18/12/08
Video Chat
Der Chat mit Jérôme Prieur ist beendet.
Lesen Sie die Transkription.
Canal Chat: Guten Abend, wir freuen uns, heute abend Jerome Prieur begrüssen zu können
Jérôme Prieur: Guten Abend
gerard: Ein Thema das Geschichte und Religionen behandelt dazu eine Frage: Warum wurde kein muslimischer Religionswissenschaftler befragt ?
JP: Weil der Islam im 6. Jahrhundert auftaucht. Wir beenden unsere Doku-Reihe im 4./5. Jahrhundert.
Wir bearbeiten in unserer Reihe 3 1/2 Jahrhunderte.
Die Forscher werden nach ihrem Spezialgebiet ausgewählt.
max: Warum ist die Apokalypse von Johannes, der controvers und vielfältig interpretiert wird, der letzte Text im Neuen Testament?
JP: Der Text ist schwierig, untyisch, er ähnelt literarisch nicht den anderen Evangelien.
95/96 wird dieser Text eingeordnet.
Es ist der Text, der am stärksten jüdisch ist.
Der Text wurde unter Schwierigkeiten in den KAnon aufgenommen, weil die Kirche zwischen Orient und Okzident getrennt war.
Früher wurde dieser Text allegorisch verstanden, aber er kündet das Reich Christi an.
Die Kirchen des Orient wollen diesen Text nicht in den Kanon aufnehmen, weil er sehr politisch ist.
Sie ringen sich erst im 4. Jahrhundert dazu durch.
Dieser Text wird als letzter in das NT aufgenommen. Es besteht ein Konflikt zwischen denjenigen die ihn buchstÄblich interpretieren und denjenigen die ihn als Bilder verstehen.
matthieu: Muss noch die Geschichte der verschwundenen christlichen Propheten geschrieben werden? Wie Johannes von Patmos, der vermutlich weniger bekannte und noch Paretischere Kollegen hatte?
JP: Ein amerikanischer Forscher hat ein Buch "der verschwundene Christianismus" geschrieben.
Zu Beginn ist das Christentum nicht monolithisch sondern ein Schlachtfeld.
Viele christliche Texte entstanden, die apokryphischen Texte, die theologisch nicht richtig waren.
Würde man Texte von verschwundenen Propheten wieder finden, käme dies einem Wunder gleich. Es gibt Schriftstücke in Bibliotheken, oder aber weil sie von ihren Gegnern zitiert werden.
S. Bernard: Warum sind ihre Dokumentationsreihen immer ein Erfolg? Können die Medien mit dem Thema Religion nicht umgehen?
JP: Ich hoffe, der Erfolg hält an. Wir werden von Arte ausgestrahlt, die Forscher kommen zu Wort und können auch ihre Fragestellungen zum Ausdruck bringen.
Neugierige Zuschauer werden dies Reieh hochspannend finden. Man muss sich konzentrieren, wie selten sonst im TV.
Sonntagmorgens werden Sendungen über die religionen ausgestrahlt, allerdings konfessionell geprÄgt, wir dagegen verfolgen einen historischen und weltlichen Ansatz.
Wir suchen nach dem Widerhall der Geschichte und der Religionsgeschichte.
Diese Geschichte wird kaum gelehrt oder aber sehr positiv.
Die Evangelien wurden nicht von Zeitgenossen Jesu geschrieben. Sondern Ende der 60/80 JAhre unserer Zeitrechnung. Im Wesentlichen beziehen sich die Beschreibungen auf die Entstehungszeit der Texte.
Jesus war vermutlich gegenüber den Pharisäern nicht sehr vindikativ, eher im Gegenteil. Aber als das Evangelium geschrieben wurde, waren die Pharisäer zum Feind geworden.
Ron/USA: Verzeihen Sie meine Frage aber zum besseren Verständnis: Sind Sie Christ?
JP: Als wir Corpus Christi gedreht haben, hat uns niemand diese Frage gestellt. Aber für uns beide gilt: nein, wir sind nicht gläubig.
Aber wer ist schon ein Neutrum, abgesehen von den Eunuchen?
