Mit: Mit Torii Mao, Katori Yushin, Takasawa Kurumi, Dougase Masato, Fujiwara Toshi
Synopsis: Der Film zeigt das alltägliche Leben von fünf voneinander unabhängigen Protagonisten im heutigen Tokio.
Kritik: Ziel des Filmemachers war es „die Vitalität, die Energie der ungeheuren Zahl von Menschen, die in Tokio leben einzufangen – trotz der Einsamkeit, der Entfremdung, der man nicht entkommt.“ Fujiwara Toshis Debütfilm ist eine „kollektive Improvisation“ in Anlehnung an filmische Experimente, wie sie etwa der Amerikanische Filmemacher Robert Kramer mit seiner „Newsreel-Group“ in den 70er Jahren durchgeführt hat. Den Titel WE CAN’T GO HOME AGAIN hat sich Fujiwara Toshi bei keinem geringeren als Nicholas Ray ausgeliehen, der 1976 gemeinsam mit seinen Studenten ein leider unvollendetes Kinoexperiment – ebenfalls eine kollektive Improvisation - mit gleichnamigem Titel startete. Im Abspann dankt der japanische Regisseur Nicholas Ray, John Cassavetes und Jean Renoir.
Dass er selbst Filmwissenschaftler und – kritiker ist kann und will Fujiwara Toshi nicht verbergen. Eine seiner Hauptdarstellerinnen, die junge Mao, arbeitet in einem kleinen Verlag für Filmbücher. Ständig gerät sie in Situationen, in denen sie über Theo Angelopoulos, seine und andere Filme und Schauspieler diskutiert – einmal sogar mit Fujiwara Toshi selbst, der eine kleine Rolle als Filmkritiker übernommen hat. Mao wird von einem Jungen tagelang verfolgt, bis sie ihn schließlich zur Rede stellt, und als Strafe daraufhin ihm folgt. Sie findet dessen Verhalten schließlich kindisch und langweilig. Der Filmstudent Yushin streitet sich ständig mit seiner Freundin, die stets zu spät und meist völlig müde zu ihren Verabredungen kommt. Irgendwann hat er genug von ihr. Er regt sich fürchterlich über sie auf und trennt sich von ihr. Eine Frau, die nachts als Domina in einem S/M Studio arbeitet, trifft tagsüber einen schüchternen und sehr schweigsamen Studenten in einem Park.
In langen, ungeschnittenen Einstellungen erzählt Fujiwara Toshi vom Alltag in Tokio. Seine Personen agieren in kleinen Büros, winzigen Wohnungen und langweiligen Nebenstrassen. Unaufgeregt beobachtet der Film seine Protagonisten in deren Alltag. Kaum je wird es dramatisch in den Dialogen seiner improvisierten Szenen. Die Montage wirkt oft beliebig. Sie wechselt hin und her zwischen den verschiedenen Protagonisten. Nach einer Weile gelingt es dem Zuschauer, sich auf diesen langsam vor sich hinplätschernden Film einzustellen, der streckenweise von angenehmer Musik (Simon Stockhausen) untermalt wird. Vielleicht ist Fujiwara Toshi nah dran am Lebensgefühl seiner Generation in der Metropole Tokio – ein Film über coole Japaner in schickem Outfit ist We can't go home again jedenfalls nicht.Nana A.T. Rebhan






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