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Blow up

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13/09/11

Valérie Mréjen - Blow up: Begegnung

Bei der Parallelveranstaltung Quinzaine des réalisateurs stellt Valérie Mréjen heute En ville vor. Ein Film, bei dem sie zusammen mit Bertrand Schéfer Regie führte. Wir nutzen die Gelegenheit und legen ihr unseren Blow-Up-Fragebogen vor.



Müsste ich ...



1. … eine Eröffnungsszene wählen,

es wäre die von Reservoir Dogs – Wilde Hunde … Toby Wang, Toby Chung





2. … die gute Leistung eines Schauspielers bewerten,

es wäre die von Harvey Keitel in Bad Lieutenant.





3. … die Stimme eines Schauspielers auswählen,

kann es natürlich nur die von Delphine Seyrig sein. Aus diesem Grund nehme ich auch so gern Busse der Linie 86 in Paris. Die Frau, die die Haltestellen ankündigt, hat nämlich eine ganz ähnliche Stimme.
Dann wäre da auch noch die Stimme von Henri Laborit, bei seiner Erklärung über das Verhalten der Ratten zwischen Szenen, in denen Menschen spielen, in dem Resnais-Film Mein Onkel aus Amerika.



4. … einen Soundtrack auswählen,

fällt mir spontan die unglaublich leichte und zugleich melancholische Musik von Martin Wheeler ein, die er für Diane Wellington, den jüngsten Kurzfilm von Arnaud des Paillères komponiert hat.



5. … einen Tanz wählen,

es wäre der der Kinder in Cria Cuervos zu dem Lied Porque te vas.






6. … eine gelungene Antwort nennen:

„I don't want to die“, am Ende von Die Lady von Shanghai. Das ist auch der Schluss des Abspanns von Cinéma cinémas.



7. … einen Vorspann nennen,

es wäre der von Getaway von Sam Peckinpah. Steve McQueen sitzt im Gefängnis und die Schätzchen sind draußen.



8 … ein Filmplakat bestimmen,

wäre es das von Auf Liebe und Tod. Ich erinnere mich noch gut an das Poster an den gekachelten Wänden der Pariser U-Bahn, als der Film in die Kinos kam.





9. … eine erste erotische Wallung nennen,

fällt mir sofort der auf dem Badeanzug aufgedruckte Löwenkopf der Pariserin in Passe ton bac d'abord ein. Bernard zeigt auf den geöffneten Rachen in Höhe der Schamgegend und fragt: „Beißt der?“. OK, ich war noch klein, als ich den Film sah.



10. … einen Lachanfall nennen,

denke ich an Charlie Chaplin, als er sich in Goldrausch unter dem Blick seines ebenso ausgehungerten Kompagnons in ein Riesenhuhn verwandelt.





11. … mich an einen großen Schrecken erinnern,

fällt mir sofort jedes unförmige in Zeitungspapier verpackte Etwas in einer Tasche ein. Ich befürchte jedes Mal, dass es vielleicht doch der Kopf von Alfredo Garcia sein könnte.



12. … mich an eine Träne erinnern...

könnte ich jedes Ende eines Films von OzuYasujirōnehmen.



13. … ein Detail aus einem Film nennen,

kommt mir das kleine Mädchen von Maud in den Sinn, aus dem Film Meine Nacht bei Maud. Sie steht nach dem Zubettgehen auf, platzt mit dem Nachthemd in das Abendessen der Erwachsenen hinein und flüstert ihrer Mutter etwas ins Ohr. Die macht den Stecker der Weihnachtsbaumbeleuchtung in die Steckdose und sagt: „Siehst wie schön es ist? So, geh jetzt wieder schlafen“.



14. … eine Kamerafahrt auswählen,

würde ich die Schwebebahn in Wuppertal über dem Fluss aus Alice in den Städten nennen.



15. … eine Nahaufnahme bestimmen,

nähme ich die eines von Alain Cavalier beschriebenen Gesichts in der Fernsehserie Cinéma, de notre temps. In der ihm von Jean-Pierre Limosin gewidmeten Sendung beschreibt Cavalier diese Kindheitserinnerung eines Gesichts auf der Leinwand.



16. … einen todlangweiligen Kinoklassiker nennen,

würde ich Vom Winde verweht wählen. Er ist aber in meiner Erinnerung schon ziemlich verblasst. Eigentlich ein guter Grund, ihn wiederzusehen.



17. … eine tolle Szene aus einem ansonsten unsäglichen Film nennen,

ginge das gar nicht. Ich nehme lieber eine tolle Szene aus einem tollen Film. Die Vernissage aus Seine Gefangene von Henri-Georges Clouzot. Ein großartiger Moment mit einem wunderbaren Rhythmus inmitten von kinetischen Kunstwerken und einem Michel Piccoli der sagt: „ich komme zurück wenn weniger los ist“.



18. … eine unsägliche Szene aus einem ansonsten tollen Film nennen,

kann ich lange suchen. Ich finde nichts. Ich kann aber einen Film nennen, den ich nicht ausstehen kann. Santa Sangre von Alejandro Jodorowski. Den kann ich im wahrsten Sinne des Wortes nicht sehen.



19. … eine Schlussszene wählen,

wäre das für mich die von Die Flucht ins Ungewisse von Sidney Lumet, als der Sohn Danny, gespielt von River Phoenix, seiner Wege geht.
Nummer zwei ist für mich die Schlussszene von TōkyōSonata von Kiyoshi Kurosawa, als der Junge vorspielt. Eigentlich ist es zwei Mal der gleiche Schluss. Der Sprößling schlägt seine Laufbahn als Künstler ein.





20. … abschließend die schwierigste Auswahl überhaupt treffen,
wäre das die einer einzigen Einstellung.Ich nehme die Einstellungen von Maria Falconettis Gesicht in Die Passion der Jungfrau von Orleans von Carl Theodor Dreyer. Seien Sie edelmütig, dann kann ich alle nehmen!

Valérie Mréjen




























































































Erstellt: 17-11-10
Letzte Änderung: 13-09-11