Diese Reihe stellt den Stand der Forschung im 21. Jahrhundert dar. Würde man sie zu einem anderen Zeitpunkt erneut drehen, würde sich das Bild anders zusammensetzen.
Wir versuchen intellektuelle Ehrlichkeit zu zeigen, wir haben für die drei Reiehn die gleichen Forscher befragt, dies zeigt, dass unser Ansatz ehrlich ist.
Nicolas: Warum wurden diese Schriften in griechischer Sprache geschrieben? Haben Sie den kulturellen Einfluss der griechischen Sprache unter Augustus berücksichtigt?
JP: Wir betrachteten die Evangelien wie einen Katechismus. Dies Texte sind logisch und häufig sehr gut geschrieben.
Alle wuden in griechischer Sprache geschrieben und gefunden, sie waren dazu bestimmt, verbreitet zu werden. Diese christlichen Texte richten sich an die jüdische Diaspora.
Griechisch war damals das Englisch von heute.
Dies ist ein wichtiges Element bei der Verbreitung der christlichen Lehre.
Pot: Welche Absicht verfolgt der Verfasser der Apokalypse Ihrer Meinung nach, wenn man einmal vom historischen Kontext absieht? Welchen Sinn hat für Sie die Apokalypse?
JP: Die Apokalypse wie auch die jüdischen Apokalypsen sind Texte der Auflehnung.
Eine Protestreaktion auf die Schüler von PAulus.
Und ebenso gegen rom gerichtet.
Dieser Text wurde von einem Gotteseiferer geschireben, der mit dem Bild des wohlmeinenden Frühchristentums bricht. Man greift nicht zur Waffe, aber zu sehr gewalttätigen Worten.
Miteny: Bezieht sich das Buch der Apokalypse nicht auch auf das Buch Daniels?
JP: Ja, das Buch Daniels ist ein jüdisches Buch aus der Zeit vor dem ertsen JAhhundert unserer Zeitrechnung. Apokalypsen wurden zwischen den JAhren 60 und W135, während der jüdischen Kriege geschrieben.
Gerald: Werden Sie sich in Zukunft auch mit dem Ursprung des Islam befassen? Und mit der Hypothese: der Einfluss des Messianismus des Jesus von NAzareth auf den Islam?
JP: Ich darf Sie auf eine Folge der vorhergeehenden Doku-Reihe verweisen, die den Ursrung des Christentums behandelt. Die Pharisäer ergreifen die MAcht und drÄngen bestimmte Gruppen an den Rand. Die Nazaräer sind am Rande des Islam und dieser Aspekt ist sehr interessant, wie in dem Buch von GNILKA im Verlag CERF beschrieben wird.
Jerome: Bedeutet der Begriff Apokalypse die Wiederkehr Gottes , Jesu oder beider auf die erde?
JP: Nein, die apokalypse ist die Offenbarung. Die christliche Apokalypse kündigt das Ende der Zeit und das Kommen des Reichs Gottes an.
Jesusus commt als Christus, als Herr zurück?
Das ist die Grunderwartung der ersten Christen. Sie warten nicht auf die Auferstehung Jesu damit das Reich Gottes wird. Jesus sagt: Die Menschen meiner Zeit werden das Ende der Zeit erleben. PAulus beruhigt die Gläubigen "Fürchtet den Tod nicht, ihr werdet auferstehen"
Giova: Das messianische Element ist im Christentum vorherrschend, wie erklären Sie die Tatsache, dass der Islam das Element des Erlösers aufgegriffen hat? Gründet sich dieser Glaube auf die christlichen Schriften?
JP: Im Gegensatz zum Judentum wartet das Christentum auf den Messias, sondern im Christentum wird auf die Wiederkehr Christi gewartet. Die Auferstehung ist mit dem Ende der Zeit verbunden;
in den Evangelien wird der Grund für die Auferstehng geschildert. Jesus muss das Reich Gottes brigen und die Toten erwecken; Jesus ist der vorletzte Prophet vor Mohammed.
