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Reisepass Erasmus

Erasmus, das europäische Programm für Hochschulaustausch, das 2007 seinen zwanzigsten Geburtstag feierte, hat es 1,5 Millionen Studenten ermöglicht im Rahmen (...)

Reisepass Erasmus

27/01/10

Von Brüssel nach Auschwitz


Alexandra und Florian, zwei Erasmus-Studenten, folgen den Spuren von Etty Hillesum, einer jungen jüdischen Frau von 27 Jahren, welche 1943 deportiert und in Auschwitz ermordet wurde. Sie hat ein Tagebuch hinterlassen, welches ihr Leben in Amsterdam 1941 beschreibt.

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Ausschnitt 1
Alexandra und Florian, zwei Erasmus-Studenten, folgen den Spuren von Etty Hillesum, einer 27-jährigen Jüdin, die 1943 ins Konzentrationslager Auschwitz deportiert wurde.



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Ausschnitt 2
Etty erlebt die ersten antisemitischen Diskrimierungen in Amsterdam.




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Ausschnitt 3
Auf ihrem Weg nach Berlin treffen Alexandra et Florian in Köln den Rabbi James, der ihnen erzählt, wie stark und lebensbejahend Etty war.




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Ausschnitt 4
Alexandra und Florian treffen nach ihrer Ankunft in Auschwitz zwei Überlebende des Holocaust: Waclaw und Marie.




Der Konvoi (Dokumentarfilm, 60 Minuten) wurde mit der Unterstützung der Agentur EACEA der Europäischen Kommission (im Rahmen des Programms „Europa der Bürger: eine aktive Europäische Erinnerung“) und der Stiftung des Judentums Belgien produziert.

André Bossuroy ist ein Wiederholungstäter. Aus „Freude am Menschlichen“ hat es sich dieser Regisseur zum Ziel gesetzt, den Europäischen Bürgern – und allen voran den Studenten des Austauschprogramms Erasmus – eine Stimme zu geben. Bereits 2007 veröffentlichte er auf diesen Seiten seine Werke im Rahmen von zehn Studentenporträts im Videoformat, die stark auf die Wandlung eingingen, welche die Studenten während ihrem Erasmus-Jahr erfahren.

Als er vor einigen Jahren auf das Tagebuch von Etty Hillesum stieß, das 1985 auf Französisch veröffentlicht wurde, wollte er alsbald Cafebabel.com davon erzählen, um jene junge Erasmusstudentin zu finden, die eine junge Europäerin spielen könnte, die das Leben liebte. Er, der sich auf die Suche nach dem Absoluten begeben hatte, fühlte sich stark zu dieser nach Freiheit strebenden Figur hingezogen.

  • Sehenswert:

SHOAH
Ein Film von Claude Lanzmann (1985)

auf ARTE am 20. und 27. Januar 2010
„Als ich das europäische Programm ‘eine aktive europäische Erinnerung’ entdeckte," so erzählt er, „wollte ich sofort einen Film über das Leben dieses Opfers der Nazis drehen. Nachdem ich das Projekt dreimal vorgestellt und zwei Absagen erhalten hatte, wurde es endlich von der Europäischen Kommission angenommen, und ich konnte zu drehen beginnen. Es handelt sich um eine echte europäische Produktion in sieben Sprachen: Deutsch, Englisch, Spanisch, Italienisch, Französisch, Polnisch und Russisch. Es nehmen daran Studenten, Schauspieler, Statisten, Künstler und weitere Partner aus zehn Ländern der EU teil. Einen Film wie 'Der Konvoi' zu drehen, bedeutet dabei, sich in den Dienst einer Sache zu stellen, die einen bei weitem übersteigt. Mit Etty Hillesum erreicht man ‚die tiefste und intimste Schicht des menschlichen Wesens’, wie sie selbst sagen würde“.

Der Versuch, ein Road Movie in einem Lager zu drehen, war sehr riskant. Aber Alexandra und Florian sind hervorragende Protagonisten für diesen Film. Manchmal möchte man mehr über den historischen Kontext wissen, den Etty und die überlebenden Zeugen ansprechen. In anderen Momenten ist man vielleicht nicht mit den ästhetischen Entscheidungen des Regisseurs einverstanden. Doch die Authentizität und Ehrlichkeit von Alexandra und Florian nötigen Respekt ab. Die Aufarbeitungsarbeit liest sich an ihren Gesichtern ab. So lebt die Erinnerung auf dem Bildschirm weiter – und das ist das Wichtigste.


Claire A. Poinsignon

Erstellt: 26-01-10
Letzte Änderung: 27-01-10


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