Dokumentation, Deutschland 2005, Erstausstrahlung
Regie: Wolfgang Groh
"Unter Zucker" stellt Menschen mit Diabetes hautnah vor, ihre Ängste, ihre Hoffnungen und ihren Alltag, den die lebensbedrohliche Erkrankung verändert hat. Für Betroffene ist die Diagnose ein Schock. Wie schaffen sie es, ihren Alltag dem Diabetes anzupassen? Wie lebt man mit der täglichen Spritze?Für immer mehr Menschen geht ohne das lebensrettende Insulin nichts mehr. Selbst kleine Kinder kann es erwischen, wie die zweijährige Thora. Für die Eltern kam alles völlig unerwartet. Das Leben der ganzen Familie musste auf den Diabetes des Kindes eingestellt werden. Eine Überdosis Insulin oder ein Vergessen der Spritzen bedeutet für das kleine Mädchen den Tod. Bei René (55) wurde vor zehn Monaten ein Diabetes diagnostiziert. Endlich, denn über Jahre hinaus wurde er falsch behandelt. Das Resultat: Der Pariser ist zu 80 Prozent blind, und demnächst muss ein Fuß amputiert werden. Sein Leid hätte durch Früherkennung verhindert werden können. Der ehemalige Verkäufer war von heute auf morgen arbeitsunfähig. Fast Food, sagt er, ist schuld an seiner Krankheit. Für den dreifachen Familienvater kommt letztlich jede Hilfe zu spät.
Glück im Unglück hatte dagegen die 16-jährige Lysanne. Das Unwissen der Ärzte hätte auch bei der Berlinerin fast zu katastrophalen Behandlungsfehlern geführt. Nur durch Zufall wurde der Diabetes entdeckt. "Ich habe keine Schuld", beteuert das junge Mädchen, das nun seine fatalen Essgewohnheiten komplett umstellen muss. Wie viele Fälle müssen noch in die Öffentlichkeit gezerrt werden, wie viele Angehörige und Bekannte muss die Epidemie noch treffen, bevor wir selbst anfangen, unsere Ernährung umzustellen und besonders von den überflüssigen, suchtbildenden Produkten lassen, die man fälschlich "Nahrungsmittel" nennt?







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