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2008.11.07 - 23.05 : Tracks - 22/02/11

Von "Stereo" bis "Shivers"

Die Anfänge von David Cronenberg


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David Cronenberg wird 1943 in Toronto geboren. Die größte Stadt Kanadas gilt als New York des Nordens. Hier wird 1896 mit "The Kiss" der erste erotische Film gezeigt. Die von Thomas Edison produzierte einminütige Kuss-Szene löst einen Skandal aus. Auf Drängen seiner Eltern - der Vater ist Journalist, die Mutter Konzertpianistin - studiert er Literatur, wechselt dann aber doch an die Naturwissenschaftliche Universität von Toronto. Da macht ihm allerdings das echte New York einen Strich durch die Rechnung.

Die Kuchar-Zwillinge, Kenneth Anger - Die Einflüsse

Cronenberg ist 20, als Warhol dort seine Factory gründet. Eine Mischung aus Atelier, Galerie, Filmstudio und erleuchteter Kommune, in der sich die Wege von Salvador Dali und Velvet Underground kreuzen. Im Big Apple stellen die Kuchar-Zwillinge 1956 mit ihren ersten skurrilen Filmen die Weichen für das Independent-Kino ( Ausschnitt von "Sins of the fleshapoids"). 500 km weiter, in Toronto, wird David Cronenberg Zeuge der Experimente von George und Mike Kuchar. Einziger Haken: Es fehlt der Ton. Die Kuchar-Brüder lösen das Problem, indem sie die Dialoge direkt auf das Zelluloid schreiben. Zur gleichen Zeit umgeht Kenneth Anger (Ausschnitt von "Scorpio rising"), der dämonische Papst des kalifornischen Underground-Kinos, die Schwierigkeiten mit einer anderen Technik. Diese neue Erzählform ist wie eine Befreiung für Cronenberg.


"Stereo" und "Crimes Of The Future"

Nach zwei Kurzfilmen nimmt er seinen ersten Spielfilm "Stereo" in Angriff. Gedreht wird während der Sommerferien auf dem Universitätsgelände. Was die Vertonung angeht – kein Problem: Aus dem Off betet eine Stimme wissenschaftliches Fachchinesisch herunter. Dazwischen: Stille. Das 1969 gedrehte 60-minütige Werk trägt bereits einige der obsessiven Züge, die zu Cronenbergs Markenzeichen werden sollten. Die bedrohlich kalte und futuristische Architektur zum Beispiel. Tabus sind dazu da, dass man sie bricht. Seine Charaktere geben sich nach Herzenslust homosexuellen, fetischistischen undorgiastischen Praktiken aller Art hin. „Stereo“ ist - wie die meisten Arbeiten von David Cronenberg - ein Blick in die Zukunft. Acht menschlichen Versuchskaninchen werden operativ telepathische Fähigkeiten eingepflanzt. Eine Idee, die Cronenberg elf Jahre später mit "Scanners" wieder aufgreift.
Cronenbergs zweiter Spielfilm "Crimes Of The Future" aus dem Jahr 1970 ist geprägt von der Welle des Independent-Kinos, die auch die Fakultäten Torontos erfasst hat. Wieder übernimmt er Produktion, Drehbuch, Regie, Kamera und Schnitt selbst. Diesmal geht es um eine Gesellschaft, in der eine Medikamentenvergiftung sämtliche Frauen dahingerafft hat. Um weiterhin Spaß zu haben, müssen die Männer sich was einfallen lassen.


Cinepix, Roger Corman und Barbara Steele

Das wäre es für David womöglich schon gewesen, hätte er nicht eine Produktionsfirma der schrägeren Art entdeckt. Cinepix wird 1962 in Montreal gegründet und spezialisiert sich zunächst auf amerikanische B-Movies. 1968 wirft sie mit "Valérie" die erste kanadische Erotikklamotte auf den Markt. In der Geschichte einer Prostituierten gibt es jede Menge nackte Haut zu sehen.
Cinépix hält sich an das Erfolgsrezept des Detroiter Regisseurs Roger Corman: Warum teuer, wenn es auch billig geht.

The trip
Von Roger Corman
Auf ARTE am 10. November 2008 um 01.30
Der Regisseur und Produzent von 380 Filmen - darunter auch die ersten Arbeiten von Scorsese und Copolla - schließt die Lücke zwischen Independent-Film und Hollywood. Als David Cronenberg 1972 Schwierigkeiten mit der Finanzierung seines ersten Kinofilms hat, fliegt er zu einem Treffen mit dem Trash-Papst nach Los Angeles. Stattdessen lernt er Horror-Queen Barbara Steele kennen (die Szene des Bads wiedersehen). Sie willigt ein, in seinem Film mitzuspielen. Eine Tatsache, die Cinepix dazu bewegt, den Film "Shivers" zu produzieren. Mit „Shivers“ und den nachfolgenden Streifen schafft Cronenberg die Gattung des “Science-Fiction von nebenan“, der ohne Marsmenschen und Sternenkriege auskommt und gerade deshalb so erschreckend ist.

DVD


"Crimes Of The Future" und "Stereo"
sind bei Lowave erschienen

Roger Corman
The intruder, le château de la terreur, la petite boutique des horreurs, l'attaque des crabes géants, Carnosaur III.
sind in Frankreich bei Bach Film erschienen

The Films of Kenneth Anger. Vol. 1 & 2
kann man bei Fantoma erwerben

"Anger Me"
Ein Dokumentarfilm von Elio Gelmini über Kenneth Anger
>> Offizielle Website des Films


Aktuelles

Performance von Technicolor Skull
Mit Kenneth Anger am Theremin und Brian Butler. Nächste Performance am 08. November im Museum für Moderne Kunst von Kopenhagen.
>> MySpace von technicolor Skull

Kenneth Anger
Kenneth Anger präsentierte sein neuester Film "Ich will!" beim Donaufestival in Krems.

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Samstag 8. November 2008 um 03.00 Uhr
Keine Wiederholungen
(Frankreich, 2008, 52mn)
ARTE F

Erstellt: 05-11-08
Letzte Änderung: 22-02-11