Nur vier von sechzehn Ministern sind in irgendeiner Art und Weise bekannt: Der neue Kulturminister Václav Riedlbauch war bisher der Direktor der Prager Philharmonie. Die frisch gebackene Bildungsministerin Miroslava Kopicova hatte dieses Amt bereits vor ein paar Jahren inne. Jan Kohout, einer der bekanntesten Vertreter der parlamentarischen Linken, wird neuer Außenminister. Und dann gibt es noch den einzigen „Überlebenden“ der Topolánekregierung: Michael Kocáb; der Rocker und Menschenrechtsaktivist bleibt Minister für die Minderheiten. Doch das Gesamtbild zeigt sehr gut, dass diese Regierung vor allem eines ist: technokratisch.
Und, abgesehen von dem Faktum, dass nur drei von sechzehn Ministern Frauen sind, gibt es noch ein weiteres, beängstigendes Detail: von den sechzehn neuen Regierungsmitgliedern stehen acht der sozialdemokratischen Partei (ČSSD) nahe – und sechs der demokratischen Bürgerpartei (ODS) des ehemaligen Premierministers Mirek Topolánek. Dadurch kann die Regierung sicherlich „technisch“ oder „neutral“ sein, der Druck von der ODS einerseits und vor allem von der ČSSD und ihrem Fraktionsvorsitzenden Jiří Paroubek der andererseits wird sicherlich sehr stark sein. Und dies wird kaum ihre Effizienz fördern. So waren die Worte von Václav Klaus bei der Angelobung am Samstag ungewöhnlich weitsichtig. Hier meinte tschechische Präsident nämlich: „Heute gelobe ich die fünfte Regierung in sechs Jahren an. Ich weiß nicht, ob dies wirklich ein gutes Zeichen für die Stabilität unseres politischen Systems ist...“








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