Der Trailer zum Film (Real Video)Kritik: In seinem ersten Spielfilm verlegt der renommierte Theaterdirektor Mark Dornford-May die Handlung von Georges Bizets Oper „Carmen“ aus dem spanischen Sevilla des Jahres 1820 in die heutige Zeit nach Khayelitsha, einem Township in Südafrika. Die Handelnden sprechen und singen in der Landessprache Xhosa. Don José ist Jongikhaya und anstelle von Escamillo, dem Torrero, erobert hier der Opernsänger Lulamile Nkomo Carmens Herz. Mark Dornford-May gründete 2001 eine Theatergruppe in Cape Town und geht seither mit ihr sehr erfolgreich auf Tournee. Das Repertoire der Truppe besteht im Wesentlichen aus zwei Stücken, Yiimimangaliso-The Mysteries, eine sehr freie Bibeladaptation, und Carmen.
Die Übertragung eines Meisterwerks von der Bühne auf die Leinwand ist nicht unproblematisch. Manch großer Meister mußte dies bereits schmerzhaft erfahren und ist an seinem Projekt gescheitert, so zum Beispiel Comencini mit La Bohéme oder Zeffirelli mit La Traviata. Von Anfang an zieht Regisseur Mark Dornford-May alle Register, um zu beweisen, dass er das für ihn bisher fremde Medium beherrscht. Der Film beginnt mit Luftaufnahmen von Khayelitsha, wobei die ruckartige Kameraführung von Baz Lurhmann eher irritiert. Die ersten schnellen Kamerafahrten verlangsamen sich, doch plötzlich setzt sie zu einer Schwindel erregenden Fahrt durch die Straßen des Townships an, so als wolle sie Atmosphäre für das bevorstehende Drama zu schaffen und die Lebensbedingungen der Bewohner der Siedlung zeigen.
Die ermüdend übertriebenen Inszenierungen sind ein durchgängiger Makel dieses Films. Einen Lichtblick bieten lediglich die Darsteller, allen voran die hervorragende Pauline Malefane, die den Figuren dieser Carmen-Adaptation charismatische Präsenz verleihen. Eine Sequenz des Films verdient es allerdings positiv hervorgehoben zu werden. Es ist dieser wunderbare Flash-back: Lulamile Nkomo ist nach langen Jahren der Abwesenheit auf dem Weg zurück nach Hause. An ihm vorbei zieht eine ihm vertraute doch beinahe vergessene Landschaft. Da kehrt die Erinnerung zurück und spiegelt sich im Rückspiegel des Wagens wider. Aber kann ein einzelner guter Einfall einen Film retten? „U-Carmen eKhayelitsha“ verbreitet tödliche Langeweile, wobei offen bleibt, ob sie von der x-fachen Wiederholung eines nur allzu bekannten Eifersuchtsdramas herrührt, oder von der Unmöglichkeit, die Magie eines wundervollen Bühnenstückes mit 24 Bildern pro Sekunden auf Zelluloid zu bannen.
Delphine Valloire






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Filmadaptation von Georges Bizet Oper « Carmen ». Der Film verlegt die Handlung in die Townshipos Südafrikas. Carmen singt und spricht in Xhosa.
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