Dienstag, den 25. März 2008, ab 21.00 Uhr - 29/08/08
Welt am Abgrund? Die zerstörte Arche
Themenabend, ZDF, 120 Min.
Nie zuvor in der Geschichte der Menschheit verschwanden in so kurzer Zeit so viele Pflanzen und Tiere wie in den letzten 100 Jahren. Nach Informationen von Tier- und Umweltschutzverbänden sterben täglich bis zu 150 Tier- und Pflanzenarten aus. Damit hat die Zerstörung und Bedrohung der biologischen Vielfalt weltweit unvorstellbare Dimensionen erreicht. Doch nur wenigen ist bewusst, dass die Vielfalt auf unserer Erde für den Menschen unverzichtbar ist und dass der Mensch diese Misere selbst verursacht. Der Themenabend richtet den Blick unter anderem auf die Ursachen des Klimawandels und die Folgen, die er auf das Artensterben hat.
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Laut Roter Liste 2006 der Weltnaturschutzunion sind eine von drei Amphibienarten, ein Viertel aller Säugetierarten sowie jede achte Vogelart gefährdet. Neben der Klimaveränderung, die sich immer deutlicher als Ursache und Beschleuniger für das Artensterben abzeichnet, ist fast immer der Mensch der Auslöser - durch Bevölkerungswachstum, Ausweitung von Monokulturen, Zersiedlung von Lebensräumen, Wilderei und Übernutzung.
Weltweit sichern Wissenschaftler genetisches Material vom Aussterben bedrohter Nutztierrassen in Gendatenbanken. In hoch technisierten Ställen wird die Zucht perfektioniert. So wurde die Produktivität von Milchrindern innerhalb weniger Jahre von 4.000 Litern pro Jahr auf 8.000 gesteigert. Mastschweine sind heute nicht mehr nach zwei Jahren, sondern nach nur sechs Monaten schlachtreif. Eine Henne in der Legebatterie ist schon nach 17 Monaten "verbraucht". Unter natürlichen Haltungsbedingungen könnte sie zehn bis 15 Jahre alt werden. Und ein Masthuhn erreicht in nur sieben Wochen sein Schlachtgewicht von etwa zwei Kilo.
Die optimistische Vision aus Forschungslaboren lautet, dass 2030 die gesetzlichen Richtlinien für die Medikamentenzugabe an Masttiere weltweit viel strenger sein werden. Die Viehzucht wäre dann komplett auf genmanipulierte Einheitsrassen umgestiegen, die krankheitsresistent wären und selber große Mengen von Wachstumshormonen produzierten. Dadurch verbräuchten sie weniger Futter und verursachten geringere Haltungskosten - maßgeschneiderte Lebensmittel von maßgeschneiderten Tieren.
Die Kehrseite der Medaille: Genmanipulierte Nutztiere kommen fast immer mit schweren gesundheitlichen Schäden auf die Welt. Riesenschweine leiden beispielsweise an Magengeschwüren, Lungenentzündung, Herzschwäche und Gelenkdeformationen. Die meisten Embryonen sterben bereits kurz nach dem Eingriff. Und noch einen wichtigen Aspekt müssen Verbraucher bedenken: Mit dem faden Fleisch dieser Tiere verspeisen sie die Rückstände der Wachstumshormone. Welche Auswirkungen das auf die menschliche Gesundheit hat, ist noch nicht abzusehen.
Außerdem birgt eine Herde geklonter, gentechnisch identischer Tiere weitere Risiken: Selbst wenn sie hochproduktiv und gegen ausgewählte Krankheiten resistent sind, sind sie anderen schutzlos ausgeliefert. So könnte ein einziger Krankheitserreger einen ganzen Tierbestand auslöschen und damit die Nahrungsgrundlage von Millionen Menschen. Welche Folgen das Artensterben langfristig auf das ökologische Gleichgewicht und für die Menschheit hat, ist bislang ebenso wenig absehbar wie die langfristigen Auswirkungen des Klimawandels..
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Welt am Abgrund? Die zerstörte Arche
25.03.2008, ab 21.00 Uhr
Wiederholung am 28.03.2008 ab 09.55 Uhr
Themenabend, ZDF, 120 Min.
Erstellt: 20-03-08
Letzte Änderung: 29-08-08