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31.03.2005 - 23.00 : tracks - 31/03/05

Vision - Do it yourself

In den Laboren einer Handvoll schräger Erfinder, entstehen, aus dem Schrott traditioneller Instrumente, retro-futuristische Musik-Maschinen.

Weitere Artikel zum Thema

Maywa Denki
Videoausschnitt der Reportage (real video - 1 Min.50)


Bei Maywa Denki werden sie von Ingenieuren konzipiert, von Arbeitern zusammengeschraubt und auf Konzerten live demonstriert. In dem kleinen Unternehmen ist die Uniform Pflicht. Das Motto der Firma: Lasst uns eine brillante Zukunft schaffen. 15.30

Tosa Nobumichi: "Ich bin Präsident und Generaldirektor von Maywa Denki. Hinter mir sehen sie einen meiner Angestellten. Er hat nichts zu melden, weil er bloß ein Schatten im Unternehmen ist. Schon damals, an der Uni, erfand ich eigenartige Maschinen. In Japan ist es ziemlich schwierig sich als Künstler durchzusetzen. Deswegen habe ich mich bei meiner ersten Ausstellung als Elektriker ausgegeben. Nur so konnte ich meine Kunstwerke dem Publikum vorstellen, ohne es gleich von vorneherein abzuschrecken."

Tosa Nobumichis Vater war Flugzeugdesigner bevor er 1969 Maywa Denki Limited gründete. 10 Jahre lang baute das Unternehmen Staubsaugerrohre, dann kam die Pleite. 1993 übernahmen seine Söhne den Laden mit einem künstlerischen Konzept. Maywa Denki, steht für „Elektriker des Friedens und des Lichts“. In einem Atelier in Tokyo entwerfen sie Design und Mechanik ihrer Musik-Apparate. Bis heute haben die sechs Arbeiter etwa 15 völlig neuartige Instrumente erfunden. Die Steuerung erfolgt über MIDI-Schnittstelle. Während ihres letzten Konzertes beim Octopus-Festival von Paris ist ausnahmsweise nur eines ihrer Instrumente explodiert.

Tosa Nobumichi: "Für Leute, die etwas mit Musik rumspielen wollen, gibt es heutzutage viele elektronische Gadgets, wie den Ipod zum Beispiel. Das ist aber Computermusik. Ich wollte etwas mechanisches erfinden, der elektronischen Musik völlig den Rücken kehren."


Delia Gonzales und Gavin Russom
Videoausschnitt der Reportage (real video - 1 Min.08)

Delia Gonzales und Gavin Russom haben sich vorgenommen die Electro-Szene etwas aufzumischen. Das amerikanische Paar lebt seit drei Monaten in Berlin und schwört auf Handarbeit. Da er im Laden zu teuer war, haben sie sich ihren analogen Sythie selbst gebaut.

Gavin Russom: "Ich bin schon immer sehr intuitiv an die Musik rangegangen. Ich lasse mich überraschen und schaue einfach was passiert, wenn ich zwei Geräte miteinander verbinde. Ich hätte früher gerne einen modularen Synthesizer gehabt, aber so etwas konnte ich mir leider nicht leisten. Man kann damit eine externe Signalquelle durch analoge Filter schleifen und Töne aus einem Oszillator hinzufügen, die durch VCAs verstärkt werden, um neue Harmonische zu erzeugen. Damit kann man wirklich verdammt gute Sounds hinkriegen. Das liegt an der Architektur des Gerätes."

Delia Gonzales: "Man weiß nie, was dabei herauskommt. Selbst wenn man die Knöpfe ein zweites mal in die exakt gleiche Position bringt, ist der Sound nie der Selbe."

Christian Fennesz
Videoausschnitt der Reportage (real video - 1 Min. 20)

Christian Fennesz steht mehr auf die gute alte Klampfe. Schon im Alter von 14 Jahren bastelte der Wiener ein Mikro in den Korpus einer akustischen Gitarre. Noch heute, 20 Jahre danach, ist er ständig auf der Suche nach abgefahrenen Sounds. Zur Zeit füttert er seinen Computer mit Geschrammel aus der Fender.

Christian Fennesz: "Ich mag eigentlich beides, den Sound traditioneller Instrumente, aber auch völlig neue, noch nie da gewesene Töne. Jeden Tag stoße ich auf etwas anderes. Das gibt mir die Motivation, immer weiter zu forschen. Es macht mich einfach glücklich."

Fennesz hat eine eigene Software und eine ganze Reihe von Plug-Ins und Patches programmiert.

Christian Fennesz: "Seit kurzem bin ich besonders davon fasziniert, den Sound einer E-Gitarre durch den Computer zu jagen. Der PC wird dabei zu einer digitalen Schnittstelle und das Ergebnis hat überhaupt nichts mehr mit dem Original zu tun."
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Gefilmt beim:

Festival Octopus
Inventeurs d'instruments, instrumentistes inventifs
12., 13. und 15. Januar 2005
im Point Éphémère, Centre Pompidou und im Palais de Tokyo
Paris
>> Mehr Informationen zum Festival


Présences Electronique
vom 17. bis zum 20. Februar 2005
Salle Olivier Messiaen
Maison de Radio France
Paris
>> Mehr Informationen zum Festival

Album
"Venice" von Christian Fennesz
bei Touch
>> Christian Fennesz bei Mego

Offizielle Websites
>> Offizielle Website von Maywa Denki
>> Offizielle Website von Christian Fennesz

Links
>> Artikel zur Performance von Maywa Denki auf der französischen Site Artoyz
>> Artikel (immer auf französisch) zum Festival Octopus
>> Artikel zur Retrospective Maywa Denki im NTT Intercommunication Center (ICC) in Tokyo
>> Delia Gonzales und Gavin Russom auf der Kompilation DFA
>> Offizielle website von DFA


Christian Fennesz spielt am :
27. Mai 2005
beim Festival C'est dans la Vallée
68260 Sainte-Marie-aux-mines
info line : 0049 3 89 588 050
Film "Berlin Symphonie einer Großtadt" von Walther Ruttman (1927)
>> Offizielle Website des Festivals


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TRACKS
Eine Reportage von Chrystelle André
Donnerstag, den 31. März um 23.00 Uhr
Redaktion: ARTE France, Program33
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Erstellt: 30-03-05
Letzte Änderung: 31-03-05


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