27/03/02
Vaya con dios
Kinostart 28.März 2002
VAYA CON DIOS
Eine Komödie von Zoltan Spirandelli
Deutschland 2002
Ausgezeichnet von der Filmbewertungsstelle Wiesbaden (FBW) mit dem Prädikat: besonders wertvoll
Wo ein Wille ist, ist auch ein Umweg!
Synopsis
Der Heilige Geist offenbart sich in der Musik, im Klang. Davon sind die Mönche des Cantorianer-Ordens überzeugt. Und man möchte ihnen glauben, wenn sie ihre machtvollen Stimmen erheben. Dann ertönen Choräle, himmlische Musik in vollendeter Harmonie. Musik ist Leben. Aber was das Leben wirklich ist, das lernen die Mönche erst auf ihrer Wanderschaft zu ihren Brüdern nach Italien.
Irgendwo auf ihrem Weg begegnet ihnen Chiara. Auch sie hat sich verirrt. In ihrem Cabrio ist noch Platz, und so geht es in rauschendem Tempo gen Süden. Die Landschaft fliegt an den Mönchen vorbei, eine „teuflische“ Musik dröhnt aus dem Autoradio: „Die Komposition ist wider alle Regeln... Alles in allem grauenvolle Musik. – Können wir das noch mal hören?“
Da sind die Mönche schon infiziert vom Rhythmus des Lebens. Und Chiara wird ganz anders, als ihr der junge Mönch Arbo mit seinem klaren Blick direkt in die Augen schaut. Der Weg ist lang, die Versuchung groß: Das Quartett legt einen Umweg zu Tassilos Mutter ein. Tassilo bleibt! Benno wird von den schärfsten Gegnern der Cantorianer, den Jesuiten, mit einer herausfordernden Lebensaufgabe geködert, und Chiara kehrt zu einem Mann zurück, den sie nicht mehr wirklich lieben kann. Nur Arbo, nun ganz allein in der großen Stadt, begreift, worauf es im Leben ankommt:
Höre auf deine innere Stimme! Und diese Stimme ruft nach den Brüdern. Aber noch lauter nach Chiara!
Kommentar
VAYA CON DIOS hätte den Untertitel ‚Eine göttliche Komödie‘ verdient. Traumhaft inspiriert bleibt Drehbuchautor und Regisseur Zoltan Spirandelli jedoch immer an der Realität, auch wenn das den Figuren nicht immer so vorkommt. Arbo (Daniel Brühl) ist fasziniert von Chiara (Chiara Schoras), der ersten Frau, die er in seinem jugendlichen Leben leibhaftig wahrnimmt. Und Chiara ist verzaubert von den abendlichen Gesängen der drei Cantorianermönche, in dem wiederhallenden Steinbruch, in dem sie eine Autopanne haben.
Mit Charme, Weisheit und Offenheit entläßt Zoltan Spirandelli seine drei schrägen Mönche in die Welt. Mit freundlicher Naivität und Humanität versucht das Trio die 1500 Kilometer bis zu ihrem Orden in Italien zurückzulegen, und wird dabei von weltlichen Versuchungen heimgesucht.
Diesen klassischen Anfang für ein Märchen transportiert Spirandelli gekonnt in unsere Gegenwart. Liebe- und humorvoll begleitet er seine drei Helden auf die Reise - ein Roadmovie der ungewöhnlichen Art.
Und obwohl die drei Mönche nicht von dieser Welt sind, wirken sie charmant verstaubt, und keinesfalls langweilig. Außerdem sind sie neugierig, und das gibt ihnen die Möglichkeit Neues kennenzulernen und sich zu entwickeln.
Großartig funktioniert in VAYA CON DIOS auch der Soundtrack, der von Pop bis zu cantorianischen Gesängen alles parat hält. Mit seinem ersten Kurzfilm, DER HAHN IST TOT (1988), der wochenlang in Kinos als Vorfilm lief, inspirierte Zoltan Spirandelli das Kinopublikum zum Mitsingen des gleichnamigen Liedes. Den Dialog mit dem Publikum hat Spirandelli beibehalten:mit seiner menschlichen Verschrobenheit spielt sich VAYA CON DIOS gleich einen ganz besonderen Platz in den Herzen der Zuschauer ein.
Nana A.T.Rebhan
Erstellt: 20-04-04
Letzte Änderung: 27-03-02