10/11/06
Untitled 116 von Peter Lindbergh
Vor Peter Lindberghs Kamera standen die schönsten Frauen der Welt. Nun hat der Starfotograf deutscher Herkunft im Verlag Schirmer und Mosel einen neuen Bildband herausgebracht: „Untiteld 116" (One-one-six). Er zeigt mehr als eindrucksvolle Star-Portraits - er stellt ein neues Schönheitsideal vor.
Die Reportage sehen (real video - 2'59)
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Die 250 Portraits von 116 Frauen zeigen nicht nur eindrucksvolle Star-Portraits, Peter Lindbergh stellt mit diesem Band auch ein anderes, ein neues Schönheitsideal vor, das von Individualität und Persönlichkeit geprägt ist.
Die Schönsten und Berühmtesten stehen vor seiner Kamera. Peter Lindbergh gilt als Poet des Glamours, ist einer der wichtigsten Mode- und Portraitfotografen
unserer Zeit. Seine Ästhetik kultiviert den Schnappschuss, ist zugleich einfühlsam und geprägt von rätselhafter, unterkühlter Sinnlichkeit. Wenn er Frauen fotografierte, stellte er das Starke, Selbstbewusste ihrer Persönlichkeit heraus. Damit wirkte Lindbergh in den letzten zwanzig Jahren entscheidend an der Entstehung eines neuen Frauenbildes mit.
Sein aktueller Bildband zeigt vorwiegend melancholische Portraits von emanzipierten und zugleich zerbrechlich wirkenden Frauen. Ihre Schönheit kommt von Innen. Sie steht für Lindberghs zeitgemäßes, verändertes Schönheitsideal.
„Die klassische Schönheit kommt mir nur als Langeweile in den Sinn. Ich finde, Schönheit ist immer Persönlichkeit und nie die klassische, geometrische Gleichheit im Gesicht.Ich denke, dass Falten und Erfahrung, die sich in diesen Gesichtern widerspiegeln sehr viel interessanter sind als das was man so gewohnt ist zu sehen. Diese platte Schönheit, über die man überhaupt nicht nachdenken muss."
Peter Lindbergh
In seinen Porträts will Lindbergh dem, was man Seele nennt, auf die Spur kommen. Er konzentriert sich auf Frauen über 60 - ungeschminkt. Und lehnt es ab, die Gesichter von Pina Bausch oder Jeanne Moreau durch Manipulation zu schönen, Alter und Falten wegzuschminken.
„Jeanne Moreau ist die Frau, die ich am meisten bewundere und auch am Schönsten finde von allen Frauen, die ich kenne - außer meiner eigenen. Dieses Gesicht, diese Stärke, diese Zartheit und dieses Gelebte."
Peter Lindbergh
Dass er selbst viele Jahre mit seinen Werbe- und Modefotos und den berühmten Pirelli-Kalendern ein oberflächliches Frauenbild stilisierte, macht den 60-Jährigen heute nachdenklich und betroffen.
„Wir diskutieren sehr viel darüber, dass ich - obwohl ich nicht in diesem Jugendwahn mitschwimme - dass ich trotzdem dafür mitverantwortlich bin, das dass
Schönheitsbild der Frau heute so auf den Hund gekommen ist, dass man nur noch Menschen schön findet, die 18 Jahre alt sind. Das ist eine Tragik finde ich."
Peter Lindbergh
Erstellt: 10-11-06
Letzte Änderung: 10-11-06