Gott rettet ist die Bedeutung des Wortes "Jesus", der Erlöser, der Retter, ist daraus entsanden;
Jean-Pierre: Haben Sie sich auch mit der Frage beschäftigt, dass die Apokalypse sich in der Verlängerung des Wort Jesu befindet, demzufolge das Reich in uns selbst ist. Dies bedeutet eine symbolische Lesart in Verbindung zum Körper des Menschen.
JP: Wir denken, dass Jesus ein Jünger von Johannes dem Täufer war.
Er wartet auf das Reich Gottes
Er will nicht, dass die Erde von Römern oder Griechen besudelt wird;
Er nennt reinehit, Taufe um die Gnade Gottes wieder zu erlangen. Andere tendenzen wollen aus diesem Reich ein geistliches Reich
machen; Ihre Frage wird seit langem diskutiert, aber wir glauben nicht, dass dies die Einstellung Jesu war.
Safi: ist in der Apokalypse von Johannes von Patmos die Ankündigung von Armageddon enthalten?
JP: Nein, man kann aus Texten vieles herauslesen, aber der text von Johannes bezieht sich auf genaue Sachverhalte.
MAn könnte daraus eine Art da Vinci Code herauslesen, aber dies würde nichts bringen, da keine stichhaltigen Beweise vorliegen.
Isabelle: Haben ihre erfolgreichen Dokumentarfilme auf ARTE auch eine Schockwirkung?
JP: Ja, es sind keine Heiligengeschichten, sondern soziale und politische Darstellungen. Wir suchen nicht nach einem spirituellen Sinn.
Manche christlichen Zuschauer sind schockiert, weil unserer Auffassung nach zwischen Jesus, der von den Römeern gekreuzigt wurde und der Religion, die ihn als ihren Begründer nennt, eine Kluft besteht.
Manche können nicht akzeptieren, dass das Christentum sich organisierte und durch die Entscheidung der Römer, sie zur offiziellen Religion zu erheben, gefördert wurde.
Die Verbindung zwischen Religion und Staat ist klar erkennbar. Für manche Christen ist dieser Ansatz provozierend.
cs:Die Distribution der Texte wäre mündlich, in "Fremdsprache" und innerhalb bereits bestehender Infrastruktur geschehen? Unter Randgruppen?
JP: Die ersten Christen waren kleine Gemeinschaften. Für sie brauchte nichts geschieben werden, sie hatten die Bibel. Die Erzählungen werden mündliche überliefert. Das Ende der Zeit tritt nicht ein, deshalb wird niedergeschrieben.
Ein amerikanischer Forscher sagt, dass die Niederschreibung das Ende der mündlichen Überlieferung ist.
Yvoniko: Warum dieses Interesse für das NT, Ist das Christentum im 3, Jahrtausend noch interessant, spricht es die Menschen an und warum?
JP: Ich habe ein Buch über Proust, die gothische Literatur geschireben und einen Film über René Char gedreht. Ich habe vielerlei Interessen.
Ich habe jedoch festgestellt, dass ich mich in der geschichte des Christentums nicht auskannte und habe dafür ein tiefgründiges Interesse entwickelt. Es handelt sich um Tete, die mehr Fragen als Antworten stellen. Ansosnten muss man einen Theologen befragen.
ParisElimine: Haben Sie weitere gemeinsame Projekte?
JP: Mit Jesus;)
Ja, sicher erden Gerard Mordillat und ich wieder zusammen arbeiten, vielleicht werden wir in andere Richtungen forschen.
Zurzeit arbeite ich an ein einem hochinteressanten Filmprojekt.
CC: Danke. Zum Schluss noch eine letzte Bemerkung?
JP: Ich bin traurig, dass die beiden erstenFolgen schon vorbei sind, aber es warten noch weitere 10 Folgen und 3 Jahrhundeerte auf uns. Fantastisch ist, dass ARTE solche Dokumentarfilme zeigen kann.
Ich kann es kaum fassen ;)
Jules: Danke, Spannend, ich warte schon auf die nächste Folge.
Safi: Genial, Danke
Erstellt: 29-08-08
Letzte Änderung: 18-12-08