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Treffen Sie Wallander, den bekanntesten Kommissar Schwedens, mit Kennegh Branagh in der Hauptrolle.

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Treffen Sie Wallander, den bekanntesten Kommissar Schwedens, mit Kennegh Branagh in der Hauptrolle.

Die Mankell-Verfilmungen - 18/09/13

Wallander: Vom Buch zur TV-Serie

Der erste Wallander-Band wurde 1991 veröffentlicht. In „Mörder ohne Gesicht“ versucht der Polizeikommissar von Ystad, einen Doppelmord an einem alten Bauernpaar aufzuklären. In den Mordfall spielen aber auch fremdenfeindliche Aspekte hinein. Mit seiner kompromisslosen Untersuchung der Verbrecherpsyche und seinem kritischen Blick auf die Schattenseiten der schwedischen Gesellschaft stieg Henning Mankell bald zum Stern am Firmament der Kriminalliteratur auf, und seine „Wallander“-Bände wurden internationale Bestseller. Bis heute sind zehn Romane erschienen, neun zwischen 1991 und 1999 (einer pro Jahr), der zehnte 2009 (außerhalb Schwedens noch unveröffentlicht).

2005 griff das schwedische Fernsehen das Phänomen auf und drehte eine dreizehnteilige Fernsehserie nach Mankells Romanvorlagen. Die Drehbücher schrieben andere. Die erste Folge war eine getreue Verfilmung von Mankells Roman „Vor dem Frost“, die folgenden stützten sich auf neue, eigens geschriebene Drehbücher. Die Serie konzentrierte sich auf Kurt Wallander (gespielt von Krister Henriksson), seine Tochter Linda und einen jungen Kommissar namens Stefan. Aufgrund des großen Erfolges wurden 2009 dreizehn weitere Folgen gedreht.

Verfilmungen im Geiste der Romane. Zur Entwicklung einer britischen Verfilmung von Mankells Werk trat in der Zwischenzeit die schwedische Produktionsfirma Yellow Bird in Verhandlungen mit der BBC, da das britische Fernsehen nach dem Auslaufen seiner legendären Krimiserie „Inspector Morse“ einen neuen Kommissar für eine Serie suchte. Durch die Begegnung zwischen Kenneth Branagh und Henning Mankell kam das Projekt schnell voran. 2008 strahlte die BBC die ersten drei Folgen aus (nach den Romanen „Die falsche Fährte“, „Brandmauer“ und „Mittsommermord“). Drei weitere Folgen entstanden 2010 (nach „Mörder ohne Gesicht“, „Der Mann, der lächelte“ und „Die fünfte Frau“).

Die Drehbücher der britischen Verfilmung schrieb Richard Cottan. Er stand vor der schwierigen Aufgabe, die Erzählung auf das 90-Minuten-Format einer Fernsehfolge zuzuschneiden und dabei dem Geist des Romans treu zu bleiben. Daher weist die BBC-Serie Ähnlichkeiten und Unterschiede mit der literarischen Vorlage auf. Die Handlung ist dem Original näher als es in der schwedischen Serie der Fall ist. Die Mankell-Leser erkennen mühelos die ihnen bekannten Geschichten wieder, auch in vereinfachter Form. Um die Handlung wirksam voranzutreiben, berücksichtigt die TV-Serie nur Wallanders Standpunkt, während in den komplexer aufgebauten Romanen auch die Gedanken und Gefühle der Verbrecher geschildert werden. Die Wallander-Serie wird allein aus der Perspektive des Protagonisten erzählt. Es geht nicht in erster Linie darum, die Motive der Mörder aufzudecken. Vielmehr wird, wie schon in den Romanvorlagen, das Porträt eines Mannes gezeichnet, den das Leiden um ihn herum quält. Dass Wallander für die Oper glüht, ist in der neuen Serie nicht zu sehen – damit hätte er zu sehr Kommissar Morse geähnelt, der ebenfalls Opernliebhaber war.

In der BBC-Verfilmung wird das schwedische Ambiente in den Vordergrund gestellt und gleichzeitig darauf geachtet, dass es für das britische Publikum verständlich ist. Wohnungen, Inneneinrichtung und Landschaften zeigen eindeutig, dass die Serie in einem skandinavischen Umfeld spielt. Aber die Aussprache der Eigennamen wurde anglisiert. Dank der sorgfältigen Regie gelingt es dieser Fernsehfassung von „Wallander“, die für die Mankell-Romane typische Atmosphäre von Schonen wiederzugeben – mit beschaulichen Landschaftsbildern, Nahaufnahmen der Gesichter, Licht, Schatten und Spiegelungen, Unschärfen und absichtlich falschen Übergängen zwischen den Bildeinstellungen. „Wallander“ ist empfindsam gemacht und überzeugt in Inhalt wie Form. Einfach ein schöner Film!


Caroline Veunac



>> Die finsteren Abenteuer Kurt Wallanders sind 2010 mit "Der Feind im Schatten" zu Ende gegangen.
Henning Mankell hat so seinen Wallander aufgegeben, den berühmtesten schwedischen Bullen der Welt.
>> Alle Romane Henning Mankells sind auf Deutsch in den Verlagen dtv und Zsolnay erschienen.

Erstellt: 12-02-10
Letzte Änderung: 18-09-13