tabus, sein Leben ist ganz auf die leiblichen Sinnesfreuden ausgerichtet. Dabei ist er ein luzider Geist, liberal und reformbereit. Das verachtenswerte höfische System der gegenseitigen Vorteilsnahme und Bereicherung durchschaut er perfekt - ändert aber nichts.
Stattdessen überlässt er das Regieren dem machtgierigen Abbé Dubois, der sich in den Kopf gesetzt hat, das Amt des Erzbischofs zu übernehmen. Die beiden Zyniker verbindet eine tiefe Hassliebe, ihre Wortgefechte sind an Treffsicherheit und Sarkasmus kaum zu überbieten. Während man am Hof mit sich selbst beschäftigt ist - mit dem nächsten amourösen Stelldichein, dem nächsten Maskenfest, der nächsten Orgie - und alles beim Alten belässt, gerät die Außenwelt langsam aus den Fugen: Amerika formiert sich zur neuen politischen Macht. Und ein Grüppchen bretonischer Adliger, allen voran der kauzige Marquis de Pontcallec, probt den Aufstand gegen die Krone...


Zusatzinfo

"Wenn das Fest beginnt" ist eine opulent ausgestattete, mit ausgefeilten Dialogen brillierende und außerdem hervorragend gespielte Reflexion über die Geschichte und ihre Wirkkräfte. Der Film, der 1975 mit vier Césars in den Kategorien Regie, Drehbuch, Dekor und bester Nebendarsteller - für Jean Rochefort - ausgezeichnet wurde, ist eine bitter-böse Komödie über ein weniger bekanntes Kapitel der französischen Geschichte. Mit lustvoll chargierenden Schauspielern klagt er die Verdorbenheit der Mächtigen, ihre bornierte antiklerikale Haltung sowie die Dekadenz des Adels am Vorabend der Revolution an.
Regisseur Bertrand Tavernier hängt sein Jurastudium zugunsten seiner Kino-Leidenschaft an den Nagel und arbeitet Ende der 50er Jahre als Kritiker für die renommierten französischen Filmzeitschriften "Positif" und "Cahiers du cinéma". 1964 dreht er mit "Les Baisers" seinen ersten Spielfilm. Zehn Jahre später folgen die Georges-Simenon-Verfilmung "Der Uhrmacher von St. Paul" (1974) und "Wenn das Fest beginnt..." (1975). Danach setzt Tavernier seine Vorliebe für historische Themen mit "Der Richter und der Mörder" (1975), "Die Passion von Beátrice" (1987) und "Das Leben und nichts anderes" (1988) fort. Für publikumswirksame Schlagzeilen sorgt seine 1981 gedrehte Kolonialsatire "Der Saustall", angesiedelt in Westafrika, in der der Moral- und Werteverfall der Weißen kurz vor Beginn des Zweiten Weltkrieges ad absurdum geführt wird. Nach "Daddy Nostalgie" (1990) widmet sich Tavernier 1991 erneut der Geschichte: "Der Krieg ohne Namen" ist ein schonungsloser Dokumentarfilm über den Algerienkrieg. Anschließend gelingt ihm eine bestechende Momentaufnahme der aktuellen sozialen Realität Frankreichs. "Auf offener Straße" (1992) schildert die steigende Gewalt- und Drogenkriminalität in Paris. Eine Parodie auf das Mantel-und-Degen-Genre liefert er 1994 mit "D'Artagnans Tochter". Taverniers Film "Der Lockvogel" wird 1995 bei den Filmfestspielen in Berlin mit dem Goldenen Bären ausgezeichnet. Tavernier gilt international als einer der produktivsten und künstlerisch eigenständigsten Filmemacher der Generation, die der Nouvelle Vague folgt.

Die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Philippe Noiret und Bertrand Tavernier beginnt mit "Der Uhrmacher von St. Paul" (1974) und setzt sich mit "Wenn das Fest beginnt" (1974), "Der Richter und der Mörder" (1976), "Ferien für eine Woche" (1981), "Der Saustall" (1981), "Das Leben und nichts anderes" (1988) und "D'Artagnans Tochter" (1994) fort.

Philippe Noiret ist einer der ganz großen französischen Darsteller mit internationaler Filmkarriere. Noch vor seinem großen Durchbruch als Schauspieler ist er unter der Regie von Alfred Hitchcock in einer Nebenrolle in dem Film "Topas" (1968) zu sehen. Eine seiner prägnantesten Rollen spielt er in Marco Ferreris "Das große Fressen" (1973). Noiret wirkt in weit über hundert Kino- und Fernsehfilmen mit, sein letztes Projekt "3 Amis" von Michel Boujenah befindet sich aktuell in der Postproduktion. Die Fertigstellung des Films wird Noiret nicht mehr miterleben: Der französische Leinwandstar stirbt im November 2006 an den Folgen einer schweren Krebserkrankung.

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Hommage an Philippe Noiret:

"Das große Fressen"
Donnerstag, 12/07/2007 à 20:45
Montag, 23/07/2007 00:30:18
"Der Uhrmacher von St. Paul"
Donnerstag, 19/07/2007 à 20:45
Freitag, 20/07/2007 à 03:00
Montag, 30/07/2007 à 00:30
"Wenn das Fest beginnt..."
Donnerstag, 26/07/2007 à 20:45:00
Freitag, 27/07/2007 à 03:00:00
Montag, 30/07/2007 à 14:56:00
Montag, 06/08/2007 à 00:19
"Der Saustall"
Donnerstag, 02/08/2007 à 20:45
Montag, 13/08/2007 à 23:55
Mardi 21/08/2007 à 14:45

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Erstellt: 09-07-07
Letzte Änderung: 02-08-07