28/10/03
Vietnam 1961-1972
Vietnam 1961-1972
Einige Monate nach der Ermordung Kennedys hatte Lyndon B. Johnson den Plan seines Vorgängers, die amerikanischen Militärberater aus Vietnam abzuziehen, öffentlich in Frage gestellt. Einem ungeduldigen General gegenüber sagte er: „Sorgen Sie dafür, dass ich gewählt werde, und Sie bekommen ihren verdammten Krieg.“
Im August 1964 inszeniert die CIA einen Angriff gegen ein US-Kriegsschiff im Golf von Tonking, der den Nordvietnamesen in die Schuhe geschoben wird. Dieser vorgetäuschte Akt der Aggression liefert Johnson endlich den Vorwand dafür, das Kontingent der in Südostasien stationierten US-Truppen zu verzehnfachen und mit Bombenangriffen auf Nordvietnam zu beginnen.
Bereits seit Anfang der 1950er Jahre hatte es „Aktivitäten“ der Amerikaner in dieser Region gegeben; doch diesmal setzte die mächtigste und reichste Nation der Welt ihr gesamtes Militärarsenal (mit Ausnahme der Atombombe) ein, um einer nationalistischen Revolutionsbewegung in einem kleinen Land mit einer fast ausschließlich bäuerlichen Bevölkerung den Garaus zu machen.
In Vietnam läuft die Operation Phönix an: Die CIA hat den Auftrag erhalten, gezielt Zivilpersonen zu beseitigen, um das Land zu lähmen. Lehrer, Ärzte, Führungskräfte werden ermordet. Dazu werden Spezialkommandos von US-Instruktoren der CIA ausgebildet.
William Colby, der für die Durchführung der Operation verantwortliche CIA-Mann, wird einige Jahre später zum Direktor des Geheimdienstes ernannt.
Während des gesamten Vietnamkrieges waren Laos und Kambodscha, obwohl keine offiziellen Kriegsgegner der USA, immer wieder das Ziel von Luftangriffen und zahllosen Massakern, begangen von US-Truppen.
Der längste Krieg, den die USA je geführt haben, forderte Millionen Opfer auf beiden Seiten. Die Schmach der Niederlage stürzte das ganze Land in eine tiefe moralische Krise, wie es sie zuvor noch nicht erlebt hatte.
Erstellt: 22-04-04
Letzte Änderung: 28-10-03