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Tracks, das Magazin für Popkultur ! Themenvorschau und Archiv, Bonusmaterial und Links zu den Themen der Sendungen.
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Donnerstag, den 22. Januar 2004 um 23.20 Uhr
Whg am Samstag, den 24. um 17.45
Redaktion: ARTE France, Program 33
Vision - Chinese Avant-Garde
Nach einer monatelangen Bambuskur, hat unser Nachrichtenexperte Mathieu einen wahren Schatz ausgegraben. Seit fünf Jahren zog die chinesische Avant-Garde heimlich die Fäden der Zeitgenössischen Kunst des zwanzigsten Jahrhunderts. Jetzt nehmen sie das nächste Jahrtausend in Angriff. Ohne Scheuklappen und Komplexe erlebt China gerade seine echte Kulturrevolution.
* Ma Liuming

1994 wackelte der Performance-Artist Ma Liuming nackt über die chinesische Mauer. Der Kontrast zwischen dem ewigen China und dem klapprigen menschlichen Körper setzte ein Zeichen in der chinesischen Avant-Garde, die seitdem förmlich explodiert. Die Generation nach Tien Anmen entdeckt die Meinungsfreiheit und scheut keine Tabus.
>> Ma Liuming - Biographie
>> Ein Interview
>> Ma Liuming in Frankreich
"Sens interdits" - la sensualité dans l’art contemporain chinois
März, April und Mai 2004
im Espace Culturel François Mitterrand
Place Hoche Hoche
24000 Perigueux
Tel. : 0033 5 53 06 40 00
* Du Zhenjun

Du Zhenjun zählt zur Zunft der Avantgardisten und lebt seit Anfang der Neunziger in Frankreich. Früher war er Professor an der Kunsthochschule von Shanghai, wo er noch heute oft gastiert, aber inzwischen hat er sich auf Digital-Video und Interaktivität spezialisiert. 2003 wurden die Installationen von Du Zhenjun erstmals in der Conciergerie von Paris vorgestellt. "Ich verwische eure Spuren" ist ein Augenzwinkern an alle Zivilisationen, die sich für etwas besseres halten, als die Anderen. Hinter jedem Besucher machen sich virtuelle nackte Putzteufel eifrig daran, jede Spur der Fremden zu verwischen. Eine Erfindung des Meisters.
>> Ausstellung - Drei Installationen des Künstlers sind in Lille ausgestellt "Cinéma du Futur" bis zum 22 Februar 2004
>> Interview und eine Reportage in Kultur Digital
In letzter Zeit gerät Mao in seiner Heimat etwas in Vergessenheit. Städte werden immer größer und öffnen die Kassen für westliches Kapital. Doch trotz der wirtschaftlichen Toleranz, werden die Studenten der Kunsthochschulen nach wie vor mit dem realen Sozialismus zugedröhnt. Die Kunst soll der Propaganda-Maschinerie dazu dienen, die Größe der Machthaber und die Kraft des Volkes unter dem wachsamen Auge Maos zu glorifizieren. Die offizielle Kunst ist natürlich ein gefundenes Fressen für Avant-Garde Künstler. So nimmt die Bewegung des Cyberrealismus den Kontrast zwischen den totalitären Symbolen und dem kapitalistischen China aufs Korn. Mao ist immer noch dabei, nur etwas anders geköchelt.

* Die Kunstgalerie Loft

Weltweit reißen sich Kunstgalerien um die zeitgenössische chinesische Kunst. Seit 1994 ist die Gallerie "Loft" von Jean-Francois Roudillon in Paris Vitrine für etwa 30 Künstler. Jede Woche bekommt der Gallerist eine neue Ladung direkt aus China.
>> Galerie Loft
3 bis, rue des Beaux-Arts
75006 Paris
Tel : 0033 1 46 33 18 90
* Gu Dexin und Zhang Huan

In China stehen Künstler nach wie vor unter enormen Druck. Gu Dexin stellt Werke ins Net, in denen kleine Figuren gegen eine unsichtbare Macht kämpfen. Der Panzer ist das Symbol für Tien Anmen, und riesige Maschinen übernehmen die Geburtenkontrolle. Nach fünfzig Jahren Unterdrückung ist für die jungen chinesischen Künstler der Körper die Hauptwaffe des Widerstands. In der Performance "Zwölf Quadratmeter", begießt sich Zhang Huan mit einer Salz- und Zuckerlauge bevor er sich zwölf Stunden lang in einen Schwitzkessel voller Exkremente und Fliegen einsperrt. Nach der symbolischen Unterdrückung findet er die Reinheit in den klaren Gewässern eines Sees wieder.
Aber die Avantgarde feuert nicht nur gegen die Vergangenheit. Auch den zügellosen Kapitalismus nimmt sie ins Fadenkreuz.
>> Zhang Huan - Offizielle Website
* Cui Xuiwen und Wang Du

Cui Xuiwen
Wang Du
Versteckt in den Toiletten eines schicken Clubs in Peking, filmt Cui Xuiwen das laszive Treiben junger Chinesinnen, die sich das Geld für teure West-Klamotten mit ihren Reizen verdienen. Hauptfeinde der chinesischen Künstler sind die Konsumgesellschaft und multinationale Konzerne. Die größten Stars gehen sogar noch weiter. Sie kritisieren offen das Show-Business und die Diktatur der Medien, die über die westliche Welt herrschen. Wang Du floh nach dem Massaker von Tien Anmen in einen Vorort von Paris.
Hier vermutete er die Freiheit, weit gerfehlt! Seine Ausstellungen reisen von New York über Venedig um die ganze Welt. Bei diesem Event in Nord Korea verarbeitet Wang Du Zeitungen zu Pappmachee, aus dem er Skulpturen fertigt, die berühmte Fotografien dreidimensional darstellen. Damit reagiert er auf die Manipulationen der Medien.
Wang Du: Wenn ein Bild in der Presse erscheint, hat es kaum noch etwas mit der Realität zu tun. Die Darstellung im Raum, die Tatsache, dass man um diese Bilder herumgehen und sie berühren kann, eröffnet einen ganz neuen Blickwinkel. Mit diesem Konzept lassen sich die Bilder entschlüsseln. Und sie bekommen einen ganz anderen Sinn.
>> CreativTv - Je veux être un média (auf Französisch)
>> Die Wang Du Parade - Januar bis November 2004 in 4 französischen Städten
- Rennes La criée
vom 16.01 zum 28.02 - Place Honoré Commeurec - 35000 Rennes
- Lyon Le Rectangle
vom 24.03 zum 09.05 - Place Bellecour - 69002 Lyon
- Toulouse Les abatoirs
vom 24.06 zum 05.09 - 76, allée Charles de Fitte - 31300 Toulouse
- Paris Palais de Tokyo
vom 16.09 zum 07.11 - 13, avenue du Président Wilson - 75116 Paris>> Cui Xuiwen, Kan Xuan
vom 10.06 zum 26.09
capc - Musée d'art contemporain
7, rue Ferrère
33000 - Bordeaux
Erstellt: 22-04-04
Letzte Änderung: 20-01-04