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Daddeln für Offliner: Die neue Straßenspielbewegung

Zu Hause hocken und Computerspielen war gestern. Die neue Gamerszene geht wieder raus auf die Straße. So zum Beispiel das Straßenspiel "2.8 hours later", das die englische Großstadt Leeds eine Nacht lang mit dem Zombievirus infiziert. Wer nicht selbst zur Horrorgestalt mutieren will, muss rennen.

"Pervasive Games" nennen sich diese neuen Spielformen für Liebhaber sozialer Retrotrends. Es geht um Interaktion und Teamgeist. Das Künstlerduo Simon Johnson & Simon Evans hat das Spiel mit den Zombies erfunden - als in England die Sozialleistungen gekürzt wurden. Denn ob Zombies Bürger jagen oder randalierende Banden anderen, die I-Phones stehlen, macht für die beiden Simons keinen großen Unterschied: Schuld ist für sie nämlich der Gier-Virus. Und den erlebt man bei "2.8 hours later" hautnah, und nicht etwa geschützt durch die virusresistente Scheibe eines Computerbildschirms.

Wer da mitmacht, muss kein langhaariger Nerd im Batikhemd mehr sein - Hipster und Künstler machen vor, wie es geht. Sie treffen sich auf Festivals wie Come Out & Play in New York oder Hide and Seek in London. Ihre neueste Entdeckung: Zum Spielen braucht man fast keine Technik. Also weg mit GPS und I-Phone - lang lebe das gute alte Straßenspiel!