Keine Science-Fiction-Figur bietet der philosophischen Reflexion mehr Stoff als der "Unsichtbare Mensch", dessen schemenhafte, halb abwesende, halb anwesende Existenz sich lediglich durch die von ihm hervorgerufenen Wirkungen äußert.
Am Beispiel des "Unsichtbaren Menschen" lassen sich viele Probleme abhandeln: wahrnehmungspsychologische (was sehe ich wirklich?), ethisch-moralische (was geschähe, wenn wir ohne Wissen und außerhalb des Blickfeldes der Anderen handeln könnten?) und nicht zuletzt Fragen der Solidarität, denn vielleicht ist der Unsichtbare ja der Obdachlose, der gesellschaftlich Unsichtbare, der von niemandem mehr wahrgenommen wird?
Zu Gast:
Pierre Cassou-Noguès ist Forscher bei der nationalen französischen Forschungsorganisation CNRS. und lehrt Wissenschaftsphilosophie an der Universität Lille III. Sein derzeitiger Schwerpunkt sind die Beziehungen zwischen Wissenschaft und Literatur.
Veröffentlichungen : "De l'expérience mathématique" (2001); "Les démons de Gödel, logique et folie" (2007); "Une histoire de machines, de vampires et de fous" (2007). "Mon zombie et moi: la philosophie comme fiction" (2010) ist eine Neubetrachtung von überlieferten Auffassungen zu Natur und Individuum. Methodisch stützt Cassou-Noguès sich auf die Analyse verschiedener literarischer Figuren.





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