Berlin – vermeintlicher Geburtsort der Currywurst und Heimstatt großer Politik. Hier lebt die Geschichte und natürlich steppt der Berliner Bär. Doch es gibt ein Berlin hinter der sauberen Kulisse, jenseits von Klischee und Inszenierung. Benjamin Wolbergs führt uns mit seinem Bildband „Urban Illustration Berlin“ genau dorthin, wo Kunst zum Ausdruck eines urbanen Lebensgefühls wird. Wo zwischen Asphalt und Beton Street Art den Farbton angibt. Street Art hat einen flüchtigen Charakter. Dennoch funktioniert „Urban Illustration Berlin“ auch als Reiseführer. Benjamin Wolbergs: "Ich beobachte das ja schon seit 2001 und weiß einfach wo immer wieder was passiert. Deswegen macht es auch Sinn mit dem Stadtplan wo die Orte eingezeichnet sind durch Berlin zu gehen. Man wird vielleicht nicht mehr die Sachen finden die man im Buch sieht wird aber auf jeden Fall neue Dinge finden. Und das ist ja wahrscheinlich auch interessanter als die Sachen wieder zu finden die man sowieso schon aus dem Buch kennt."
Und so führt einen der beiliegende Stadtplan an die Hotspots der Berliner Street Art Szene.
Street Art ist allerdings immer noch illegal, für viele Hausbesitzer ein ärgerliches Übel und für das Auge des Gesetzes schlicht Sachbeschädigung. Auf der anderen Seite, ist es für viele die einzige Möglichkeit, ihr Lebensumfeld mitzugestalten. Veröffentlichungen zum Thema Street Art bewegen sich sprachlich gerne innerhalb szenetypischer Chiffren. Wolbergs dagegen macht das Thema auch für den Unkundigen verständlich. Für den nötigen Background ergänzt er die rund 500 Fotos durch knappe Erklärungen zu den wichtigsten Techniken und durch Interviews mit verschiedenen Artists.
Kreativität oder Schmiererei? Kunst oder Straftat? Am Ende bleibt die Frage: Wem gehört die Stadt?
Buch„Urban Illustration Berlin“ von Benjamin Wolbergs
beim Gingkopress
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