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11.04.2006 um 14.00 Uhr - 07/04/06

Trigger- Osteopraktik

Druckpunkte gegen den Schmerz


Die Triggermedizin kann durch geeignete Diagnose- und Behandlungsverfahren die Ursachen vieler bislang therapieresistenter Schmerzen behandeln.

Rund 90 % aller Menschen leiden in Ihrem Leben irgendwann an Rückenschmerzen. Bei vielen Patienten ist eine eindeutige organische Ursache nicht zu diagnostizieren. Neue Forschungen in der Schmerztherapie zeigen jedoch, dass die eigentliche Ursache dieser Schmerzen in vielen Fällen so genannte Triggerpunkte sind, druckempfindliche Knoten im Inneren der Muskeln, von denen Schmerzsignale ausgesendet werden. Die Triggermedizin kann durch geeignete Diagnose- und Behandlungsverfahren die Ursachen vieler bislang therapieresistenter Schmerzen behandeln.

Was sind Trigger?
Trigger sind dauerhaft verkürzte und geschwollene Muskelfasern. Sie sind als harte Stränge oder Knoten in der Muskulatur tastbar und können sich über Jahre bilden, meist durch Überanstrengung oder durch Verletzungen. Da Skelett und Muskulatur ein Ganzes bilden, ziehen diese Faserverdickungen schließlich auch den Knochen in Mitleidenschaft. Das heißt, die Trigger beginnen wie ein überspanntes Seil am Knochen zu ziehen. Auf diese Weise gelingt es ihnen, über den Sehnenansatz Gelenke ungleichmäßig zu belasten und sogar Wirbel in Fehlstellungen zu bringen.


Was bewirken Trigger?
In der Folge treten häufig diffuse Schmerzen des Bewegungsapparates auf. Die häufigsten Diagnosen: Bandscheibenvorfälle, Blockaden oder andere Gelenkschäden, wie Abnutzungen oder Arthrose. Sie alle müssen mehrheitlich muskulären, durch Trigger verursachten Funktionsstörungen am Skelettsystem zugeschrieben werden. Sind diese Beschwerden durch Trigger ausgelöst, lassen sie sich durch schulmedizinische Methoden meist nicht wirkungsvoll behandeln.


Wie können Trigger diagnostiziert werden?
Trigger bilden sich nicht an dem Ort, wo die Schmerzen auftreten und können weder durch Röntgenaufnahmen, noch durch Computer- oder Kernspintomographie erkannt werden. Daher ist vor Therapiebeginn eine ausführliche Diagnostik unerlässlich. Dabei sollen Triggerpunkte lokalisiert und Ursachen für deren Bildung gefunden werden. Die Messung der Gelenkbeweglichkeit sowie der Körperstatik sind dabei die wichtigsten Diagnosemittel. Die diagnostischen Methoden der Trigger-Medizin ermöglichen genaueste Messungen am Körper und sind unabdingbare Voraussetzung für eine gezielte Therapie.


Therapie

Manuelle Therapie
Trigger sind für den Therapeuten als Verhärtung im Muskel tastbar. Mit Hilfe eines von Dr. Wolfgang Bauermeister entwickelten Gerätes, dem so genannten Triggosanschlüssel, lassen sich auch Trigger die tiefer liegenden Muskelschichten ertasten. Eine Schmerzreaktion zeigt an, ob die geschädigte Stelle aufgespürt ist. Triggerpunkte reagieren auf Druck außerordentlich empfindlich. Wird dieser Druck dann intensiviert, werden die Beschwerden des Patienten als so genannte Übertragungsschmerzen ausgelöst. Mit bis zu 40 Kg Gewicht auf dem Druckpunkt wird versucht die Trigger aufzulösen. Der Behandlungsschmerz kann bis zu 3 Tagen nach der Behandlung zu spüren sein. Ansonsten ist die Therapie frei von Nebenwirkungen und kommt völlig ohne Medikamente aus. Bei der Behandlung können jedoch Blutungen im Gewebe entstehen. Wenn ein Patient Blutverdünnende Mittel einnimmt, können größere Blutungen auftreten und das muss unter allen Umständen vermieden werden.


Stoßwellentherapie
Die Triggerpunkt-Stoßwellen-Therapie erlaubt eine besonders schonende und wirkungsvolle Behandlung von Triggerpunkten. Sie kommt ohne Einsatz von Medikamenten aus und ist ebenfalls frei von Nebenwirkungen. Damit ist eine risikoarme und sehr effektive Alternative zu herkömmlichen Behandlungsmethoden. Die Stoßwellen bewirken, dass die Auflösung des Triggers einsetzt. Der Muskel wird sofort länger und entspannt sich. Damit beruhigt sich der Trigger und sendet keine Schmerzsignale mehr an den Körper und dem Patienten geht es spürbar besser. Bei der Behandlung wird die Durchblutung gesteigert. Der Trigger löst sich allmählich auf. Der Schmerz weicht. Selbst jahrzehntelang bestehende Beschwerden beginnen sich bereits nach der ersten Behandlung zu bessern.


Mikrostimulation
Eine neue schonende bzw. schmerzfreie Behandlung ist die Mikrostimulationstherapie. Dabei werden Ströme unterschiedlicher Frequenz eingesetzt, genau die, mit denen Gewebszellen untereinander kommunizieren. Ist die Frequenz falsch oder ist der Strom zu hoch gewählt, erfolgt keine Reaktion des Gewebes. Schmerzen, die durch Muskel- Trigger verursacht werden, benötigen Mikroströme mit der Frequenz gegen Gewebsentzündung, weil die Schmerzleitungen durch Entzündungssubstanzen im Gewebe überempfindlich geworden sind.
Heilt die Entzündung, reagieren die Schmerzleitungen wieder normal, der Muskel wird belastbar, entspannt sich und die Schmerzen verringern sich.

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HIPPOKRATES - Gesundheitsmagazin
Dienstag, 11. April 2006 um 14.00 Uhr
Redaktion: Heidemarie Petters
Koproduktion ZDF-ARTE G.E.I.E.

Erstellt: 07-04-06
Letzte Änderung: 07-04-06