Die Europäerin im 15. Jahrhundertträgt Miederwaren auf der Oberbekleidung: der sucrot, eine über dem Gewand getragene, die Brüste flach drückende und den Bauch betonende Weste. Unter ihrem Gewand trägt die Frau ein die Taille einschnürendes Band. Der Oberkörper steckt in einer hinten oder seitlich geschnürten Korsage, der Futaine, die noch durch eine kurze Korsage, dem Doublet, und die Brust zusammendrückende Stoffbinden ergänzt wird. Gelegentlich kommt noch ein Unterkorselett aus steifem Leinen, der Cotte, dazu.
Im Pariser Musée de Cluny oder im Musée Galliera sind für Frauen mit Missbildungen bestimmte Eisenkorsette aus dem 15. Jahrhundert ausgestellt.
Alle diese Teile werden auf einem voluminösen Leinen- oder Baumwollunterkleid mit weiten Ärmeln, dem späteren Hemd, getragen. Die Beinkleider werden von Strumpfbändern gehalten, die durchaus ihren erotischen Reiz haben. Die Frau des 15. Jahrhunderts ist unter ihren Dessous immer noch nackt, geschlossene Wäschestücke finden erst im 16. Jahrhundert allgemeine Verbreitung.
>> Die Frau der Renaissance






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